Sehen wir, wie die Geschichte von Svetaketu weitergeht.
Es ist das Anliegen des Vaters, dem Sohn zu zeigen, dass hinter der Vielfalt der Erscheinungen ein Urgrund existiert, der völlig verschieden von dem ist, was er hervorbringt und der doch in allem ist. Dies macht er anhand von verschiedenen Beispielen deutlich.
„ Mein Lieber, wenn jemand diesen großen Baum an der Wurzel verwundet, dann wird er lebend (sein Harz) vergießen; wenn man ihn in der Mitte oder im Wipfel verwundet, dann wird er lebend (sein Harz) vergießen; doch mit seinem Leben selbst (atman) weiter fort wachsend hat er fröhlich strotzend Bestand. Wenn aber das Leben einen Zweig verlässt, dann verdorrt der; wenn es den ganzen Baum verlässt, dann verdorrt der ganze Baum. Das wisse mein Lieber. So sprach er. Was vom Leben verlassen wird, so heißt es, das stirbt – nicht aber stirbt das Leben. Das feinste aber, das Ureigenste (atmya), das ist das All, das ist die Wahrheit, das ist der Atman, das bist du (tat tvam asi), Svetaketu. – Belehrt mich weiter, Herr! – So sei es, mein Lieber. So sprach er.“ „Tat Twam Asi Teil 4“ weiterlesen


Ich möchte hier näher auf die Chandogya Upanischad eingehen. Sie enthält die wohl bekannteste Aussage aller Upanischaden und damit die Essenz der dort immer wieder behandelten Fragen: „Tat Tvam Asi – Das bist Du!“
Wir kennen viele Arten des Genießens. Unsere Sinne sind wach und geschärft. Entsprechend unseres Einkommens ist es uns möglich, uns mit exquisiten Dingen zu umgeben. Nun ist unser Denken ein eigentümliches Wesen. Es ist unersättlich in seinem Hunger nach Eindrücken. In der Regel geben wir dem auch ohne Hemmung nach. Die Folge ist, dass unser Suchen nach Genuss in unzählige Richtungen geht. Das Ganze spielt sich gewöhnlich zum überwiegenden Teil auf der materiellen Ebene ab und gibt uns einfach ein gutes Gefühl. Wenn wir das erste mal das neue Geschirr auf dem ästhetisch gedeckten Esstisch sehen, die dazu eingeladenen Gäste warten auf das mit Sorgfalt zubereitete Menü, dann ist das etwas erhebendes, etwas, dass uns über das tägliche Erleben hinaushebt. Wir berühren in gewissem Sinne eine höhere Dimension. Ob es sich nun um Reiseandenken handelt, um schöne Bücher oder um neue Blumen für den Garten, alles ist Teil unserer Identität. Manchmal mögen wir inmitten unserer Welt stehen und dann fühlen wir ganz intensiv, das ist unser Leben, das sind wir.
Karma-Yoga ist das Yoga des Handelns. Das erste Prinzip besagt, dass man handelt, ohne nach den Früchten zu fragen. Normalerweise tun wir ja etwas, um etwas zu erreichen oder etwas zu bekommen. Wenn nichts dergleichen in Sicht ist, lassen wir es meistens sein. Diese Art des Handelns bezeichnen wir als Artha. „Wenn der mir nichts gibt, dann kriegt er von mir auch nichts!“