Lockdown

IMG_20200623_110246Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme Schaden an seiner Seele?

Math.16.26

Wir hören in dieser Zeit viel über Lockdown.

Hier einige Gedanken dazu:

Jeder Bereich oder auch jedes Gebilde oder Feld, neuerdings kommt auch der Begriff Narrativ immer mehr in Mode, entwickelt seine eigene Dynamik.

Nehmen wir einen Weinliebhaber als Beispiel. Normalmenschen gehen in einen Laden und kaufen sich eine Flasche Wein. Im Lauf der Zeit entdecken sie, dass ihnen der oder auch ein anderer schmeckt und dabei bleiben sie dann. Nicht so der WL. Er vertieft sich in die Materie, liest den Falstaff, geht zu Weinproben und studiert die Parker – Empfehlungen. Er liest sich in die Materie ein, studiert die verschiedenen Lagen der Weinregionen und lernt alles über Mineralität und Rebsorten.

Kurzum, er klinkt sich in ein Feld ein und – wird in gewissem Sinne auch davon abhängig. „Lockdown“ weiterlesen

Der lange Weg

IMG_20190913_144114Kennen Sie den? Zwei Freunde treffen sich nach einigen Jahrzehnten wieder. Sagt der eine zum anderen: „Du hast dich überhaupt nicht verändert in all den Jahren.“ Sagt der andere: „Willst du mich beleidigen?“

Eine andere Geschichte geht so: Ein Fremder kam zu einem Zenkloster in den Bergen Japans und begehrte, den Meister zu sprechen. Man sagte ihm, dass dieser im zentralen Innenhof des Klosters zu finden sei. Der Fremde ging wie ihm geheißen und traf dort aber nur einen alten Mann, der das Laub zusammenfegte. Auf weiteres Nachfragen wurde ihm gesagt, dass das der Meister sei. „Wie kann es sein, dass man einen heiligen Mann mit einer derart niederen Arbeit beschäftigt?“

Die Antwort, die ihm zuteil wurde: „Für einen Wissenden sind alle Dinge gleich.“ „Der lange Weg“ weiterlesen

Yogis und Revolutionäre

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Im Yogasutra 5/II wird Avidya, eines der fünf Klesas, definiert. Dort heißt es:

Avidya ist, wenn man ein vergängliches Objekt als dauerhaft, ein unreines Objekt als rein, Leid als Freude und das Nicht-Selbst als das Selbst betrachtet.

In seinem Kommentar gibt Vyasa, der Autor des Mahabharata, folgendes Beispiel: „Seht dieses Mädchen, liebreizend und zart wie der Neumond, ihr Körper scheint aus Honig und Nektar, gleichsam eine Tochter des Mondes, Augen wie Lotosblüten…“

An der Nürnberger Sebalduskirche gibt es das Hochzeitstor, durch das die Brautpaare im Mittelalter zur Trauung schritten. Wenn man ins Innere tritt, trifft man auf eine Frauenstatue von perfekter Schönheit. Geht man auf die Rückseite, sieht man ein Gewimmel von Würmern. So soll erinnert werden, dass das Äußere, das wir alle so bewundern, vergänglich ist. „Yogis und Revolutionäre“ weiterlesen

Weisheit oder Resignation?

IMG_20160126_190252In einem der Werke des bekannten deutschen Indologen, Helmut von Glasenapp, findet sich folgende Überlegung:

Der klassische brahmanische Lebenslauf des alten Indiens teilt sich in die Phasen Kindheit-Erziehung, Beruf-Familie, Rückzug aus der Welt und Wanderschaft als Sadhu. Das Ziel ist die zunehmende und schließlich vollkommene Abkehr vom Weltlichen und dem ausschließlichen Streben nach Gottesverwirklichung.

In dieser letzten Phase des Lebens wird aller Besitz aufgegeben, die sinnlichen Bedürfnisse auf ein absolutes Minimum reduziert und der Tag besteht aus Gebet und Meditation. „Weisheit oder Resignation?“ weiterlesen

Langeweile

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Weihnachten steht vor der Tür, das Fest der Liebe – und des Konsums. Gegenwärtig ist letzterer durch Corona ziemlich eingeschränkt, aber wir versuchen trotzdem nach Kräften zu shoppen und wenn es Online ist.

Langeweile wird gerne mit shoppen vertrieben.

In irgendeinem meiner Aufsätze auf dieser Seite habe ich folgendes Zitat erwähnt: „Was ist der Unterschied zwischen einem Weisen und einem Normalsterblichen?“ Antwort: „Wenn der Weise isst, dann isst er. Wenn er geht, dann geht er…“ „Langeweile“ weiterlesen