Weisheit oder Resignation?

IMG_20160126_190252In einem der Werke des bekannten deutschen Indologen, Helmut von Glasenapp, findet sich folgende Überlegung:

Der klassische brahmanische Lebenslauf des alten Indiens teilt sich in die Phasen Kindheit-Erziehung, Beruf-Familie, Rückzug aus der Welt und Wanderschaft als Sadhu. Das Ziel ist die zunehmende und schließlich vollkommene Abkehr vom Weltlichen und dem ausschließlichen Streben nach Gottesverwirklichung.

In dieser letzten Phase des Lebens wird aller Besitz aufgegeben, die sinnlichen Bedürfnisse auf ein absolutes Minimum reduziert und der Tag besteht aus Gebet und Meditation. „Weisheit oder Resignation?“ weiterlesen

Langeweile

Digital StillCamera
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Weihnachten steht vor der Tür, das Fest der Liebe – und des Konsums. Gegenwärtig ist letzterer durch Corona ziemlich eingeschränkt, aber wir versuchen trotzdem nach Kräften zu shoppen und wenn es Online ist.

Langeweile wird gerne mit shoppen vertrieben.

In irgendeinem meiner Aufsätze auf dieser Seite habe ich folgendes Zitat erwähnt: „Was ist der Unterschied zwischen einem Weisen und einem Normalsterblichen?“ Antwort: „Wenn der Weise isst, dann isst er. Wenn er geht, dann geht er…“ „Langeweile“ weiterlesen

Reise in den Mikrokosmos

Indien4-26Man schreibt das Jahr 1980. Nach drei Monaten im Yoga-Institute bin ich fünfhundert Kilometer nach Süden ins Hippie-Paradies Goa geflogen. Drei Monate Askese, klösterliche Einschränkung und anstrengende Studien liegen hinter mir und bevor ich zurück nach Deutschland fliege, will ich eine Woche Sonne, Meer und Palmen genießen. Vom Flugplatz fahre ich nach Panjim und von dort mit dem Taxi nach Calangute. „Reise in den Mikrokosmos“ weiterlesen

Wer Ohren hat…

1453832356267 (1)…der höre.

Ich möchte gerne eine kleine Episode, die ich gestern erlebt habe, mit Ihnen teilen.

Ich habe seit Jahrzehnten einen spirituellen Ort, den ich gerne aufsuche. Es ist ein Bergplateau im fränkischen Jura, von dem man einen weiten Blick hinaus ins Land hat. Oben wächst Magerrasen und die Vegetation ist reich an Moosen, Flechten und kleinen Blümchen. Am meisten mag ich den Wind. Gestern war er lau und schmeichelnd. Manchmal bläst er scharf und kalt und man muss sich gegen ihn stemmen.

Im Idealfall bin ich alleine dort oben. Manchmal sind noch ein paar Leute da, aber das verläuft sich.

Gestern nun war ich wieder einmal oben. Die Luft war warm und hatte diesen besonderen Schimmer, den nur der Frühherbst bietet. „Wer Ohren hat…“ weiterlesen

Die Insel

IMG_20191022_145420Ich habe in verschiedenen Artikeln über die Jahre hinweg die Meinung vertreten, dass nichts umsonst ist, dass nichts verschwendet wird und dass alles seinen Sinn hat.

In meinem Yogalehrbuch erwähne ich das Beispiel des Autofahrers, der inmitten der Pampa an eine Kreuzung kommt, und just in dem Moment nähert sich ein anderes Auto und er muss anhalten. Wem geht da nicht ab und zu der Gedanke durch den Kopf: „ Muss der Depp jetzt gerade hier aufkreuzen, wo ich rüberfahren will?“ „Die Insel“ weiterlesen