Das Bild, das Sie hier sehen, ist eine kleine Wallfahrtskapelle, an der ich heute mit dem Fahrrad vorbei kam. Seit Jahrhunderten suchen hier die Menschen Trost und Sicherheit vor der Unendlichkeit des Seins, die ihnen Angst macht.
Freuds Zeitgenosse C.G. Jung sagt, dass die Erfahrung des nicht Geliebtseins, die wir in den ersten Jahren unseres Lebens unweigerlich machen, weil wir es eben doch mit den Unvollkommenheiten unserer Eltern zu tun haben, zu dieser lebenslangen Unsicherheit führt.
Das kleine Kind bezieht harsche Behandlung durch die Mutter oder den Vater immer auf sich. Es ist nicht in der Lage, zu erkennen, dass diese vielleicht einen schlechten Tag hatten und deshalb unwirsch handeln.
Natürlich gibt es viele Abstufungen. Manche werden wirklich vernachlässigt, manche erleben weniger lieblose Situationen. „Tanz in die Unendlichkeit“ weiterlesen


Philosophien sind Erklärungsversuche für die Dinge wie sie sich uns darstellen. Ich sage deshalb Versuche, weil kein normaler Mensch weiß, wie das Universum entstand, wer Gott ist, was nach dem Tod kommt oder wie das alles enden wird. Ich habe den Begriff „normaler Mensch“ übrigens ganz bewusst gebraucht; denn die Yogis und auch die Adepten anderer mystisch-geistiger Traditionen sind sehr wohl der Ansicht, Einblick in die letzte Wirklichkeit zu haben. Dies ist ja gerade Sinn und Inhalt dieser Traditionen und Techniken. Die Kette der Fragen ließe sich noch beliebig verlängern. Nur ist das ziemlich müßig, weil alle Überlegungen für uns, die wir noch nicht die letzten Stufen des geistigen Weges erreicht haben, spekulativ bleiben werden. Natürlich meine ich nicht, dass es keinen Spaß machen kann, sich mit solchen Fragen zu beschäftigen. Im Gegenteil, die Lust am abstrakten Denken ist faszinierend und es ist positiv, ihr zu nachzugehen, weil sie uns aus den alltäglichen Kleinlichkeiten heraushebt. Dies ist wichtig, denn dann können wir die Dinge von einem anderen Standpunkt als unserem gewöhnlichen wahrnehmen.
Manche Erlebnisse, liegen sie auch schon Jahrzehnte zurück, vergisst man nie.
Wie viele andere auch, bin ich in den 70er Jahren nach Indien gefahren, um mich von der Weisheit des Ostens inspirieren zu lassen. Viele von uns hatten eine verkorkste Beziehung zum „heimischen“ Christentum. Wir hatten den Ausspruch „und bist du nicht willig, so brauch‘ ich Gewalt“ in vielerlei Hinsicht noch erlebt.
Auch wenn man sich nicht sehr stark mit der sogenannten Tagespolitik beschäftigt, wird man doch immer wieder mit der Nase darauf gestoßen.