Ich will nicht!

IMG_20210611_162025In den letzten fünfzig Jahren hat sich in Bezug auf Umweltbewusstsein und Naturschutz eine Menge getan. Vorher gab es den Begriff Umwelt weder im Sprachgebrauch noch im Bewusstsein. Das Bild zeigt den Aufkleber auf meiner Mülltonne. Er klebt dort seit vierzig Jahren.

Als ich 1978 nach den ersten drei Monaten meiner Yogalehrerausbildung aus Bombay zurück kam, fingen wir so richtig mit dem biologischen, später auch biologisch-dynamischen Gartenbau nach Rudolf Steiner an. Dabei wird zum Beispiel Kuhmist in einem Kuhhorn zu einer bestimmten Mondphase für ein Jahr eingegraben. Das daraus gewonnene Substrat, der sogenannte Hornmist, wird dann für eine Stunde in einem bestimmten Rhythmus in 10 l Wasser gerührt und dann auf die Pflanzen aufgesprüht. Das regt das Bodenleben an und düngt so die Pflanzen. Mineralischer Dünger war verpönt. Wir waren strikte Vegetarier und bauten unser gesamtes Gemüse selbst an. Tomaten gab es nur zur entsprechenden Zeit, Erdbeeren auch. „Ich will nicht!“ weiterlesen

Denkfehler!

DSC00151Das Denken ist an Raum und Zeit gebunden und deshalb begrenzt. Wir denken linear und nicht vernetzt.

Im Yoga, basierend auf der hinduistischen und buddhistischen Tradition, sprechen wir von den Klesas. Das sind Unzulänglichkeiten in unserem Denken, die zu Leid führen. In meinem Artikel „Yogis und Revolutionäre“ vom 16. Mai 2021 bin ich ausführlich auf das erste Klesa, nämlich Avidya, auf dem die anderen vier basieren, eingegangen. Noch einmal kurz wiederholt, es handelt sich dabei um eine falsche Auffassung der Realität. Wir binden unser Herz an Dinge, die so nicht existieren. Gegenwärtig scheint endlich mal die Sonne, was heuer nicht selbstverständlich ist. Wir wissen natürlich, dass es so nicht bleibt. Wenn es dann wieder regnet, sind wir traurig oder missgestimmt. Das zeigt, dass wir eben doch insgeheim gehofft haben, dass das schöne Wetter anhält. Das bedeutet, wir fixieren unser Sein trotz besseren Wissens auf Instabiles. „Denkfehler!“ weiterlesen

Traut euch selbst!

IMG_20210520_075827Gegenwärtig laufen in diesem Land zwei Prozesse ab, die diametral entgegengesetzt sind. Durch den Staat und die staatstragenden Medien (und das sind fast alle), wird ein Bild des Landes und der Wirklichkeit verbreitet, welches mit der eigenen Wahrnehmung immer weniger übereinstimmt.

Die Wahrnehmung der Menschen bezüglich der Probleme, die sie wirklich betreffen ist aber eine ganz andere. „Traut euch selbst!“ weiterlesen

Yogis und Revolutionäre

Digital StillCamera
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Im Yogasutra 5/II wird Avidya, eines der fünf Klesas, definiert. Dort heißt es:

Avidya ist, wenn man ein vergängliches Objekt als dauerhaft, ein unreines Objekt als rein, Leid als Freude und das Nicht-Selbst als das Selbst betrachtet.

In seinem Kommentar gibt Vyasa, der Autor des Mahabharata, folgendes Beispiel: „Seht dieses Mädchen, liebreizend und zart wie der Neumond, ihr Körper scheint aus Honig und Nektar, gleichsam eine Tochter des Mondes, Augen wie Lotosblüten…“

An der Nürnberger Sebalduskirche gibt es das Hochzeitstor, durch das die Brautpaare im Mittelalter zur Trauung schritten. Wenn man ins Innere tritt, trifft man auf eine Frauenstatue von perfekter Schönheit. Geht man auf die Rückseite, sieht man ein Gewimmel von Würmern. So soll erinnert werden, dass das Äußere, das wir alle so bewundern, vergänglich ist. „Yogis und Revolutionäre“ weiterlesen

Schaun wir mal…

oznor
oznor

Es gibt interessante Zusammenhänge zwischen Pädagogik, Religion und Politik, die ich hier etwas näher betrachten möchte:

In der Pädagogik gibt es grundsätzlich zwei Richtungen, nämlich die auf Selbstbestimmung und Eigenverantwortung basierende und die „schwarze Pädagogik“, deren Grundannahme ist, dass das Individuum geführt und geleitet werden muss. Am radikalsten wurde der erste Ansatz durch die Summerhill-Schule von A.S. Neil repräsentiert. Hier wurde davon ausgegangen, dass der junge Mensch von innen heraus zur Weiterentwicklung und zum Lernen gewissermaßen getrieben wird, wenn es individuell an der Zeit ist. Beispielsweise will kein Kind zurückstehen, wenn es sieht, dass Kameraden lesen können und es selbst das nicht beherrscht. Da man diesem Entwicklungsimpuls in Summerhill traute, konnte jedes Kind entscheiden, inwieweit es am Unterricht teilnahm. „Schaun wir mal…“ weiterlesen