Tanz in die Unendlichkeit

IMG 20260812Das Bild, das Sie hier sehen, ist eine kleine Wallfahrtskapelle, an der ich heute mit dem Fahrrad vorbei kam. Seit Jahrhunderten suchen hier die Menschen Trost und Sicherheit vor der Unendlichkeit des Seins, die ihnen Angst macht.

Freuds Zeitgenosse C.G. Jung sagt, dass die Erfahrung des nicht Geliebtseins, die wir in den ersten Jahren unseres Lebens unweigerlich machen, weil wir es eben doch mit den Unvollkommenheiten unserer Eltern zu tun haben, zu dieser lebenslangen Unsicherheit führt.

Das kleine Kind bezieht harsche Behandlung durch die Mutter oder den Vater immer auf sich. Es ist nicht in der Lage, zu erkennen, dass diese vielleicht einen schlechten Tag hatten und deshalb unwirsch handeln.

Natürlich gibt es viele Abstufungen. Manche werden wirklich vernachlässigt, manche erleben weniger lieblose Situationen. „Tanz in die Unendlichkeit“ weiterlesen

Über den Wert der Philosophie

P1070214Philosophien sind Erklärungsversuche für die Dinge wie sie sich uns darstellen. Ich sage deshalb Versuche, weil kein normaler Mensch weiß, wie das Universum entstand, wer Gott ist, was nach dem Tod kommt oder wie das alles enden wird. Ich habe den Begriff „normaler Mensch“ übrigens ganz bewusst gebraucht; denn die Yogis und auch die Adepten anderer mystisch-geistiger Traditionen sind sehr wohl der Ansicht, Einblick in die letzte Wirklichkeit zu haben. Dies ist ja gerade Sinn und Inhalt dieser Traditionen und Techniken. Die Kette der Fragen ließe sich noch beliebig verlängern. Nur ist das ziemlich müßig, weil alle Überlegungen für uns, die wir noch nicht die letzten Stufen des geistigen Weges erreicht haben, spekulativ bleiben werden. Natürlich meine ich nicht, dass es keinen Spaß machen kann, sich mit solchen Fragen zu beschäftigen. Im Gegenteil, die Lust am abstrakten Denken ist faszinierend und es ist positiv, ihr zu nachzugehen, weil sie uns aus den alltäglichen Kleinlichkeiten heraushebt. Dies ist wichtig, denn dann können wir die Dinge von einem anderen Standpunkt als unserem gewöhnlichen wahrnehmen. „Über den Wert der Philosophie“ weiterlesen

„Der Herr“

IMG 20260706Wie viele andere auch, bin ich in den 70er Jahren nach Indien gefahren, um mich von der Weisheit des Ostens inspirieren zu lassen. Viele von uns hatten eine verkorkste Beziehung zum „heimischen“ Christentum. Wir hatten den Ausspruch „und bist du nicht willig, so brauch‘ ich Gewalt“ in vielerlei Hinsicht noch erlebt.

Es ging ja immer um Schuld und Sünde.

Indien versprach einen ganz anderen Ansatz, garniert mit Räucherstäbchen, den Beatles und Maharishi Yogi.

Om Peace Om! Es war aber nicht nur der Reiz des Neuen. Nein, dieses religiös-philosophische Neue war unbelastet von diesem „wenn du nicht brav bist, kommst du in die Hölle“. „„Der Herr““ weiterlesen

Wie man das Universum erklärt

Img 20240727 140646Es ist immer wieder faszinierend, sich die verschiedenen Bilder und Gedanken anzusehen, die der Mensch sich ersinnt, um das, eigentlich für ihn Unfassbare, zu erklären.

Wie auch immer es sein mag, keiner kann sagen, was stimmt. Aber die Beschäftigung damit führt unser Denken auf eine höhere Ebene. Wir nennen es Swadhyaya.

Wenn wir das ein paar Jahrzehnte machen, hinterlässt es Spuren.

Lesen Sie im Folgenden einen Auszug aus meinem 2011 erschienen Buch „Jenseits von Benares“. „Wie man das Universum erklärt“ weiterlesen

Träume sind Schäume?

Cof
cof

Die Denker im alten Indien beschäftigten sich mit mannigfaltigen Aspekten des Bewusstseins. Die Mandukya Upanishad beschreibt die verschiedenen Zustände, in denen das Bewusstseins während des Schlafs ist.

Dabei kommt es zu interessanten Überlegungen.

Wenn wir morgens aufwachen, sind wir manchmal vollkommen perplex über das, was wir träumten. Es erscheint uns selbst im Nachhinein real. Der Traum kennt keine Grenzen, weder zeitliche noch räumliche. Wir durchschreiten Räume, in denen wir im Wachbewusstsein nie gewesen sind. Situationen, die wir irgendwann einmal erlebt haben, werden verfremdet und mit Eindrücken kombiniert, die Jahrzehnte zurückliegen.

Träume sind Zustände, die unser Innerstes ausdrücken. Wir sind dort vollkommen bei uns selbst.

In den Upanishaden wird die Frage gestellt, was denn nun real sei: das Wachbewusstsein oder der Traumzustand? „Träume sind Schäume?“ weiterlesen