Denkfehler!

DSC00151Das Denken ist an Raum und Zeit gebunden und deshalb begrenzt. Wir denken linear und nicht vernetzt.

Im Yoga, basierend auf der hinduistischen und buddhistischen Tradition, sprechen wir von den Klesas. Das sind Unzulänglichkeiten in unserem Denken, die zu Leid führen. In meinem Artikel „Yogis und Revolutionäre“ vom 16. Mai 2021 bin ich ausführlich auf das erste Klesa, nämlich Avidya, auf dem die anderen vier basieren, eingegangen. Noch einmal kurz wiederholt, es handelt sich dabei um eine falsche Auffassung der Realität. Wir binden unser Herz an Dinge, die so nicht existieren. Gegenwärtig scheint endlich mal die Sonne, was heuer nicht selbstverständlich ist. Wir wissen natürlich, dass es so nicht bleibt. Wenn es dann wieder regnet, sind wir traurig oder missgestimmt. Das zeigt, dass wir eben doch insgeheim gehofft haben, dass das schöne Wetter anhält. Das bedeutet, wir fixieren unser Sein trotz besseren Wissens auf Instabiles. „Denkfehler!“ weiterlesen

Yogis und Revolutionäre

Digital StillCamera
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Im Yogasutra 5/II wird Avidya, eines der fünf Klesas, definiert. Dort heißt es:

Avidya ist, wenn man ein vergängliches Objekt als dauerhaft, ein unreines Objekt als rein, Leid als Freude und das Nicht-Selbst als das Selbst betrachtet.

In seinem Kommentar gibt Vyasa, der Autor des Mahabharata, folgendes Beispiel: „Seht dieses Mädchen, liebreizend und zart wie der Neumond, ihr Körper scheint aus Honig und Nektar, gleichsam eine Tochter des Mondes, Augen wie Lotosblüten…“

An der Nürnberger Sebalduskirche gibt es das Hochzeitstor, durch das die Brautpaare im Mittelalter zur Trauung schritten. Wenn man ins Innere tritt, trifft man auf eine Frauenstatue von perfekter Schönheit. Geht man auf die Rückseite, sieht man ein Gewimmel von Würmern. So soll erinnert werden, dass das Äußere, das wir alle so bewundern, vergänglich ist. „Yogis und Revolutionäre“ weiterlesen

Die Illusion von Gleichheit

KHeute Morgen las ich, dass die weltweit 2365 Milliardäre ihre Vermögen zwischen dem 18. März 2020 und dem 18. März 2021 um 54 Prozent, also um rund vier Billionen Dollar steigern konnten.

Vielen von uns kommt da der Gedanke, dass das unanständig sei und man diese Leute viel stärker zur Kasse bitten müsse. Ein erster und wichtiger Schritt wäre zum Beispiel eine adäquate Besteuerung. Es ist nicht einzusehen, warum sich Google, Amazon und Co. dumm und dämlich verdienen und ihre Steuern in einer Steueroase gleich Null sind, da dort der Firmensitz ist. „Die Illusion von Gleichheit“ weiterlesen

Eure Rede sei ja, ja oder nein, nein!

Italien2-07Gegenwärtig spielt sich auf der Insel Teneriffa wieder einmal ein Drama ab, wie wir es in den letzten Jahren schon so häufig erlebt haben. Eine große Gruppe von Migranten, immerhin 1200 Menschen, verlangen, aufs spanische Festland gebracht zu werden.

Es handelt sich vorwiegend um Männer aus Marokko, Senegal, Gambia und Mauretanien. Zu Monatsbeginn sorgte eine Gruppenvergewaltigung, bei der vier Männer aus dem Maghreb beteiligt waren, für zusätzlichen Konfliktdruck mit den Einheimischen. Vor allem zwischen den Marokkanern und Senegalesen kommt es zu Reibereien. „Eure Rede sei ja, ja oder nein, nein!“ weiterlesen

Weisheit oder Resignation?

IMG_20160126_190252In einem der Werke des bekannten deutschen Indologen, Helmut von Glasenapp, findet sich folgende Überlegung:

Der klassische brahmanische Lebenslauf des alten Indiens teilt sich in die Phasen Kindheit-Erziehung, Beruf-Familie, Rückzug aus der Welt und Wanderschaft als Sadhu. Das Ziel ist die zunehmende und schließlich vollkommene Abkehr vom Weltlichen und dem ausschließlichen Streben nach Gottesverwirklichung.

In dieser letzten Phase des Lebens wird aller Besitz aufgegeben, die sinnlichen Bedürfnisse auf ein absolutes Minimum reduziert und der Tag besteht aus Gebet und Meditation. „Weisheit oder Resignation?“ weiterlesen