Ärger – oder der Sinn des Lebens

oznor

In einem der letzten Blogbeiträge habe ich über Zufälle geschrieben. Die Quintessenz war, dass es keine Zufälle gibt.
Heute geht es um Ärger. Wir können ihm nicht entkommen. Da ist zunächst der, der von außen auf uns zukommt. Er ist mannigfaltig. Wenn von außen nichts anliegt, dann kommt aus dem unerschöpflichen Vorrat unseres Erinnerns etwas an die Oberfläche. Zeitlich gibt es da keine Beschränkungen. Ich ärgere mich auch noch über Sachen, die Jahrzehnte zurückliegen. Irgendwie ist immer die Hoffnung da, dass es eines Tages aufhören möge. Wenn wir normal damit umgehen, dann tut es das sicher nicht.
Gehen wir einmal etwas in die Tiefe. Es gibt im Yoga den Begriff Klesas. Übersetzt bedeutet das: Ursache von Leid, Schmerz, Anhaftung. Das Klesa, das allen anderen zugrunde liegt, heißt Avidya. Das bedeutet: falsches Erfassen der wahren Natur der Dinge oder auch „ein vergängliches Objekt als dauerhaft ansehen“. „Ärger – oder der Sinn des Lebens“ weiterlesen

Ich mach‘ jetzt Yoga

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„Und was machst du so?“ „Ich mach‘ jetzt Yoga und das tut mir echt gut.“
Eine beliebte Frage unter Yogaaspiranten ist: „Hast du heute Yoga gemacht?“ „ Nein, leider musste ich ganz früh aufstehen und hatte keine Zeit, aber morgen wieder.“

Im alten Indien, vor ca. 3000 Jahren, genauer gesagt in der Induskultur im heutigen Punjab, hatte man angefangen, nach dem Urgrund des Seins zu forschen. Man vermutete, dass hinter den mit den Sinnen wahrnehmbaren Phänomenen etwas stecken musste, was andersartig war. Etwas, was die Welt, das Leben erst ins Laufen brachte. Man fand das Bild eines in Padmasana sitzenden Menschen. Das sind die frühesten Zeugnisse einer Suche, die schließlich zu dem wurde, was wir heute unter Yoga verstehen. „Ich mach‘ jetzt Yoga“ weiterlesen

Vorbilder

 

Heute ist der erste Mai und das Wetter ist sonnig, die Luft ist einigermaßen warm und wir haben unseren Roller gesattelt und sind nach Nürnberg zur Maikundgebung auf den Kornmarkt gefahren. Wie jedes Jahr gab es viele Stände mit Adana Kebab und Cevapcici und das Volk ließ es sich auf den Bierbänken gut gehen.
Nach einem Bummel auf die Burg fuhren wir in den Stadtteil Gostenhof, dort wo sich seit einigen Jahren eine Szene entwickelt hat, die fast ein bisschen an den Kiez in Friedrichshain oder Kreuzberg erinnert. Ganz respektabel für eine Provinzgroßstadt. Eine Menge Infostände waren aufgebaut und sehr progressiv aussehende junge Leute saßen cool hinter den Auslagetischen.

Und hier fängt jetzt die Geschichte an, weswegen ich das hier schreibe.
Der Mensch braucht Identifikationsobjekte, zumal der junge Mensch. „Vorbilder“ weiterlesen

Pädagogik 3

Kevin hat sich mal wieder so richtig daneben benommen. Als er mit Mama neulich beim Center Point Trendy Modern Outlet zum shoppen war, wollte er partout nicht aus dem Gameshop mit den neuesten Spielen. Mama war ganz verzweifelt und alles war ihr furchtbar peinlich. Als die beiden endlich wieder draußen im Auto saßen, Kevin hinten auf seinem Kindersitz schmollend, sagte Mama: „Zur Strafe darfst du morgen nicht zu Jason auf die Geburtstagsparty.“
Kevin antwortete nicht.

Was macht Mama falsch? „Pädagogik 3“ weiterlesen

Geh’n wir ins Kempinski….

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Nie wieder!

Dieses Motto gilt seit Jahrzehnten in Deutschland und bezieht sich auf alles, was mit Nationalsozialismus zu tun hat. Keine Kriege mehr von deutschem Boden aus, keine Verfolgung von anders Denkenden usw.

Letzten August weilte der französische Regisseur Claude Lanzmann anlässlich der Beerdigung seiner zweiten Frau in Berlin. Lanzmann drehte den Dokumentarfilm „Shoah“, der sich mit dem Holocaust auseinandersetzt.

In seinem Berliner Hotel, dem Kempinski, blätterte er durch das Ländervorwahlverzeichnis. Nach Italien kommt normalerweise Israel. Doch da war nichts. „Geh’n wir ins Kempinski….“ weiterlesen