Nada te turbe

 

OznorCBT soft
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Nada te turbe,
nada te espante,
todo se pasa,
Dios no se muda.
La paciencia todo lo alcanza.
Quien a Dios tiene,
nada le falta.
Sólo Dios basta.

Nichts beunruhige dich,
nichts erschrecke dich,
alles vergeht,
Gott ändert sich nicht.
Geduld erreicht alles.
Wer Gott hat,
dem fehlt nichts.
Gott allein genügt.

 

„Wer Gott sucht, braucht keine Flügel. Er soll nur still in sein Inneres schauen. Dort wird er ihn finden. Das Innere des Menschen ist wie ein Kristall, in dessen Mitte Gott wie eine alles durchdringende Sonne wohnt. Das Tun des Menschen wird nicht wirksam, wenn seine Taten nicht aus dieser Mitte stammen.“

Was Sie hier lesen, sind Worte der spanischen Mystikerin Theresa von Avila. Ich füge im Folgenden ein paar Zeilen ein, die ich in dem Artikel „The long and winding road“ am 18.11.2019 geschrieben habe:

Ein Zenschüler fragte seinen Meister: „Meister, ich esse und arbeite und schlafe und du isst und arbeitest und schläfst. Du bist erleuchtet und ich nicht. Aber du tust nichts anderes als ich. Was wird sich ändern, wenn ich auch einmal erleuchtet bin?“

Die Antwort: „Du isst und arbeitest und schläfst.“

Wir waren neulich auf einer Kreuzfahrt, weil ich, seitdem ich nicht mehr segele, einmal wieder den Ozean erleben wollte. Es gab natürlich auch eine ganze Menge anderer Unterhaltung und Ablenkung und wie so manchmal packte mich, während ich das Spiel der Wellen beobachtete, ein wohlbekanntes Gefühl von: „Ist es das? Wo geht die nächste Reise hin? Dies oder das Konzert könnte interessant werden usw.“

Theresa schrieb: „Das Innere des Menschen ist wie ein Kristall.“ Im Yoga wird der wahre Mensch, der Purusa, auch mit einem Kristall verglichen. Beides basiert auf anderen philosophischen Grundlagen. Aber beides erwähnt ein inneres Zentrum. Manchmal erahnen wir etwas davon und vergessen es im Trubel des Außen schnell wider.

Der Weg dahin ist immer derselbe. Theresa bezeichnete ihn als Herzensgebet, einen steten inneren Dialog mit Gott. Im Yoga nennen wir es Dharana-Dyana-Samadhi.

Das Leben eines Elefanten ist vorgezeichnet. Er lebt inmitten seiner Herde, kämpft während der Brunft mit seinen Rivalen. Wenn er genügend zu fressen hat, ist sein Leben als Elefant perfekt. Schließlich zieht er sich zurück und stirbt.

Wenn ich jetzt sagen würde, das Leben von uns Menschen ist nicht vorgezeichnet, wäre das eine unzulässige Vereinfachung. Auch wir haben unsere Strukturen, die uns mitgegeben wurden. Aber wir haben trotzdem immer Wahlmöglichkeiten, wie wir damit umgehen. Das ist Fluch und Segen. Ein Elefant kennt keine Minderwertigkeitsgefühle. Wir müssen ständig damit, auch mit manchen anderen Gefühlen, leben und sie Tag für Tag lösen.

Was uns Theresa sagen will, ist, dass wir das nicht können. Es geht nur mit einem „sich überlassen“.

Neulich war ich ein paar Tage krank und verbrachte die meiste Zeit im Bett. Was soll ich Ihnen sagen? Ich war nicht unglücklich darüber. Das ganze innere Getriebe war pausiert, das ständige Wollen war abgestellt. Ein Zustand, den es auch in gesunden Phasen zu bewahren gilt.

Menschsein heißt nicht, gut zu leben, viel zu sehen und vieles auszuprobieren. Wir sind dazu berufen oder verdammt, den „Kristall“ zu verwirklichen.

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