Lasst fahren dahin…

IMG_20210914_154337Der Yogi zieht sich von der Welt zurück, um sich ganz der Suche nach der Erleuchtung, das heißt, der Erkenntnis der absoluten Realität zu widmen. Dieses von der Welt Zurückziehen ist so dahin gesagt, aber die Konsequenzen sind umfassend. Es bedeutet nämlich, allem was die Welt zu bieten hat, zu entsagen.

Aus alter Tradition sind die Klöster die Orte, an die man sich zu diesem Behuf zurückzieht. Aber – wie Swami Vivekananda richtig sagte: „Wer es im normalen Leben nicht zu einer spirituellen Haltung schafft, schafft es auch hinter Klostermauern nicht.“

Wir kennen viele kluge Sprüche, wenn wir wieder einmal den Verlockungen der Welt anheim gefallen sind. „Lasst fahren dahin…“ weiterlesen

Schau mal, wie putzig!

cof
cof

Jeder von uns stand schon mal über einen Ameisenhaufen gebeugt und hat die putzigen Tierchen beobachtet: „Schau mal die da, siehst du das Blatt, das sie da trägt?“ „Das ist ja zwanzigmal so groß wie sie selbst! Wahnsinn, stell dir vor, wie viel du tragen müsstest, um dasselbe Verhältnis zu erreichen.“

So oder so ähnlich würde man wohl sprechen. Wenn ich mir das Land der Deutschen anschaue, überfallen mich ähnliche Gedanken und Gefühle.

„Ja was machen sie denn jetzt schon wieder? Ist das nicht nett?“

Tschechien würde seinem Nachbarn Deutschland nach Darstellung von Präsident Milos Zeman aus der Patsche helfen, falls die deutsche Energiewende scheitern und es zu Versorgungsengpässen kommen sollte. Sein Land werde sich anschauen, welche Folgen das Auslaufen von Atomenergie und Kohleverstromung in Deutschland haben werde, sagte Tschechiens Staatsoberhaupt am Donnerstag nach einem Treffen mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Prag. „Wenn es zu einem Mangel an Elektrizität kommt, wird Tschechien als bedeutender Exporteur sehr gerne bereit sein, Strom in die Bundesrepublik zu liefern – zu einem vernünftigen Preis.“ (Handelsblatt vom 27.8.2021) „Schau mal, wie putzig!“ weiterlesen

Tat Twam Asi Teil 4

h-009Sehen wir, wie die Geschichte von Svetaketu weitergeht.

Es ist das Anliegen des Vaters, dem Sohn zu zeigen, dass hinter der Vielfalt der Erscheinungen ein Urgrund existiert, der völlig verschieden von dem ist, was er hervorbringt und der doch in allem ist.  Dies macht er anhand von verschiedenen Beispielen deutlich.

„ Mein Lieber, wenn jemand diesen großen Baum an der Wurzel verwundet, dann wird er lebend (sein Harz) vergießen; wenn man ihn in der Mitte oder im Wipfel verwundet, dann wird er lebend (sein Harz) vergießen; doch mit seinem Leben selbst (atman) weiter fort wachsend hat er fröhlich strotzend Bestand. Wenn aber das Leben einen Zweig verlässt, dann verdorrt der; wenn es den ganzen Baum verlässt, dann verdorrt der ganze Baum. Das wisse mein Lieber. So sprach er. Was vom Leben verlassen wird, so heißt es, das stirbt – nicht aber stirbt das Leben. Das feinste aber, das Ureigenste (atmya), das ist das All, das ist die Wahrheit, das ist der Atman, das bist du (tat tvam asi), Svetaketu. – Belehrt mich weiter, Herr! – So sei es, mein Lieber. So sprach er.“ „Tat Twam Asi Teil 4“ weiterlesen

Tat Twam Asi (Teil 3)

2aIndien-36Ich möchte hier näher auf die Chandogya Upanischad eingehen. Sie enthält die wohl bekannteste Aussage aller Upanischaden und damit die Essenz der dort immer wieder behandelten Fragen: „Tat Tvam Asi – Das bist Du!“

 

Die Geschichte erzählt  von dem zwölfjährigen Svetaketu, der von seinem Vater in den Ashram ( Einsiedelei oder Kloster) eines Guru zur Unterweisung geschickt wurde. Nach zwölf Jahren der Unterweisung kehrt Svetaketu voll Stolz auf sein Wissen nachhause zurück. Wir erleben hier einen Vorgang, der für Menschen wohl zu allen Zeiten symptomatisch war, nämlich die Überschätzung von intellektuellem Wissen. Dies bringt uns zu der Frage, was zu lernen sich eigentlich lohnt? Wir haben im Leben eine bestimmte Zeit zur Verfügung. Womit füllen wir sie? Hat die Zeit eventuell eine Bedeutung für uns? Warum leben Menschen eigentlich unterschiedlich lange? Der eine hat die Gene, der andere eben jene, mag jetzt die allgemeine Antwort lauten. Aber warum? Ist das nicht ungerecht, wenn es denn so wäre? Ja aber gemach – hat denn irgendeiner behauptet, dass es auf der Welt gerecht zugehe? Hat die uns zugemessene Zeit vielleicht mit den Inhalten zu tun, die wir in dieser Zeitspanne zu erledigen haben? Wenn dem so wäre, und ich fände diesen Gedanken sehr sympathisch, dann hätte keiner Grund sich über die ihm zur Verfügung stehende Zeit zu beklagen, denn es wäre leicht einsehbar, dass für unterschiedliche Aufgaben, unterschiedliche Zeitspannen zu Verfügung stehen. Allerdings ist dann die gewichtige Problemstellung gegeben, dass jeder Mensch diese Zusammenhänge erkennen und für sich eine adäquate Lösung finden muss. „Tat Twam Asi (Teil 3)“ weiterlesen

Tat Twam Asi – Das bist du Teil 2

rpt
rpt

Aber es gibt einen Bereich der Schönheit, den wir bisher nicht angesprochen haben und der nie zu Ermüdung, Übersättigung und Langeweile führt, es ist die Schönheit des Denkens. Wenn wir darin Gefallen finden, gibt es keinerlei Nachteile, sondern nur Gewinn. Rekapitulieren wir kurz. Wir hatten gesagt, dass unser Bedürfnis nach Besitz auch zu unserer Identität beiträgt. Nun ist nicht zu verschweigen, dass das agieren auf dieser materiellen Ebene immer auch Folgen hat, die nicht so positiv zu betrachten sind. Erwerb, und sei es aus noch so verständlichen Gründen heraus, ist immer auch Konsum und damit Verbrauch von Ressourcen. Niemandem fällt offensichtlich auf, wenn wir in den Zeitungen von einem Wirtschaftswachstum von soundsoviel Prozent lesen, dass damit auch eine gewisse Ausbeutung unseres Planeten einhergeht. Es geht um Regenwälder, die in Jahrhunderten entstanden sind. „Tat Twam Asi – Das bist du Teil 2“ weiterlesen