Hatha Yoga

IMG 20261107Wenn die Leute sagen, sie „machen Yoga“, dann meinen sie Körperübungen (Asanas) aus dem Hatha-Yoga.

Vielleicht ist es einmal ganz interessant, ein wenig in die Tiefe zu gehen.

Das Hathayoga entstand vermutlich im 12. Jahrhundert oder eher und ist eng mit dem Namen des Yogi Goraksanath verbunden. Er gilt als Verfasser eines Textes über Hathayoga. Das Wort hatha wird in dem Kommentar Goraksa-Paddhati als Gewalt, gewaltsame Anstrengung übersetzt. Im Mittelpunkt des Hathayoga steht der Körper. Er wird als das Werkzeug angesehen, mittels dessen der Yogi zu Erkenntnis und Befreiung gelangen kann. Darüber hinaus gilt er, als quasi geheiligter Ort, ein Mikrokosmos der den gesamten Kosmos widerspiegelt. Zum Beispiel wird die Wirbelsäule als Berg Meru, die Weltachse gesehen. An diesem Beispiel zeigt sich, dass der Hathayoga eine stark mystische Komponente hat, die für den heutigen westlichen Menschen eigentlich nur von akademischem Interesse ist, weil sie sehr tief mit uralter indischer Mythologie verwoben ist und von uns, meiner Ansicht nach, nicht nachvollzogen werden kann.

Da dem Körper diese herausragende Bedeutung zugeschrieben wird, ist klar, dass er möglichst lange jugendlich und gesund erhalten werden muss. Ein kränklicher, schwacher Körper ist nicht geeignet als Instrument zum Erlangen der Erkenntnis. Tatsächlich erreichen Hathayogis oft ein sehr hohes Alter bei ausgezeichneter körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit. Paramahansa Madhavadasaji, der Guru des Gründers des Yogainstituts in Bombay, an dem ich meine Ausbildung zum Yogalehrer machte, wurde 120 Jahre alt.

In der Folge wurde von den Hathayogis ein elaboriertes System von Übungen entwickelt, um den Körper unter absolute Kontrolle zu bringen und ihn zu einem „Tempel des Geistes” zu machen.

Diese Übungen teilen sich auf in:

-Asanas,

– Pranayamas

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