Respekt und feministische Außenpolitik

IMG_20191124_182704Es wird viel über den Krieg in der Ukraine geschrieben, mich interessieren vor allem die psychologischen Faktoren, die dabei mitspielen.

Wenn man sich selbst nicht respektiert, respektiert einen auch die Umwelt nicht. Das gilt für Individuen genauso wie für Länder.

Ich attestiere dem deutschen Volk ein gebrochenes Verhältnis zu seiner Vergangenheit. Wir haben viel Böses über die Welt gebracht. Ursache war eine verfehlte Außenpolitik der Siegermächte des I. Weltkriegs, die ein am Boden liegendes Land ausbluten ließen, sodass es als einzigen Ausweg die Nazis sah. Natürlich hing das auch mit der tiefverwurzelten Untertanenmentalität zusammen, die sich gerne einem Führer oder einer Idee unterordnet. Daran hat sich bis heute nichts verändert.

Seit den 1968er Jahren wird ein Schuldkult in Deutschland gepflegt und aufgebaut, der das Volk in eine permanente Bringschuld befördert. In keinem Land der Welt wird so sehr über die eigene Vergangenheit reflektiert wie bei uns. Japan zum Beispiel hat sich bis heute nicht zu seinen Kriegsverbrechen vor und während des II. Weltkriegs bekannt.

Bei uns ist das anders. Wir wollen aus der Schuld heraus ganz, ganz gut sein. Wir retten das Weltklima, wir nehmen alle auf und wir lassen uns in Konflikte hinein ziehen, die uns im Grunde nichts angehen. Das hängt auch mit der berühmten deutschen Gründlichkeit zusammen. Wenn wir was machen, dann sind wir perfekt. Wer außer uns hat es schon geschafft, sechs Millionen Menschen industriell zu töten?

Im Moment retten wir die Ukraine. Mit der hatten wir in der Vergangenheit soviel zu tun wie mit der Äußeren Mongolei oder Usbekistan.

Das hat sich gründlich geändert. Wir stehen an vorderster Front im Kampf gegen Russland. Wir sind die Anführer der Guten. Das fühlt sich gut an. Wir, oder sollte ich lieber sagen, unsere Politikerkaste und die mit ihr verbandelten Leitmedien, nehmen dabei immense Nachteile in Kauf. Wir werden das auf dem Energiesektor zu spüren bekommen. Da das ein zentraler Faktor ist, wird sich das auf allen Ebenen der Wirtschaft auswirken.

Befördert wir das durch einige begnadete Showmen. Da wären zu nennen die Gebrüder Klitschko, die Deutschland und die Ukraine als Bruderländer titulieren. Mit den meisten europäischen Ländern haben wir in vielfacher Hinsicht mehr gemeinsam als mit der Ukraine. Der ukrainische Botschafter fragt nicht höflich, ob wir helfen und wie, nein er fordert in einer Weise, die an Unverschämtheit grenzt. Nicht zuletzt ist es der ukrainische Staatschef Selenskyi selbst, der in olivgrünem T-Shirt auftritt, als wenn er gerade von der Front käme. Schließlich ist er Schauspieler.

Der Gipfel der Unverschämtheit ist die Ausladung des Bundespräsidenten. Er gilt als unerwünschte Person in der Ukraine.

So behandelt man die, vor denen man keinen Respekt hat. Das liegt daran, dass wir vor uns selbst keinen Respekt haben. Wir nehmen ganze Völkerschaften bei uns auf. Wir alimentieren sie. Wenn ein türkischer Arbeitnehmer in die deutsche Krankenversicherung einzahlt, ist die gesamte Familie, auch die in der Türkei lebende, mitversichert. Trotzdem hat ein Vorstandsmitglied des türkischen Elternbundes die Deutschen als Köterrasse bezeichnet und die Staatsanwaltschaft stellt das Verfahren ein.

Wie kann man solche Leute achten, die sich das gefallen lassen?

Ähnlich verhält es sich jetzt mit dem Bundespräsidenten. Im Klartext heißt das: „Dich wollen wir nicht, es genügt, wenn ihr zahlt!“

Gleichzeitig tönt unsere Außenministerin, dass wir schwere Waffen liefern sollen. Jeder weiß, dass Kriege länger dauern und mehr Opfer kosten, je mehr Waffen geliefert werden.

Die Ukraine kann diesen Krieg nicht gewinnen. Putin wird nicht nachgeben. Warum sollte er? Er ist sowieso für alle Zeiten geächtet. Die Ukraine hat das Pech, im Einflussbereich des ehemaligen Sowjetimperiums zu sein und wird damit leben müssen. Je eher sie am Verhandlungstisch dem Rechnung trägt und ähnlich wie Finnland und Österreich einer Neutralität zustimmt, desto eher hört das Töten auf.

Ist das die „feministische Außenpolitik“, die die Völkerrechtlerin im Außenamt lautstark annoncierte?

Sie macht Deutschland damit zur Partei und begibt sich dadurch jeglicher Chance zur Vermittlung , wie es eigentlich die Aufgabe von Diplomatie wäre.

Da würde ich eine maskuline Außenpolitik bei weitem vorziehen.

Ich nehme eher an, dass sie sich auch mal wieder zu Wort melden wollte, nachdem ihr Konkurrent Habeck ständig im Mittelpunkt steht.

Merke Frau Baerbock: Außenpolitik wird mit dem Kopf gemacht, nicht mit dem Bauch!

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