Wanderungen

 

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Nicht erst seit der Bundestagswahl zeichnet sich eine tiefe Spaltung in der deutschen Gesellschaft ab. Wir haben jetzt wieder eine rechtskonservative Partei im Parlament und dies wäre eigentlich ein vollkommen normaler Vorgang. Wenn, ja wenn wir nicht in Deutschland mit seiner Nazivergangenheit leben würden. Die AfD wird als Nazipartei tituliert, was sie nicht ist. Nationalsozialismus und Faschismus waren etwas ganz anderes. Ich habe darüber in dem Artikel „Wider die Verwahrlosung der Begriffe“ vom 13. März 2017 schon geschrieben.

Wirklich bedenklich ist aber, dass Millionen Wähler als Nazis, Dumpfbacken und Schlimmeres bezeichnet werden.

Ich habe heute in der Frankfurter Allgemeinen einen neuen Begriff kennengelernt: „soziale und kulturelle Modernisierung“. Es wird nicht genau definiert, was damit gemeint ist, nur so viel wird deutlich, dass alle, die gegen die vermehrte Einwanderung von Menschen aus fremden Kulturen und die damit verbundenen Veränderungen sind, als rechts und rückständig angesehen werden. Die ehemalige Galionsfigur der Linken, Oskar Lafontaine sagte neulich, dass die meisten Migranten, die aufgrund schlechter Ausbildung und schlechter Sprachkenntnisse nicht in den Arbeitsmarkt integriert werden können, dort landen, wo auch die sogenannten prekären deutschen Bevölkerungsanteile wohnen. Man bürdet also denen, die es sowieso nicht leicht haben auch noch auf, die Nachbarschaft von Menschen mit völlig anderer Lebensart zu ertragen. Wenn sie sich dann dagegen aussprechen, sind sie Nazis. Mein Sozialarbeiterherz ist jedes mal auf Seiten der Betroffenen, wenn in einer der Nachrichtensendungen der smarte Reporter sein Mikro einer einfachen Frau unter die Nase hält und die unbeholfen erzählt, dass die Nachbarn ihren Dreck aus dem Fenster werfen und dass es vorher schöner hier war. Mehr oder weniger deutlich kriegt sie dann gesagt, dass sie offensichtlich mit rechtsradikalen Meinungen sympatisiert. Nach getaner Arbeit kehrt der smarte Journalist zufrieden in sein Loft in der schicken Gegend der Stadt zurück.

Dabei hat es nie Probleme bei der Integration Anderer in Deutschland gegeben. Was ist nicht alles durch das, was wir heute als Deutschland bezeichnen, gezogen, hat sich vermischt, verheiratet und Nachkommen gezeugt. Römische Soldaten blieben, nahmen sich eine blonde Germanin. Ost- und Westgoten zogen durch und hinterließen ihre Spuren. Deutschland liegt in Zentraleuropa. Wer immer auch nach Süden zog, musste da durch. Nehmen wir meine Familie. Meine Vorfahren mütterlicherseits kamen nach dem Dreißigjährigen Krieg aus Böhmen. Die Vorfahren meiner Frau wurden nach dem 2.Weltkrieg aus Böhmen vertrieben. Eine von vielen Familien mit Migrationshintergrund. Hunderttausenden ging es so. Zur Zeit der Industrialisierung kamen Menschen aus Polen vor allem ins Ruhrgebiet, um Arbeit zu finden. Schimanski und Lewandowski lassen grüßen. Aufgrund der Verfolgung des protestantischen Glaubens kamen im 17. Jahrhundert hunderttausende Hugenotten nach Deutschland. Ab den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts kamen Millionen Gastarbeiter aus ganz Europa. Sicher, es gab auch da Gegenstimmen, aber dieser Riss, der heute durch die deutsche Gesellschaft geht, der ist neu.

Was ist passiert? Es kommt immer auf die Menge an. Wenn man einmal in der Woche einen Hamburger isst, ist das nicht ungesund. Anders ist es, wenn man das jeden Tag macht. Diese ganzen Wanderungsbewegungen der Vergangenheit hatten etwas Natürliches. Die Leute kamen um zu arbeiten. Sie passten sich an. Begriffe wie Leitkultur gab es nicht. Man war in Deutschland, also war es klar, dass man sich nach den hiesigen Sitten und Gebräuchen verhielt. Das bedeutete aber nie, dass man sein heimisches Verhalten ganz ablegte, es störte jedoch nicht.

Was aber seit dem Herbst 2015 passiert, ist anders. Plötzlich hatten wir eine Million Ausländer hier. Keiner wusste das so genau. Niemand wusste, wer alles da war. Wir merken seitdem, dass unsere Liberalität, die in Jahrhunderten erkämpft wurde, ins Wanken kommt. Plötzlich stehen in allen Fußgängerzonen Betonklötze, manchmal bemalt mit Blümchen und Schmetterlingen. Selbst ich als Mann würde es mir überlegen, ob ich morgens um halb drei durch die Bahnhofsunterführung gehen sollte. Fünfzig Jahre habe ich an so was keinen Gedanken verschwendet.

Heute wird den Deutschen eine sogenannte Willkommenskultur übergestülpt. Wer da nicht einverstanden ist, was sein gutes Recht ist, gilt als rechtsradikal. Mir fällt da immer der alte Spruch ein: „Und willst du nicht mein Bruder sein, dann schlag ich dir den Schädel ein.“

Seitdem haben wir die sogenannte Flüchtlingskrise. Ausgelöst durch politischen Unverstand, Entscheidungsfaulheit und Ignoranz. Wer darüber mehr wissen will, dem empfehle ich das Buch „Die Getriebenen“ von Robin Alexander. Dazu kann man sich eine Lesprobe als PDF – Datei unter der folgenden Adresse herunterladen

https://service.randomhouse.de/leseprobe/Die-Getriebenen/leseprobe_9783827500939.pdf

Es ist schon schlimm, wenn man gezwungen wird, Dinge zu tun, die man ablehnt. Eine neue Dimension der Unterdrückung verbreitet sich im Moment rasant, nämlich dass man gezwungen werden soll, in eine Richtung zu denken und wenn man das nicht tut, wird man sanktioniert. George Orwell lässt grüßen.

Die Leute, die früher zu uns kamen, aus der Türkei zum Beispiel, hatten einen Arbeitsvertrag und mussten dann schauen, wie sie unterkamen. Heute baut man für sogenannte Flüchtlinge neue Häuser oder mietet Wohnungen an, während für gering Verdienende der preiswerte Wohnraum immer knapper wird. Nach wie vor wird nicht unterschieden zwischen Einwanderern und Flüchtlingen. Und, und, und…

Ich bin in Sorge um unsere Demokratie. Wenn abweichende Meinungen nicht mehr gehört werden, kann es extreme Folgen haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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