Jesus sagte seinen Jüngern: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“ Sie waren Menschen, die auch nicht anders waren als viele von uns. Sie zweifelten, sie wollten einen spirituellen Weg gehen und blieben doch immer wieder in der dinglichen Welt gefangen.
In der Nacht auf dem Ölberg, als die Soldaten kamen, zog Petrus sein Schwert, was sowieso zu denken gibt und hieb einem von ihnen ein Ohr ab, um seinen Meister zu verteidigen. Jesus sagte zu ihm: „Noch ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“ Genau so geschah es. Er hatte schiere Todesangst, als ihn einer der Besatzer erkannte, während er vor dem Gefängnis wartete, um zu sehen, was mit Jesus geschehen würde.
Ein schwacher und doch auch starker Mensch, der nie aufgab. Ich bezweifle, dass Jesus zu ihm sagte: „Du bist mein Fels, auf dem ich meine Kirche errichten werde.“ Das haben sich wohl die römischen Bischöfe und späteren Päpste ausgedacht und diesen „Fels“ zum Grundstein ihrer unbeschränkten Macht hergenommen.
Palästina war von den Römern besetzt, und die hatten bei der Behandlung des Volkes keine Samthandschuhe an. Zudem gab es eine Priesterkaste, die in Regeln und Geboten verhaftet war und mit den Besatzern zusammenarbeitete. „Mein Reich…“ weiterlesen


Die erste Nacht im Yogainstitut Mumbai im Juni 1978 oder „Von einem, der auszog, Yogalehrer zu werden“.
Einige Meldungen aus den Medien lassen mich einmal mehr nicht ruhen, mich mit einem der Yamas, den ethischen Grundsätzen des Yogas, nämlich Satya, das ist Wahrhaftigkeit, zu beschäftigen.
Das Leben ist gewalttätig, in einem nicht moralisch zu sehendem Sinn. Wer nicht um sein Überleben kämpft, das heißt, seine Interessen wahrt, geht unter. Das betrifft die Maus, die sich vor dem hungrigen Bussard schützt, genauso wie dich in deiner Arbeitswelt. Auch hier musst du deine Position behaupten. Das sieht auf dem ersten Blick nicht immer gewalttätig aus. Grundsätzlich ist es aber ein Gegeneinander. Das „Ich” gegen die Anderen. Dies birgt im Kern immer Gewalt. Indem der Yogi aus diesem Spiel aussteigt, setzt er der Welt der Phänomene bewusst einen Kontrapunkt entgegen. Diesen Gedanken des sich bewusst aus dem Leben, so wie es ist, Herausziehens, finden wir auch in allen anderen Yogatechniken. Das ist zwangsläufig so, will sich der Yogi doch auf die Suche einer Realität hinter der sinnlich wahrnehmbaren Welt begeben. Dies ist mit ”normalen“ Mitteln nicht möglich. Da das Überleben also immer Gewalt mit sich bringt, ist es das oberste Ziel des Yogi, nicht mehr geboren zu werden. Kurz gesprochen dient die Praxis von Ahimsa der Unterdrückung der grausamen und gewalttätigen Tendenzen in uns Menschen; denn nur ein aggressionsfreies Denken ist zur Meditation fähig.
Weihnachten ist vorbei. Die Geschenke sind ausgepackt und teilweise schon wieder vergessen, wie das bei Geburtstagen eben so ist. Denn eigentlich handelt es sich bei Weihnachten um einen Geburtstag. Dieses Fest wird in anderen Weltgegenden oft viel fröhlicher als bei uns begangen.