{"id":996,"date":"2018-03-21T20:02:29","date_gmt":"2018-03-21T19:02:29","guid":{"rendered":"http:\/\/gpflug.de\/website\/?p=996"},"modified":"2018-05-25T14:04:53","modified_gmt":"2018-05-25T12:04:53","slug":"zen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2018\/03\/21\/zen\/","title":{"rendered":"Zen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_998\" aria-describedby=\"caption-attachment-998\" style=\"width: 225px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-998\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG_20180321_193631-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG_20180321_193631-225x300.jpg 225w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG_20180321_193631-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-998\" class=\"wp-caption-text\">mde<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wer meine Seite ab und zu besucht, wird gemerkt haben, dass ich in den \u201eStreiflichtern\u201c hin und wieder Geschichten aus der Zen Tradition ver\u00f6ffentliche. Sie erscheinen manchmal recht seltsam und unverst\u00e4ndlich. Ich m\u00f6chte mich deshalb heute damit besch\u00e4ftigen, was Zen eigentlich ist.<!--more--><\/p>\n<p>Beginnen wir folgenderma\u00dfen: Der Idealzustand f\u00fcr uns w\u00e4re, wenn zu jedem Moment K\u00f6rper, Geist und Gef\u00fchl zusammen w\u00e4ren. Dies ist aber sehr selten der Fall. Die Gedanken fliegen in der Welt herum, w\u00e4hrend wir spazieren gehen und wenn wir freundlich l\u00e4chelnd Anderen begegnen, tobt in uns ein Gef\u00fchlssturm, der mit dem \u00c4u\u00dferen gar nichts zu tun hat. So leben wir dahin, ohne selten das einzige zu (er)leben, was wir wirklich haben, n\u00e4mlich den gegenw\u00e4rtigen Moment.<\/p>\n<p>Wir alle, die wir uns mit Meditation befassen, wissen, dass die Gedanken wie wilde Pferde im Denken herum galoppieren. Durch Konzentration auf den Atem oder andere Objekte versuchen wir, das zu stoppen.<\/p>\n<p>Wie so vieles, liegen die Urspr\u00fcnge des Zen in Indien. Es hei\u00dft, das der M\u00f6nch Bhodidharma die Lehre nach China brachte, wo sie Chan hie\u00df. W\u00e4hrend nun Yoga ein logisch aufeinander abgestimmtes System ist, welches Ethik, K\u00f6rperschulung und &#8211; pflege sowie diverse Energie &#8211; und Meditationstechniken umfasst, gibt es im Zen eigentlich nur ein paar Techniken, deren wichtigste das Zazen ist.<\/p>\n<p>Dazu sitzt man in einer beliebigen Meditationshaltung ca. zwei Meter vor einer wei\u00dfen Wand. Die Augen sind dabei halb ge\u00f6ffnet, um ein D\u00f6sen zu vermeiden und man versucht gewahr zu werden. Das ist jetzt schon eine typische Zenredewendung. Was denn gewahr werden? Alles! Gewahr werden des K\u00f6rpers, des Atems, des Schmerzes, der Gef\u00fchle, der Wand, der Umgebung usw.<\/p>\n<p>Es geht um ein unmittelbares Gewahrwerden des Moments und damit des ganzen Seins. Alles geschieht ohne Absicht. Wer sagt: \u201eIch muss mich jetzt konzentrieren\u201c, liegt schon falsch. Es soll auch nichts erreicht werden. Ein Zen-Meister sagte einst zu einem Suchenden: \u201eEs gibt nichts, was ich dir anbieten k\u00f6nnte.\u201c<\/p>\n<p>Ein Mensch kam einst in ein Zen-Kloster, um den Meister zu sprechen. Auf seine Frage, wo der sich befinde, antwortete man ihm: \u201eDu musst ihn getroffen haben, als du \u00fcber den Hof gingst.\u201c \u201eDa war nur ein alter Mann mit einem Besen!\u201c \u201eDas war der Meister.\u201c<\/p>\n<p>Sehr deutlich wird auch in dem untenstehenden Beispiel, worum es geht. Wer wirklich \u201enur\u201c isst und sich anzieht, hat das Ziel erreicht. Wer alle drei Momente: K\u00f6rper, Denken, F\u00fchlen bei dem hat, was er gerade tut, der ist in der Totalit\u00e4t des Seins. Mehr ist nicht!<\/p>\n<p>Zen-Meister Bokaju wurde einst von einem M\u00f6nch gefragt: \u201eWir m\u00fcssen uns jeden Tag anziehen und essen, wie k\u00f6nnen wir von all dem loskommen?\u201c Bokaju antwortete: \u201eWir ziehen uns an, wir essen.\u201c Der M\u00f6nch sagte: \u201eDas verstehe ich nicht.\u201c Da meinte Bokaju: \u201eWenn Du es nicht verstehst, zieh Deine Kleider an und iss Deine Mahlzeiten.\u201c<\/p>\n<p>Wie auch im Yoga gilt es, das innere Gefasel auszuschalten. Dazu wird unter anderem die Technik des Koan ben\u00fctzt. Koans sind Aussagen und Fragen, die nicht durch Nachdenken gel\u00f6st werden k\u00f6nnen. Ein sehr bekanntes Koan ist: \u201eWie klingt das Klatschen einer Hand?\u201c<\/p>\n<p>Da gibt es nichts zum Nachdenken. Durch Denken gibt es keine L\u00f6sung. Es ist schlicht und einfach lahm gelegt. Das Koan zwingt zum gewahr sein.<\/p>\n<p>Ein Sch\u00fcler besucht nach Jahren des \u00dcbens seinen Meister. Er freut sich, ihm \u00fcber seine Fortschritte berichten zu k\u00f6nnen. Als sie beim Tee zusammen sitzen und der Sch\u00fcler gerade stolz anfangen will, zu berichten, fragt ihn der Meister: \u201eHast du deine Schuhe mit den Spitzen zur Wand oder umgekehrt abgestellt?\u201c Verlegen schweigt der Sch\u00fcler und verl\u00e4sst den Raum, um weitere Jahre zu \u00fcben.<\/p>\n<p>Da sein! Auch im Yoga geht es um nichts anderes. Was sollte auch noch mehr sein? Vollkommenes Gewahrsein erschlie\u00dft die wahre Natur der Dinge und er\u00f6ffnet die Wahrnehmung des wahren Menschen (Purusha).<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer meine Seite ab und zu besucht, wird gemerkt haben, dass ich in den \u201eStreiflichtern\u201c hin und wieder Geschichten aus der Zen Tradition ver\u00f6ffentliche. Sie erscheinen manchmal recht seltsam und unverst\u00e4ndlich. 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