{"id":986,"date":"2018-03-09T13:33:32","date_gmt":"2018-03-09T12:33:32","guid":{"rendered":"http:\/\/gpflug.de\/website\/?p=986"},"modified":"2018-05-25T14:05:03","modified_gmt":"2018-05-25T12:05:03","slug":"deutsches-dharma","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2018\/03\/09\/deutsches-dharma\/","title":{"rendered":"Deutsches Dharma"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_988\" aria-describedby=\"caption-attachment-988\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-988\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG_20180308_104214-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG_20180308_104214-300x225.jpg 300w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG_20180308_104214-768x576.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG_20180308_104214-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-988\" class=\"wp-caption-text\">ozedf<\/figcaption><\/figure>\n<p>K\u00fcrzlich hielt ich mich auf der Blumeninsel Madeira auf. Die Tage waren ausgef\u00fcllt mit Wanderungen durch \u00fcppiges Gr\u00fcn und wohl immer bl\u00fchenden Pflanzen entlang der Levadas, das sind horizontal an den Bergflanken entlanglaufende Bew\u00e4sserungskan\u00e4le.<!--more--> Wir hatten ein kleines Auto gemietet und konnten uns somit auf den, dank den EU- Subventionen, sehr gut ausgebauten Autobahnen und Stra\u00dfen unabh\u00e4ngig bewegen. Das geschah ziemlich stressfrei. Ob jemand mit vierzig dahinfuhr oder mal anhielt, um jemanden aussteigen zu lassen und dabei einen kleinen<\/p>\n<p>Schwatz zu halten, alles wurde geduldig ohne Geschimpfe akzeptiert.<\/p>\n<p>Wie ganz anders l\u00e4uft das, wie wir alle wissen, in Deutschland ab. Ich brauche hier wohl nicht in Details zu gehen. Zwangsl\u00e4ufig kamen mir da Gedanken, was uns Deutsche so anders macht oder vielmehr warum.<\/p>\n<p>In den \u00f6stlichen Kulturen gibt es den Begriff Dharma. Man k\u00f6nnte das als den Weg \u00fcbersetzen, der f\u00fcr ein Individuum entsprechend seiner Pers\u00f6nlichkeit vorgegeben ist. Diesen Weg braucht man nicht zu suchen, er erschlie\u00dft sich einem, wenn man ihn wahrnimmt. Ich m\u00f6chte das an einem ganz einfachen Beispiel erkl\u00e4ren. Man wacht morgens auf.<\/p>\n<p>Was passiert wohl als erstes? Man geht aufs Klo. Dann steht man vor dem Spiegel im Bad, sieht sich an und hat dann das Bed\u00fcrfnis nach etwas Wasser. Anschlie\u00dfend meldet sich der Magen und man gibt ihm einiges zu tun. So geht das ganz zwangsl\u00e4ufig weiter. Wer seinem Dharma folgt, ist ein zufriedener Mensch. Hier kommen auch die F\u00e4higkeiten und Eigenschaften, die man hat, ins Spiel. Wenn sich jemand gut sprachlich ausdr\u00fccken kann und auch sonst eine gute Sozialkompetenz hat, daf\u00fcr aber in Mathematik gerade immer so \u00fcber die Runden kam und davon tr\u00e4umt, Physiker zu werden, wird er wohl nicht gl\u00fccklich werden, das hei\u00dft, er folgt seinem Dharma nicht. Das Dharma von Eltern ist es, ihre Kinder zu f\u00f6rdern, sie zu lieben und zu besch\u00fctzen. Wenn ein Vater mit seinem Kleinen spazieren geht und ein bissiger Hund das Kind bedroht, muss der Vater sch\u00fctzend eingreifen, auch wenn er den Hund t\u00f6ten muss. Wenn er zum Beispiel dann meint, dass der arme Hund auch Rechte hat, verletzt er sein Dharma als Vater. Es gibt also Priorit\u00e4ten.<\/p>\n<p>Die Inder sagen, erst kommt das Dharma sich selbst gegen\u00fcber, dann das der Familie, der Gruppe, des Landes, der Welt und des Universums.<\/p>\n<p>Auch L\u00e4nder haben ihr Dharma. Was ist das Dharma der Deutschen? An dieser Stelle ist es leicht, in Verallgemeinerungen zu verfallen. Was aber wohl unstrittig ist, ist die Gr\u00fcndlichkeit, mit der wir an die Dinge herangehen. Alles ist sauber und ordentlich, bis ins Kleinste geregelt. Wenn wir uns zu etwas entschlossen haben, dann ziehen wir das auch durch. Dasselbe gilt, wenn wir etwas als richtig erkannt haben. Wir sind wohl das einzige Volk der Welt, das nachts an einer roten Ampel stehen bleibt, obwohl weit und breit kein Auto in Sicht ist. Wir r\u00fchmen uns unserer Ehrlichkeit und dass wir gerade heraus sind. Der Soziologe Norbert Elias beschreibt in seinem Werk \u00fcber den Prozess der Zivilisation diesbez\u00fcglich den Unterschied zwischen uns und den Franzosen. Hier erscheinen wir als eher polternd und nicht sehr gewandt im Benehmen. W\u00e4hrend der Franzose zumeist h\u00f6fisch (davon kommt h\u00f6flich) parlierend agiert, schallt es bei uns eher grob aus dem dunklen Tann des ber\u00fchmten deutschen Waldes. Kein Volk hat eine Musik wie die Wagners hervor gebracht mit quasireligi\u00f6sen Begriffen wie Gral und G\u00f6tterd\u00e4mmerung.<\/p>\n<p>Emanuel Geibels: \u201eAm deutschen Wesen soll die Welt genesen&#8230;\u201c &#8211; oft missverstanden, ist meines Erachtens nicht ganz von der Hand zu weisen. Es hat im Verbund mit unseren anderen Eigenschaften teilweise schreckliche Folgen gezeitigt. Hitler wollte Europa von den Juden befreien. Dazu wurde mit der sprichw\u00f6rtlichen deutschen Gr\u00fcndlichkeit eine regelrechte Vernichtungsindustrie aufgebaut, die in ihrer Unmenschlichkeit einmalig war. Ein nicht geringer Prozentsatz folgte ihm blindlings. Es sollte durch die perverse Rassenlehre nichts weniger als ein neuer Mensch entstehen, der nordische Mensch, der allen anderen \u00fcberlegen ist.<\/p>\n<p>Gegenw\u00e4rtig ist wieder ein Gesellschaftsexperiment gro\u00dfen Stils im Gange. Das \u201eDeutsche\u201c in Deutschland soll in einem Verbund von linken Parteien mit den Hauptmedien sagen wir mal, aufgelockert werden. Dazu werden unter Bruch s\u00e4mtlicher Gesetze wahllos Menschen aus aller Herren L\u00e4nder ins Land gelassen. Die Vehemenz, mit der das durchgesetzt werden soll, ist ersch\u00fctternd. Wer anders denkt, wird auf erschreckende Weise diffamiert. Wie gesagt, wenn, dann gr\u00fcndlich, was immer es auch sei.<\/p>\n<p>Frankreich hat ca. 60 Kernkraftwerke. Bei uns werden sie aufgrund einer einsamen Entscheidung der Kanzlerin abgeschaltet. Da wir \u00fcberwiegend westlichen Winden ausgesetzt sind, gen\u00fcgt ein gr\u00f6\u00dferer Unfall und wir haben die Folgen mitzutragen. Wind stoppt nicht an Grenzen. Mein Kaminofen, der ca. 35 Jahre in Betrieb war, musste aufgrund sch\u00e4rferer Abgasregelungen ausgetauscht werden. Er brennt jetzt wahrscheinlich in Tschechien weitere 100 Jahre friedlich vor sich hin. Auch der Ostwind stoppt nicht an der deutschen Grenze.<\/p>\n<p>Es ist etwas schrecklich Konsequentes in unserem Volkscharakter oder Dharma. Das kann sehr tiefsch\u00fcrfend sein oder es kann grauenhafte Auswirkungen haben.<\/p>\n<p>Als ich das erste Mal im Yogainstitut war, bekam ich als Karmayoga- Aufgabe den Auftrag, die v\u00f6llig unsortierten Schl\u00fcssel f\u00fcr die durchwegs verschiedenen Schl\u00f6sser des Instituts zu sortieren und zu kennzeichnen. Es gelang mir. Worauf Dr. Jayadeva sagte: \u201eOnly a German could do that.\u201c<\/p>\n<p>Vielleicht sollten wir, als Vielwegfahrer bei unseren Ausfl\u00fcgen in L\u00e4nder mit gelassenerer Lebenseinstellung ab und zu daran denken, wof\u00fcr wir als Deutsche auf der Welt sind. Geben wir Impulse in die richtige Richtung? Teilweise sicher! Aber wir sollten dies auf \u201es\u00fcdlichere\u201c Art tun.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00fcrzlich hielt ich mich auf der Blumeninsel Madeira auf. Die Tage waren ausgef\u00fcllt mit Wanderungen durch \u00fcppiges Gr\u00fcn und wohl immer bl\u00fchenden Pflanzen entlang der Levadas, das sind horizontal an den Bergflanken entlanglaufende Bew\u00e4sserungskan\u00e4le.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"slim_seo":{"title":"Deutsches Dharma - Yoga Life Gerhard Pflug","description":"ozedf K\u00fcrzlich hielt ich mich auf der Blumeninsel Madeira auf. 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