{"id":963,"date":"2018-02-28T18:05:20","date_gmt":"2018-02-28T17:05:20","guid":{"rendered":"http:\/\/gpflug.de\/website\/?p=963"},"modified":"2018-05-25T14:05:21","modified_gmt":"2018-05-25T12:05:21","slug":"der-populist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2018\/02\/28\/der-populist\/","title":{"rendered":"Der Populist"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_965\" aria-describedby=\"caption-attachment-965\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-965\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/PICT1331-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/PICT1331-300x225.jpg 300w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/PICT1331-768x576.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/PICT1331-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-965\" class=\"wp-caption-text\">Digital StillCamera<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wenn ich mich nach der Mainstreampresse und den staatstreuen Medien definiere, dann bin ich ein rechtsradikaler, neonazistischer Rechtspopulist.<!--more--><\/p>\n<p>Ich befinde mich dabei in guter Gesellschaft. Ca. f\u00fcnfzig Prozent der Deutschen sind bez\u00fcglich der herrschenden Politik in Bezug auf Themen wie Eurorettung, EU &#8211; Erweiterung und nicht zuletzt der Einwanderungspolitik meiner Meinung.<\/p>\n<p>Wer meint, dass zum Beispiel Griechenland nichts im Euro zu suchen hat, ja, dass das ganze Europrojekt ein nicht durchdachter Wahnsinn ist, wer dann noch sagt, dass die Ukraine, Georgien, Mazedonien und Montenegro nicht in die EU geh\u00f6ren und glaubt, dass wir uns mit den Einwanderern auf Jahre und vielleicht Jahrzehnte immense Kosten und Probleme ins Land holen, der ist ganz schnell in unserer Gesellschaft.<\/p>\n<p>Charles de Gaulle sprach von einem Europa der Vaterl\u00e4nder, deren Eigenarten einmalig und erhaltenswert sind und die sich aus freien St\u00fccken auf bestimmten Gebieten zusammen schlie\u00dfen, weil es gemeinsame Interessen gibt. Heute hat sich dieses Vorhaben dahin ge\u00e4ndert, dass man Staaten, die l\u00e4ngst nicht dem Standard der EU entsprechen, hereinholt und in Kauf nimmt, dass die Bed\u00fcrfnisse der eigenen B\u00fcrger nicht mehr gewahrt werden k\u00f6nnen. Man denke nur an die erh\u00f6hten Einbruchsraten und die Unsicherheit vor allem von Frauen auf den Stra\u00dfen. Heute haben wir eine Bundeskanzlerin, die die sogenannten Visagradstaaten diskriminiert, weil diese ihre un\u00fcberlegte Einwanderungspolitik nicht mittragen wollen. Ich erinnere mich an den positiven Anfang, als Polen, Tschechien, die Slowakei und Ungarn in die EU eintraten. Mittlerweile sind wir f\u00fcr diese Staaten wieder die h\u00e4sslichen Deutschen, die ihnen ihren Willen aufzwingen wollen, nachdem sie Jahrzehnte lang unter der Knute des Kommunismus gelitten haben. Ohne Ungarn und Tschechien, die ihre Grenzen f\u00fcr Deutsche \u00f6ffneten, h\u00e4tte der Prozess der deutschen Wiedervereinigung anders ausgesehen. Dankbarkeit der heutigen Regierung Merkel daf\u00fcr? Keine Spur!<\/p>\n<p>Wer diese Gedanken \u00e4u\u00dfert, dessen Demokratieverst\u00e4ndnis wird angezweifelt. Man beschimpft uns als dumpfe Stammtischbr\u00fcder, deren Bier umnebelte Hirne keines klaren Gedankens mehr f\u00e4hig sind.<\/p>\n<p>Ich war mein ganzes Leben lang ein politischer Mensch, der sich engagiert und Verantwortung f\u00fcr dieses Land versp\u00fcrt hat.<\/p>\n<p>Als Jugendlicher war ich bei der Evangelischen Industriejugend. Wir hatten damals zwei fantastische Sozialarbeiter, die die Gruppe f\u00fchrten. Sie entwickelten so was wie politisches Bewusstsein in uns Lehrlingen. Es waren die sechziger Jahre und wir hatten alle die autorit\u00e4tsgl\u00e4ubigen F\u00fcnfziger durchlitten. Da gab es keinen Widerspruch gegen Eltern und Lehrer. Wir sogen dementsprechend die neuen liberalen und auch revolution\u00e4ren Str\u00f6mungen gierig auf. Ich sehe mich noch auf dem Sofa meines Onkels und meiner Tante sitzen, im leidenschaftlichen Bem\u00fchen, sie zum Kommunismus zu bekehren. Ich war so \u00fcberzeugt damals, dass ich es nicht begreifen konnte, wie man da skeptisch sein konnte.<\/p>\n<p>Ich erinnere mich an den Tag, als Rudi Dutschke angeschossen wurde. Wir waren fassungslos und verzweifelt und suchten nach einer M\u00f6glichkeit, etwas zu tun. Schlie\u00dflich trafen wir uns im B\u00fcro der Sozialarbeiter und druckten auf der alten Abzugsmaschine Flugbl\u00e4tter, die das unpolitische Volk aufr\u00fctteln sollten. Noch in der Nacht gingen wir durch die Kneipen und Diskotheken und verteilten sie an das verst\u00e4ndnislose Publikum.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter kamen die gro\u00dfen Demos gegen den Vietnamkrieg mit Ho- Ho- Ho -Chi- Minh vor dem Amerikahaus. Dann wurden die Notstandsgesetze verabschiedet, die dem Staat das Recht gaben, in Notzeiten die Parlamente und B\u00fcrgerrechte au\u00dfer Kraft zu setzen. Wir sahen schon wieder das dritte Reich seine schmutzigen Finger nach dem Land ausstrecken. Heute wei\u00df kein Mensch mehr, dass es so was \u00fcberhaupt gibt.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter lief ich zehn Kilometer auf der Autobahn von einem der zu Hunderten dort geparkten Bussen nach Bonn hinein, um anl\u00e4sslich des Besuchs des damaligen amerikanischen Vizepr\u00e4sidenten George Bush gegen die Nachr\u00fcstung mit Pershing Raketen zu demonstrieren.<\/p>\n<p>Der Einfluss dieser beiden Leiter der Industriejugend war so entscheidend f\u00fcr mich, dass ich ebenfalls Sozialarbeiter werden wollte. Ich wollte den Schwachen in der Gesellschaft helfen. Ich wollte politisches Bewusstsein bei Jugendlichen wecken. Beim ersten Praktikum als junger Berufsanf\u00e4nger war ich in einem Sozialamt. Ich hatte die Menschen in sogenannten Verf\u00fcgungswohnungen zu betreuen. Dort brachte man Leute unter, die aus der Bahn geworfen wurden und nicht mehr in der Lage waren, Ordnung in ihr Leben zu bringen: Ungebildete, Alkoholkranke, Leute, die es in keiner Arbeitsstelle lange aushielten. Kurz, der Bodensatz der Gesellschaft. Ich war damals in unserem Semester in einer Gruppe, die sich als ziemlich progressiv gerierte. Sozialamt war eigentlich nicht das, was uns vorschwebte. Wir wollten nicht die M\u00fcllm\u00e4nner der Nation sein, die die Verlierer versorgten, damit sie keinen \u00c4rger machten. Das war nicht revolution\u00e4r. Wir wollten Strukturen ver\u00e4ndern. Gesellschaftlich t\u00e4tig sein, nannten wir das.<\/p>\n<p>Die letzten 25 Jahre meines Berufslebens unterrichtete ich Erzieherinnen in Methoden der Sozialp\u00e4dagogik. Das, was man ganz konkret macht bei der Erziehung von Kindern und Jugendlichen. Ich hatte weiten Spielraum in der Festlegung meiner Unterrichtsinhalte und besch\u00e4ftigte meine Sch\u00fclerinnen mit Inhalten, die die Kollegen so nicht vermittelten. Und ein Thema lag mir immer besonders am Herzen, n\u00e4mlich die Information \u00fcber den Nationalsozialismus. Ich zeigte Filme \u00fcber die Jugendarbeit der Nazis. Das waren ja unglaublich geschickte P\u00e4dagogen. Sie gaben den Jugendlichen ein festes Wertesystem, an dem sie sich orientieren konnten. Dazu vermittelten sie ihnen eine Vision vom Aufbau eines erneuerten Landes nach den Notjahren als Folge des ersten Weltkriegs. Sie verstanden auch eine Menge von Erlebnisp\u00e4dagogik und wussten, dass man Kindern und Jugendlichen etwas f\u00fcr Herz, Seele und Gef\u00fchl geben muss sowie ein Wertesystem, an dem sie sich orientieren k\u00f6nnen. Genau das muss auch heutige P\u00e4dagogik leisten, eine P\u00e4dagogik, die zum Ziel hat, unabh\u00e4ngige, selbst denkende Menschen zu erziehen.<\/p>\n<p>Heute sehe ich eine seit dem Kriegsende nicht mehr dagewesene Meinungsunterdr\u00fcckung in diesem Land. Wer nicht f\u00fcr die Politik der Kanzlerin Merkel ist, die in fast allen Presseorganen und im Fernsehen vertreten wird, ist antidemokratisch. Irgendwie tut das nach so einem lebenslangen politischen Werdegang schon weh.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn ich mich nach der Mainstreampresse und den staatstreuen Medien definiere, dann bin ich ein rechtsradikaler, neonazistischer Rechtspopulist.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"slim_seo":{"title":"Der Populist - Yoga Life Gerhard Pflug","description":"Digital StillCamera Wenn ich mich nach der Mainstreampresse und den staatstreuen Medien definiere, dann bin ich ein rechtsradikaler, neonazistischer Rechtspopul"},"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-963","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kategorie-1"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/963","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=963"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/963\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":966,"href":"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/963\/revisions\/966"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=963"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=963"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=963"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}