{"id":950,"date":"2018-02-23T19:15:04","date_gmt":"2018-02-23T18:15:04","guid":{"rendered":"http:\/\/gpflug.de\/website\/?p=950"},"modified":"2018-05-25T14:05:34","modified_gmt":"2018-05-25T12:05:34","slug":"ich-bin-der-ich-bin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2018\/02\/23\/ich-bin-der-ich-bin\/","title":{"rendered":"Ich bin der ich bin"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_952\" aria-describedby=\"caption-attachment-952\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-952\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/IMG_20171118_141237-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/IMG_20171118_141237-300x225.jpg 300w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/IMG_20171118_141237-768x576.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/IMG_20171118_141237-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-952\" class=\"wp-caption-text\">oznor<\/figcaption><\/figure>\n<p>Brahman bezeichnet im Hinduismus den Urgrund des Seins. Es ist die letzte g\u00f6ttliche Wirklichkeit, das Unnennbare, das Unvorstellbare. Unser menschliches Bewusstsein kann es nicht erfassen, denn Begriffe wie ewig, unendlich sind nicht denkbar. <!--more-->Und so tun wir das, was Menschen gerne tun, wenn sie irgendetwas nicht verstehen: sie holen es auf ihre Ebene herab. In anderen Worten, sie machen sich ein Bild.<\/p>\n<p>Im ersten Buch Moses 3.14-15 erscheint Gott dem Moses in Gestalt eines brennenden Dornbusches und spricht: \u201e Ich bin, der ich bin. Also sollst du zu den Kindern Israels sagen: &#8218;Ich bin&#8216; hat mich zu euch gesandt.\u201c<\/p>\n<p>Das Sein ist namenlos. Die \u00c4hnlichkeit mit \u00f6stlichen Vorstellungen ist unverkennbar. Wir treffen die gleiche Aussage im chinesischen Tao: \u201eDer Sinn, der sich aussprechen l\u00e4sst, ist nicht der ewige Sinn. Der Name, der sich nennen l\u00e4sst, ist nicht der ewige Name.\u201c<\/p>\n<p>Wir sehen hier eine universelle Vorstellung. Wie kann es daher sein, dass eine dieser Denkrichtungen sagt: \u201eMeine ist die richtige und ihr anderen irrt euch.\u201c<\/p>\n<p>Im Prolog des Johannesevangeliums lesen wir: \u201eAm Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.\u201c Es ist der Urklang, das OM. Der Klang ist Gott und Gott ist alles, was erschaffen ist.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich folgt daraus, dass alles Geschaffene g\u00f6ttlich ist. Hier mag man fragen: \u201eWas ist mit dem B\u00f6sen?\u201c Antwort: Das Urg\u00f6ttliche ist vollkommen desinteressiert an solchen Begriffen. Es erschafft, das ist alles. Und so wie es alles, was ist, hervorbringt, so bringt es auch Emanationen von Wegweisern hervor, um den Menschen den Weg zum Ewigen zu weisen.<\/p>\n<p>Es sind Medien, durch die sich \u201eIch bin\u201c \u00e4u\u00dfert.<\/p>\n<p>Einer von ihnen, Jesus, sagt: \u201eIch bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater denn durch mich.\u201c<\/p>\n<p>Jesus als Mensch gewordener Gott. Ihn k\u00f6nnen wir uns vorstellen, genauso wie Buddha, einen anderen Botschafter des \u201eIch bin\u201c. Von ihnen bekommen wir auch die \u201eWerkzeuge\u201c, mit denen wir uns dem Unfassbaren n\u00e4hern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Jesus sagt: \u201eIch bin der Weg und die Wahrheit, niemand kommt zum Vater, denn durch mich.\u201c Ist das nicht Vermessenheit, die ja dann am Kreuz geendet hat? Hier k\u00f6nnen wir ein Kernst\u00fcck von Buddhas Lehre einflechten, das Wahren der Distanz zu allem materiell Verg\u00e4nglichem. Wenn ein Mensch dies zu einem sehr hohen Grad verwirklicht hat, und wir k\u00f6nnen davon ausgehen, dass das bei Jesus der Fall war, dann wird er gleichsam durchscheinend f\u00fcr die g\u00f6ttliche Energie und kann sich als Sohn Gottes ansehen. Sein \u201eWerkzeug\u201c, seine Botschaft, die er uns vermittelt, ist die Liebe, die ja nichts anderes ist als die Transzendenz des Ego. Im Yoga haben wir den Begriff \u201eAhimsa\u201c, das bedeutet Abwesenheit von Gewalt in Gedanken, Worten und Taten. F\u00fcr mich ist das das Gleiche.<\/p>\n<p>Martin Luther lehrte, dass es dem Menschen nicht aus eigener Kraft gelingen k\u00f6nne, sich so zu l\u00e4utern, dass er Gott erkennen kann. Nur durch die Gnade, die aus dem Glauben kommt, sei das m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Das gleicht dem, was Krishna zu Arjuna sagt, n\u00e4mlich, dass der einfachste Weg der sei, sich ganz Gott zu \u00fcberlassen und alles in seinem Namen zu tun. Das ist Bhakti-Yoga.<\/p>\n<p>Aber einfach Nachfolgen, ohne zu versuchen, die Liebe zu verwirklichen, ist nicht genug. Es geht ja darum,\u00a0 &#8222;seinen&#8220; Weg zu gehen. Nat\u00fcrlich wird das die Masse der Menschen nicht schaffen, der Rest ist Gnade.<\/p>\n<p>Hier unterscheidet sich der Osten vom Westen, weil die Vereinigung der Individualseele, des Atman mit dem Brahman erst erfolgt, wenn alles Karma abgetragen ist und das erfordert sehr, sehr viele Wiedergeburten. Das mag sehr logisch klingen, hat aber f\u00fcr mich etwas Gnadenloses an sich und kann, wenn man es genau betrachtet, etwas Resignatives an sich haben. Man stelle sich vor, alles Karma muss verarbeitet werden und es darf kein neues dazu kommen. Wenn man eine Stra\u00dfe entlang geht und es rempelt uns einer an, gen\u00fcgt der kleinste Gedanke wie: \u201ePass&#8216; doch auf!\u201c, um neues negatives Karma zu kreieren. Aber vielleicht ist dieser lange Reinigungsprozess auch n\u00f6tig, um \u201eIch bin\u201c zu erfahren. Ob wir das aus eigener Kraft schaffen, ist zweifelhaft. Die Yogasutren des Patanjali, die auf der nontheistischen Samkhyaphilosophie fu\u00dfen, erw\u00e4hnen den Begriff Ishwara, das bedeutet Gott. Hier wird, ungeachtet dessen, dass es nicht ins Philosophiegeb\u00e4ude passt, erw\u00e4hnt, dass Samadhi m\u00f6glich ist, indem man im Sinne des Bhakti- und Karma -Yoga sein ganzes Leben an Gott \u00fcbergibt.<\/p>\n<p>Wir werden sehen!<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Brahman bezeichnet im Hinduismus den Urgrund des Seins. Es ist die letzte g\u00f6ttliche Wirklichkeit, das Unnennbare, das Unvorstellbare. 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