{"id":907,"date":"2018-01-21T14:19:17","date_gmt":"2018-01-21T13:19:17","guid":{"rendered":"http:\/\/gpflug.de\/website\/?p=907"},"modified":"2018-05-25T14:06:06","modified_gmt":"2018-05-25T12:06:06","slug":"blick-ins-jenseits","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2018\/01\/21\/blick-ins-jenseits\/","title":{"rendered":"Blick ins Jenseits"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-909\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/IMG-20180121-WA0003-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/IMG-20180121-WA0003-300x225.jpg 300w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/IMG-20180121-WA0003-768x576.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/IMG-20180121-WA0003-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/IMG-20180121-WA0003.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>\u201eAmen dir sage ich heute mit mir wirst du sein in dem Paradies.\u201c So lautete der Satz, den Jesus am Kreuz zu dem reuigen Sch\u00e4cher sprach. In einem sehr interessanten Text von Siegfried Wittwer beschreibt dieser eine f\u00fcr mich v\u00f6llig neue Sicht auf diesen Satz. Bisher war klar: Der Sch\u00e4cher bereut seine S\u00fcnden, vertraut auf Jesus und zieht mit ihm nach dem Ableben ins Paradies ein.<!--more--><\/p>\n<p>Wittwer f\u00fchrt aus, dass im urspr\u00fcnglichen griechischen Text die Zeichensetzung fehlte. So sei es damals \u00fcblich gewesen. \u201eDiese Satzzeichen wurden erst 1490 n. Chr. durch den katholischen Schriftsetzer Manucius aus Genua, Italien, in den griechischen Text eingef\u00fcgt.\u201c Dadurch wurde die gesamte Aussage ver\u00e4ndert. Sie lautete nun: \u201eAmen, dir sage ich, heute wirst du sein mit mir im Paradies.\u201c In der konkordanten Bibel\u00fcbersetzung dagegen lautet der Text:(begriffskonkordant=f\u00fcr jeden Begriff der Ursprache wird in der Zielsprache m\u00f6glichst das gleiche Wort verwendet.)<\/p>\n<p>\u201eAmen, dir sage ich heute, mit mir wirst du sein im Paradies.\u201c Das ergibt Sinn, denn nach dem Tod ist man laut Bibel tot. Es hei\u00dft in Psalm 104, Vers 29: \u201e&#8230;nimmst du ihnen den Atem (Odem), so schwinden sie hin und kehren zur\u00fcck zum Staub der Erde.\u201c Das hei\u00dft, es stirbt nicht nur der K\u00f6rper, sondern alles vom Menschen ist tot. Es gibt im Christentum keine \u201eunsterbliche Seele\u201c, die erhalten bleibt. Ohne den Atem Gottes h\u00f6rt alles auf. Man spricht vom Todesschlaf, in dem keine Zeit existiert.<\/p>\n<p>Ein zentraler Punkt in der christlichen Lehre ist die Auferstehung von den Toten. Diese Auferstehung ist nur m\u00f6glich, wenn man vorher tot war. In den \u00f6stlichen Philosophien und Religionen ist dies vollkommen anders. Nehmen wir Yoga, welches auf der uralten Samkhya &#8211; Philosophie basiert. Hier gibt es zwei v\u00f6llig voneinander getrennte Entit\u00e4ten, n\u00e4mlich Geist (Purusha) und Materie (Prakrti). Ersterer ist sich selbst nicht bewusst und verbindet sich von Inkarnation zu Inkarnation mit der Materie, um sich selbst bewusst zu werden. Hier haben wir am ehesten, was gemeinhin als unsterbliche Seele bezeichnet wird. Dieser Geist verbindet sich solange immer wieder mit einem materiellen K\u00f6rper, bis kein Karma mehr vorhanden ist. Da jedes Lebewesen f\u00fcr sein Karma selbst verantwortlich ist, ist in diesem Begriffssystem auch kein Gott n\u00f6tig. Im Buddhismus ist es \u00e4hnlich. Wenn das Feuer des Karmas erloschen ist, verlischt die Existenz. Das ist das Nirwana. Es ist kein Himmel im christlichen Sinn, sondern ein Aufh\u00f6ren, mehr nicht.<\/p>\n<p>Es ist f\u00fcr Menschen nicht leicht, sich vorzustellen, dass es nach dem Tod nicht hin\u00fcber geht in eine lichte Welt, sondern ins Grab. Der Kern des christlichen Glaubens ist die Hoffnung, wie sie in Johannes 5, 29\/30 formuliert ist: \u201e&#8230;Die Stunde kommt, in der alle, die in den Gr\u00e4bern sind, seine Stimme h\u00f6ren und herauskommen werden: Die das Gute getan haben, werden zum Leben auferstehen, die das B\u00f6se getan haben, zum Gericht. Von mir selbst aus, kann ich nichts tun&#8230;\u201c<\/p>\n<p>Man mag jetzt einwenden, dass es doch, vor allem im Hinduismus unz\u00e4hlige G\u00f6tter gibt und dass auch Buddha wie ein Gott verehrt wird. Letzterer hatte das nie vor und das andere ist der menschlichen Natur geschuldet. Wir f\u00fchlen uns zuzeiten recht alleine in diesem Riesenuniversum und es ist eine Beruhigung, wenn man den Logos oder das Brahman vermenschlicht und seine Sorgen und \u00c4ngste vor einer Figur ausbreiten kann.<\/p>\n<p>Es hat zu allen Zeiten und in allen Religionen Seher und Propheten gegeben, die behaupteten, zu wissen, was jenseits der Schwelle ist. Fast das gesamte Alte Testament besteht aus ihren Aussagen. Neuerdings haben wir die Berichte \u00fcber Nahtoderfahrungen. Hirnforscher sagen, dass diese nur von klinisch Toten stammen, nicht von Hirntoten und von letzteren ist noch keiner zur\u00fcck gekommen. Da fallen dann Begriffe wie Kohlendioxidkonzentration im Hirn, Sauerstoffmangel und erh\u00f6hte Endorphinaussch\u00fcttung, die zu Licht &#8211; und Tunnelerlebnissen f\u00fchren.<\/p>\n<p>Ich finde es manchmal recht interessant, die Unterschiede der Philosophien und Religionen herauszuarbeiten, weil vieles, was heute in spirituellen Kreisen zirkuliert, einfach nur Einheitswischiwaschi ist, welches von Elfen \u00fcber Engel bis zu Buddha und Jesus als Yogi reicht.<\/p>\n<p>Ich pers\u00f6nlich denke, dass die Sch\u00f6pfung eine inh\u00e4rente Intelligenz besitzt, die in einem st\u00e4ndigen Prozess von Werden und Vergehen begriffen ist. Ich w\u00fcrde das als Gott bezeichnen, der aber f\u00fcr menschliches Denken nicht fassbar ist, da es im dreidimensionalen Denken verhaftet ist. Schon wenn wir als zus\u00e4tzliche Dimension die Zusammenh\u00e4nge zwischen Zeit und Masse hinzunehmen, k\u00f6nnen wir das nur noch theoretisch erfassen, aber nicht mehr erfahren. Vielleicht gibt es ja noch viel mehr Dimensionen?<\/p>\n<p>An der \u00f6stlichen Karmatheorie gef\u00e4llt mir die Logik des Wenn &#8211; Dann. Allerdings hat sie auch etwas Erbarmungsloses. Man stelle sich vor, dass ja jeder Gedanke, jedes Gef\u00fchl immer wieder neues Karma produziert, welches abgearbeitet werden muss. Da gibt es keine Gnade. Das hat vor Jahrzehnten schon der indische Weise Sri Aurobindo gesagt. Wenn das g\u00f6ttliches Gesetz ist, dann ist es f\u00fcr menschliche Hirne zu leicht zu durchschauen. Also was ist da dann g\u00f6ttlich? Es gibt ja den gescheiten Ausspruch: \u201eWenn ich Gott begreifen k\u00f6nnte, w\u00e4re ich er.\u201c<\/p>\n<p>Wenn Gott das Universum ist, was ja schon etwas Gigantisches ist, w\u00e4re ihm alles zuzutrauen. Warum sollte er also nicht einen Menschen schicken, der sein Sohn ist?<\/p>\n<p>Mir kommt gerade der alte deutsche Ausspruch in den Sinn: \u201eTue recht und scheue niemand!\u201c Ich glaube, dass das als Lebensmotto recht gut taugen w\u00fcrde, um f\u00fcr alles, was da kommt, ger\u00fcstet zu sein.<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eAmen dir sage ich heute mit mir wirst du sein in dem Paradies.\u201c So lautete der Satz, den Jesus am Kreuz zu dem reuigen Sch\u00e4cher sprach. In einem sehr interessanten Text von Siegfried Wittwer beschreibt dieser eine f\u00fcr mich v\u00f6llig neue Sicht auf diesen Satz. 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