{"id":849,"date":"2017-11-29T18:09:05","date_gmt":"2017-11-29T17:09:05","guid":{"rendered":"http:\/\/gpflug.de\/website\/?p=849"},"modified":"2018-05-25T14:07:05","modified_gmt":"2018-05-25T12:07:05","slug":"vairagya","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2017\/11\/29\/vairagya\/","title":{"rendered":"Vairagya"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_851\" aria-describedby=\"caption-attachment-851\" style=\"width: 225px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-851\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/PICT0863-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/PICT0863-225x300.jpg 225w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/PICT0863-768x1024.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/PICT0863.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-851\" class=\"wp-caption-text\">Digital StillCamera<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u201eWie man nicht wehren kann, dass einem die V\u00f6gel \u00fcber den Kopf herfliegen, aber wohl, dass sie auf dem Kopfe nisten, so kann man auch b\u00f6sen Gedanken nicht wehren, aber wohl, dass sie in uns einwurzeln.\u201c<\/p>\n<p>Das sagte Martin Luther. Dies deckt sich wohl mit der Lebenserfahrung der meisten von uns. Nun gibt es im Yoga den Begriff \u201eVairagya\u201c, das bedeutet nicht Anhaften, weder an Dingen, die man wahrnehmen kann noch an Dingen, die nur in der Vorstellung existieren. Um das verstehen zu k\u00f6nnen, sollte man wissen, was Yoga bedeutet.<!--more--><\/p>\n<p>Patanjali definiert in der \u201eBibel des Yoga\u201c, den Yogasutren: \u201eYogas chitta vrtti nirodhah.\u201c \u00dcbersetzt hei\u00dft das, dass das Denken v\u00f6llig reglos ist. Das hei\u00dft, wenn ein Objekt, zum Beispiel die Leere des Raumes als Denkobjekt \u201egedacht\u201c wird, dann bleibt es dabei. Ein Abschweifen findet nicht statt. Das nennt man Meditation.<\/p>\n<p>Nun mag das jeder selbst mit seiner eigenen Meditationspraxis vergleichen. Ich sag&#8216; jetzt einfach mal, dass wahrscheinlich 99,95 % von uns von dieser Ebene nur tr\u00e4umen k\u00f6nnen. Wozu aber soll das gut sein? Abgesehen davon, dass jeder Gedanke sowohl physisch als auch psychisch eine Menge Reaktionen im Organismus ausl\u00f6st und es ein Genuss ist, wenn dieses ewige Rattenrennen der Gedanken endlich verlangsamt ist, verfolgt der Yogi damit nur ein Ziel, n\u00e4mlich den reinen Geist in sich wahrzunehmen. Ich erinnere an das Bild vom Teich, dessen Wellen (Gedanken) vollkommen verschwunden sind und man so auf den Grund (Geist) sehen kann.<\/p>\n<p>Yoga geht davon aus, dass das, was wir als unser \u201eIch\u201c ansehen, eine irrige Identifikation mit der Materie ist. Vergleiche hierzu den Essay \u201eAbhinivesha\u201c vom 19.11.2017. Man liest immer wieder, dass f\u00fcr Yogis Freude, Leid, Gl\u00fcck, Sch\u00f6nheit, H\u00e4sslichkeit usw. gleich ist. \u201eSo wie ein Lotosblatt trocken auf der Wasseroberfl\u00e4che schwimmt, so bleibt der Yogi unber\u00fchrt von den Erscheinungen des Daseins.\u201c Yoga bedeutet, sich vom Fluss des Lebens abzuwenden. Jede einzelne Technik weist darauf hin. Leben hei\u00dft Bewegung. Yoga Asanas sind oft statisch und zwar \u00fcber lange Zeit. Der Atem geht normal wie er will. In den Pranayama \u00dcbungen aber wird er reguliert. Bei der Lebensf\u00fchrung wird ein fester Rhythmus angestrebt. Spontaneit\u00e4t ist nicht gefragt.<\/p>\n<p>All das dient nur dem einen Zweck, die Oberfl\u00e4che des \u201eTeiches\u201c zu gl\u00e4tten. Dass uns das auf eine andere Bewusstseinsebene bringt, k\u00f6nnen wir immer wieder selbst erfahren. Wenn es uns gelingt, ein bisschen Ruhe in unsere Gedanken zu bringen, merken wir ganz deutlich, dass wir auf Herausforderungen anders reagieren. Probleme oder \u00c4ngste, die bis dato existierten, sind pl\u00f6tzlich gar nicht mehr so wichtig usw.<\/p>\n<p>Es leuchtet also ein, dass diese Erfahrung noch sehr, sehr viel weiter ausgedehnt werden k\u00f6nnte, wenn man denn die n\u00f6tige Konsequenz aufbringen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Meine Webseite hei\u00dft \u201eYoga-Life\u201c. Yoga im Leben. Ich habe schon \u00f6fter dar\u00fcber geschrieben, dass ich meine, dass man sich als Normalmensch nicht so weit zur\u00fcckziehen kann, dass keine unerw\u00fcnschten Eindr\u00fccke mehr ins Denken kommen und dort ihr (Un)wesen treiben. Andererseits ist es ein Unding, st\u00e4ndig zu bedauern, dass man das hehre Ziel \u201eYogas chitta vrtti nirodhah\u201c wohl nicht erreichen wird.<\/p>\n<p>Was also bleibt? Wir sind im Dasein mit seinen t\u00e4glichen 100 000 Sinneseindr\u00fccken, aber wir sind ihnen nicht vollkommen hilflos ausgeliefert. Ein Beispiel von mir: Ich twittere gern. Man erf\u00e4hrt Neues und anstatt nur passiv aufzunehmen, kann man sich dazu \u00e4u\u00dfern. Man erh\u00e4lt, vor allem im politischen Bereich, reichlich Gelegenheit, sich zu \u00e4rgern und den dann in Tweets loszuwerden. Man kann sich leicht darin verlieren. Wenn ich das merke, h\u00f6re ich f\u00fcr ein paar Wochen damit auf. Die \u00c4lteren kennen den tickenden Wecker im Schlafzimmer. Man h\u00f6rt das Ticken aber normalerweise nicht, weil man seine Aufmerksamkeit nicht darauf richtet. Hier liegt das Geheimnis von Vairagya. Es kommt auf die Werte an, die wir haben. Wir m\u00fcssen uns die Frage st\u00e4ndig stellen, womit wir unsere Lebenszeit verbringen. Will ich mich ins Parteiengez\u00e4nk einmischen? Wenn ich ein paar Jahrzehnte zur\u00fcck schaue und realisiere, was da alles stattgefunden hat und ob das mein Leben wirklich beeinflusst hat, muss ich sagen, dass die Antwort negativ ausf\u00e4llt. Also komme ich zu dem Schluss, dass es Wichtigeres gibt.<\/p>\n<p>Werte wie Liebe, Vertrauen, Mitmenschlichkeit, Gen\u00fcgsamkeit usw. sind ewig. Warum? Weil sie uns pers\u00f6nlichkeitsm\u00e4\u00dfig und spirituell bereichern. Wenn wir solchen Ideen und Inhalten Gewicht beimessen, dann wird unsere Aufmerksamkeit automatisch mehr in diese Richtung gelenkt und Unerw\u00fcnschtes wird weniger wahrgenommen. So ist es m\u00f6glich, die Wellen des Teiches zu gl\u00e4tten.<\/p>\n<p>\u201eWende deine Energie daf\u00fcr auf, mehr Gl\u00fcck in dein Leben zu bringen.\u201c<\/p>\n<p>Unbekannt<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWie man nicht wehren kann, dass einem die V\u00f6gel \u00fcber den Kopf herfliegen, aber wohl, dass sie auf dem Kopfe nisten, so kann man auch b\u00f6sen Gedanken nicht wehren, aber wohl, dass sie in uns einwurzeln.\u201c Das sagte Martin Luther. Dies deckt sich wohl mit der Lebenserfahrung der meisten von uns. Nun gibt es im &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/2017\/11\/29\/vairagya\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eVairagya\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"slim_seo":{"title":"Vairagya - Yoga Life Gerhard Pflug","description":"Digital StillCamera \u201eWie man nicht wehren kann, dass einem die V\u00f6gel \u00fcber den Kopf herfliegen, aber wohl, dass sie auf dem Kopfe nisten, so kann man auch b\u00f6sen"},"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[],"class_list":["post-849","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kategorie-3"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/849","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=849"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/849\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":852,"href":"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/849\/revisions\/852"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=849"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=849"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=849"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}