{"id":842,"date":"2017-11-23T15:54:28","date_gmt":"2017-11-23T14:54:28","guid":{"rendered":"http:\/\/gpflug.de\/website\/?p=842"},"modified":"2018-05-25T14:07:14","modified_gmt":"2018-05-25T12:07:14","slug":"per-aspera-ad-astra","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2017\/11\/23\/per-aspera-ad-astra\/","title":{"rendered":"Per aspera ad astra"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_844\" aria-describedby=\"caption-attachment-844\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-844\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/IMG_20171122_085137-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/IMG_20171122_085137-300x225.jpg 300w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/IMG_20171122_085137-768x576.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/IMG_20171122_085137-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-844\" class=\"wp-caption-text\">oznor<\/figcaption><\/figure>\n<p>&#8222;Auf rauen Pfaden zu den Sternen.&#8220; So k\u00f6nnte ein Lebensmotto hei\u00dfen. Ich habe mich fr\u00fcher immer wieder mal gefragt, was einen normalen Menschen mit einem gewissen Ma\u00df an Ethik, der sonntags ziemlich regelm\u00e4\u00dfig seinen Gottesdienst besucht und seinen sonstigen Pflichten halbwegs gewissenhaft nachkommt, von einem Yogaaspiranten unterscheidet. Ich meine jetzt nicht das sportliche Yoga mit passendem Dress und Yogamatte, sondern das, was in den Yogasutren gelehrt wird. Das Yoga, das dem Achtfachen Pfad folgt und eine Form des Daseins darstellt, dessen Ziel die L\u00e4uterung des Denkens ist, um den wahren Menschen (Purusa) hinter den Nebeln der Dualit\u00e4t zu sehen.<!--more--><\/p>\n<p>Als ich 1978 das erste Mal f\u00fcr vier Monate am Yogainstitut in Bombay war, war das f\u00fcr mich eine vollkommen neue Welt. Ich lebte nach streng kl\u00f6sterlichen Regeln. Es gab einen festen Tagesplan, in dem sich geistige und k\u00f6rperliche Phasen abwechselten. \u00c4u\u00dfere Ablenkungen, wie Fernsehen, Zeitungen und Radio gab es nicht. Wir waren gehalten, das Institut m\u00f6glichst selten zu verlassen. Die Ern\u00e4hrungsregeln waren strikt. Schon aus eigenem Interesse hielt man sich an diese Lebensweise, denn man ahnte, wenn man sie aus Disziplinlosigkeit oder Schlamperei verlie\u00df, dann war man verloren. Dann schlitterte man in die Verlockungen der Materie, aber da gab es nichts. Sollte man in irgendeine dunkle Spelunke mit ebensolchen dunklen Typen auf ein Bier gehen? Und was danach?<\/p>\n<p>So k\u00f6nnen \u00e4u\u00dfere Umst\u00e4nde sehr f\u00f6rderlich sein, um neue Verhaltensweisen einzu\u00fcben. Am Ende dieser vier Monate f\u00fchlte ich mich sehr stark und fest in der Yogapraxis verwurzelt. Zum Abschied sagte Founder Shri Yogendraji, der Gr\u00fcnder des Instituts: \u201eSomething is gained. &#8211; Ein bisschen was ist erworben.\u201c Ich fand das etwas geringsch\u00e4tzig, f\u00fchlte ich mich doch schon so gut wie ein zertifizierter Yogaexperte.<\/p>\n<p>Eine Woche sp\u00e4ter, wieder zuhause, fiel ich das erste Mal in das Loch alter Gewohnheiten und es d\u00e4mmerte mir, dass das alles erst der Anfang war. Seitdem sind fast vierzig Jahre vergangen und ich gehe seitdem die oben erw\u00e4hnten rauen Pfade.<\/p>\n<p>Ich bekomme jeden Monat das Magazin des Yogainstituts. Darin finden sich auch immer ein paar Leserbriefe, in denen die Schreiber erz\u00e4hlen, dass sie jetzt viel ruhiger sind und nicht mehr rauchen. Ihre Konzentration sei viel besser als vorher usw. Das alles hat sich ergeben, seit sie den Siebentageskurs besucht haben. Das klingt alles recht optimistisch und ist doch r\u00fchrend naiv. \u00dcberhaupt sind Zustandsbeschreibungen wie: \u201eFr\u00fcher war ich&#8230;und jetzt bin ich&#8230;\u201c realit\u00e4tsfremd.<\/p>\n<p>Wir haben in unserem Bewusstsein Millionen von Einpr\u00e4gungen (Samskaras), die nur darauf warten, durch einen Impuls von au\u00dfen an die Oberfl\u00e4che zu kommen und dort wieder aktiv zu werden. Hier eine kleine Story dazu: Ein Yogi sitzt in tiefer Meditation am Ufer des heiligen Ganges. Er sitzt dort schon seit Jahren. Sein ganzes Dasein ist dem Erlangen der Erleuchtung gewidmet. Eines Tages kommt eine Schar junger M\u00e4dchen vorbei. Ihr glockenhelles Lachen dringt in die Konzentration unseres Yogi und er \u00f6ffnet die Augen und ist geblendet vom Liebreiz der Maiden. Augenblicklich wird er von einer Flut des Begehrens \u00fcberfallen und&#8230;na ja.<\/p>\n<p>Korrekt ist, wenn man sagt: \u201eJetzt zu dieser Minute geht es mir so und so, denn f\u00fcnf Minuten sp\u00e4ter kann alles ja ganz anders sein.\u201c Wenn es um Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung geht, muss man in lebenslangen Dimensionen denken und hier kommt das systematische Yogatraining des Achtfachen Pfades ins Spiel. Es muss versucht werden, durch stetes Bem\u00fchen das Gef\u00e4\u00df des Denkens zu kl\u00e4ren. Dazu ist ein harmonisch funktionierender K\u00f6rper hilfreich. Deswegen macht man Asanas und Pranayamas. Beides ist nat\u00fcrlich nicht auf den K\u00f6rper beschr\u00e4nkt. Man muss sich bewusst werden, was man so alles in sein Denken reinl\u00e4sst. Alles bewirkt ja innerlich etwas, sowohl k\u00f6rperlich als auch geistig. Das Ganze muss regelm\u00e4\u00dfig und geduldig \u00fcber lange Zeit ausgef\u00fchrt werden. Nun ist es so, dass die wenigsten unter uns eine derartige Konsequenz praktizieren. Wir leben nicht im Kloster, sondern nehmen am ganz normalen Leben teil. Wir fahren in den Urlaub und schwelgen dort in vielf\u00e4ltigen Erfahrungen. Wir treffen uns mit Freunden und gehen in Konzerte, dann kommen wir sp\u00e4t nachhause und schlafen am n\u00e4chsten Morgen l\u00e4nger usw.<\/p>\n<p>All das sind vom strengen Standpunkt des Yogis her Ablenkungen. Ich komme zu der eingangs gestellten Frage zur\u00fcck. Gibt es da Unterschiede und gibt es Gr\u00fcnde, die Nase hoch zu tragen, wenn man Yoga macht? Nach meiner Erfahrung nicht. Ich kenne Menschen in meiner Umgebung, die ein ethisches und anst\u00e4ndiges Leben f\u00fchren und ich kenne langj\u00e4hrige Yogaaspiranten, mit heiligem Grinsen im Gesicht, welches ein massives Ego verdecken soll.<\/p>\n<p>Wir sind alle auf dem Weg. Yoga ist ein sehr ausgearbeitetes System, welches mannigfaltig auf K\u00f6rper und Psyche wirkt, aber es bewahrt nicht vor Schmerzen, Krankheit und psychischem Fehlverhalten. Und es gibt Menschen, die ihre Kraft aus anderen Quellen beziehen, zum Fr\u00fchschoppen nach der Kirche gehen, ganz normal essen und nie ein Reformhaus von innen gesehen haben, dabei aber eine beeindruckende Menschlichkeit an den Tag legen.<\/p>\n<p>Es ist alles recht relativ.<\/p>\n<p>Es gibt den Begriff \u201eAbhyasa\u201c. Das wird \u00fcbersetzt mit \u201ekonstantem Bem\u00fchen\u201c. Ich denke, dass das Wichtigste ist, sich dar\u00fcber klar zu sein, dass der Sinn des Lebens der Weg zu Gott ist und nicht das Anhaften am Materiellen. Die Quellen, aus denen man sch\u00f6pft, k\u00f6nnen sehr verschieden sein. Yoga ist eine &#8211; aber eine sehr gute.<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Auf rauen Pfaden zu den Sternen.&#8220; So k\u00f6nnte ein Lebensmotto hei\u00dfen. 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