{"id":817,"date":"2017-11-19T17:30:41","date_gmt":"2017-11-19T16:30:41","guid":{"rendered":"http:\/\/gpflug.de\/website\/?p=817"},"modified":"2018-05-25T14:07:28","modified_gmt":"2018-05-25T12:07:28","slug":"abhinivesha","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2017\/11\/19\/abhinivesha\/","title":{"rendered":"Abhinivesha"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_819\" aria-describedby=\"caption-attachment-819\" style=\"width: 225px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-819\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/IMG_20171119_165942-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/IMG_20171119_165942-225x300.jpg 225w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/IMG_20171119_165942-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-819\" class=\"wp-caption-text\">cof<\/figcaption><\/figure>\n<p>Was ist der Mensch? Ein Haufen Knochen, Blut, Schleim und Fleisch, wie es die Materialisten sehen? Ist er ein Staubkorn im Weltall, nichtig und unbedeutend, Spielball eines rachs\u00fcchtigen Gottes? Tatsache ist, dass jedem von uns das eigene Ich das Wichtigste ist, was es gibt, selbst wenn wir uns lange und intensiv mit philosophischen Themen befasst haben und zuhause sind in den verschiedenen Weltbildern, die uns von Religionsstiftern und Denkern geliefert werden. Zuzeiten wandeln wir in den lichten Gefilden des Geistes, aber all zu schnell landen wir wieder auf dem Boden der normalen Welt. Es ist uns nicht gegeben, lange hoch zu fliegen.<!--more--><\/p>\n<p>Wir kennen im Yoga den Begriff \u201eAbhinivesha\u201c. Er bedeutet Anhaften am Leben, Lebensdrang, Lebenswille. Sobald das Ich in Gefahr ger\u00e4t, erfahren wir, was das hei\u00dft. Oft gen\u00fcgt ein schiefer Blick von einem anderen, um alle Verteidigungsma\u00dfnahmen in Stellung zu bringen. Wenn wir alt und gebrechlich sind, klammern wir uns ans Leben, obwohl es gar nicht mehr so lebenswert ist.<\/p>\n<p>Was ist es mit diesem Ich? Von Sigmund Freud stammt der erste Versuch, das Selbst zu definieren. Er teilte es in \u201eEs, Ich und \u00dcber &#8211; Ich\u201c. Das \u201eEs\u201c ist das Archaisch &#8211; Animalische in uns. Es sagt: \u201eDas will ich jetzt haben und zwar sofort, und es ist mit egal, was Andere dazu sagen. Wenn ich daf\u00fcr jemanden umbringen muss, so ist das dessen Problem und nicht meins.\u201c Babys und Kleinkinder funktionieren nach diesem Prinzip. Wenn ein Baby Hunger hat, schreit es so lange, bis es gef\u00fcttert wird und wenn das nachts um drei Uhr ist. Da es vollkommen hilflos ist, ist es auf diese Unbedingtheit angewiesen. Das \u201e\u00dcber &#8211; Ich\u201c ist der Ordnungsfaktor in diesem Modell. Es sagt: \u201eAber das kannst du doch nicht machen. Du musst R\u00fccksicht auf die Anderen nehmen. So was tut man nicht, usw.\u201c Menschen, deren \u00dcber &#8211; Ich zu stark ausgepr\u00e4gt ist, nehmen sich sehr zur\u00fcck und kommen eventuell zu kurz. Das \u201eIch\u201c ist die Verbindung zur Realit\u00e4t. Es hat die Aufgabe, das unbedingte, hemmungslose Wollen und das zaghafte Bedenken in der Realit\u00e4t so zu verbinden, dass das Individuum in einem sozialen Kontext leben kann und dabei doch seinen Teil abbekommt.<\/p>\n<p>Auch Vertreter der Humanistischen Psychologie, wie Carl Rogers, entwickelten Pers\u00f6nlichkeitsmodelle. Rogers definiert das \u201eSelbst\u201c als die Summe aller Erfahrungen. Es sei ein permanenter Prozess, entsprechend den sich immer wieder ver\u00e4ndernden Erfahrungen.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Osten sind das alles oberfl\u00e4chliche Ebenen. Alle Gedanken und Gef\u00fchle, alle Erfahrungen und Eindr\u00fccke sind Teil der materiellen Welt und die ist in st\u00e4ndiger Bewegung.<\/p>\n<p>Es wird die Auffassung vertreten, dass alle Erfahrung nur dazu dient, den Geist oder Gott, wie auch immer zu entdecken. Das Ich ist hier lediglich eine Art Systemsteuerung, die den Organismus hin zu diesem Ziel f\u00fchrt. Man k\u00f6nnte sagen, dass es sich hier um eine Psychologie des Nicht &#8211; Ich handelt.<\/p>\n<p>Ich hatte weiter oben schon erw\u00e4hnt, wie Carl Rogers, der \u201eErfinder\u201c der Gespr\u00e4chspsychotherapie das sieht. Er definiert als Ziel der Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung, dass das Individuum die Erfahrungen, die es st\u00e4ndig macht, in einem steten Fluss verarbeitet, Altes gehen l\u00e4sst und Neues aufnimmt, also nicht an alten Strukturen und Verhaltensweisen aus der Kindheit festh\u00e4lt &#8211; das Selbst als ein sich st\u00e4ndig ver\u00e4nderndes Kontinuum.<\/p>\n<p>Diese psychische Gesundheit wird zwar auch im Yoga und in anderen \u00f6stlichen Systemen angestrebt, aber eben nur als Start zur Transzendenz des Materiellen hin zum Geist (Purusa) oder der Buddha &#8211; Natur der Buddhisten.<\/p>\n<p>Mystiker leben st\u00e4ndig im Gottesbewusstsein. F\u00fcr sie ist Gott in allem gegenw\u00e4rtig. Ihr Ich &#8211; Bewusstsein ist \u201enicht von dieser Welt\u201c. Ein islamischer Mystiker legte sich einstmals zum Schlafen, wobei die F\u00fc\u00dfe in Richtung Mekka wiesen; welch Sakrileg (ketzerische Zwischenfrage: \u201eSind die F\u00fc\u00dfe weniger wert als der Kopf?\u201c). Ein Strenggl\u00e4ubiger monierte diese \u201eAchtlosigkeit\u201c und erhielt die Antwort: \u201eBruder, kannst du mir eine Richtung sagen, wo Gott nicht ist?\u201c<\/p>\n<p>Als Gandhi erschossen wurde, war sein letztes Wort: \u201eRam\u201c (Rama ist eine Inkarnation Vishnus).<\/p>\n<p>Was wird unser letzter Gedanke sein? Gott oder: \u201eIch wollte doch am Testament noch was \u00e4ndern!\u201c<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was ist der Mensch? Ein Haufen Knochen, Blut, Schleim und Fleisch, wie es die Materialisten sehen? Ist er ein Staubkorn im Weltall, nichtig und unbedeutend, Spielball eines rachs\u00fcchtigen Gottes? 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