{"id":677,"date":"2017-10-08T14:48:53","date_gmt":"2017-10-08T12:48:53","guid":{"rendered":"http:\/\/gpflug.de\/website\/?p=677"},"modified":"2018-05-25T14:08:12","modified_gmt":"2018-05-25T12:08:12","slug":"atlantik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2017\/10\/08\/atlantik\/","title":{"rendered":"Atlantik"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_679\" aria-describedby=\"caption-attachment-679\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-679\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/IMG_20170909_103242-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/IMG_20170909_103242-300x225.jpg 300w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/IMG_20170909_103242-768x576.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/IMG_20170909_103242-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-679\" class=\"wp-caption-text\">cof<\/figcaption><\/figure>\n<p>Vor zwei Wochen waren wir an der franz\u00f6sischen Atlantikk\u00fcste. Endlose, menschenleere Str\u00e4nde, jagende Wolken, dazwischen wieder strahlender Himmel und das ewige Donnern der Wellen. So recht eine Szenerie, um sich Gedanken an die Ewigkeit der Dinge hinzugeben. Aber das klappte nur bedingt, weil ich das erlebte, was die Buddhisten als Dukkha bezeichnen. \u00dcblicherweise wird das mit \u201eLeid\u201c \u00fcbersetzt, aber das trifft es nicht ganz.<!--more--><\/p>\n<p>Im Kindergartenbuddhismus sagt man: \u201eAlles Leben ist Leid\u201c und glaubt, dass nichts Spa\u00df macht, aber so naiv war der Buddha nicht. Nat\u00fcrlich macht es Freude und Vergn\u00fcgen, auf dem Volksfest Wilde Maus zu fahren oder mit Freunden zusammen zu sein oder was auch immer. Aber \u2013 wenn man genau hinschaut oder pr\u00e4ziser, hinf\u00fchlt, nehmen wir im Hintergrund immer einen mehr oder weniger deutlichen Schatten wahr. Wir sind nie zu hundert Prozent gl\u00fccklich. Entweder es f\u00e4llt uns dies oder das ein, was die Freude tr\u00fcbt oder wir sehen etwas, was wir in diesem Augenblick nicht so m\u00f6gen. Vielleicht ist es auch leise Wehmut, weil wir schon das Ende der Freude erahnen.<\/p>\n<p>Dukkha meint die Tatsache, dass, was immer wir empfinden, dem Strom der Zeit, der Verg\u00e4nglichkeit unterworfen ist. Vielleicht sitzen wir an einem regnerischen Tag im Zimmer und schauen zum Fenster hinaus und erinnern uns wehm\u00fctig an den Sommer mit seiner Sonne und seiner W\u00e4rme. Wir m\u00f6chten gerne so ausgelassen und fr\u00f6hlich sein wie an diesen Tagen, als wir im Wasser eines Badesees schwammen. Aber das geht nicht. Die Stimmung l\u00e4sst sich nicht wiederholen und das macht uns etwas traurig. Dukkha!<\/p>\n<p>Nun kann man nat\u00fcrlich wie weiland der gro\u00dfe Theo Lingen sagen: \u201eTraurig, traurig, traurig\u201c\u00a0<span style=\"font-size: 1rem;\"><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=VT4Q2mBRkAo\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=VT4Q2mBRkAo<\/a>, muss man aber nicht.\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Diese leise Trauer, die sich durch unser Leben zieht, ist uns oft l\u00e4stig. Fr\u00f6hlich, tatkr\u00e4ftig und fit wollen wir sein. Einmal kurz gesch\u00fcttelt, in die H\u00e4nde gespuckt und weg ist dieses l\u00e4stige Gef\u00fchl. Aber \u2013 wir begeben uns damit so mancher Chance zu tieferer Erkenntnis. Zum einen kann es sein, dass wir uns durch Dukkha unserer Machtlosigkeit deutlicher bewusst werden. Ich ertappe mich selbst oft, dass ich gegen die Politik wettere oder mich \u00fcber eine Person aufrege oder was auch immer. Innehalten und sp\u00fcren lernen, dass vieles nicht \u00e4nderbar ist, ist ein Schritt hin zu dem Ziel, die Welt als eine B\u00fchne der Erscheinungen zu sehen. Es ist eine \u00dcbung, das Geschehen aus der Distanz zu betrachten und sich nicht immer wieder hineinziehen zu lassen. Sind wir ehrlich. Sich zu \u00e4rgern \u00fcber dies oder jenes ist zu jeder Tages &#8211; und Nachtzeit m\u00fchelos m\u00f6glich. Das ist austauschbar. Eine Kette von endlosem inneren Geschwafel.<\/p>\n<p>Dukkha kann uns zur gern und oft vermiedenen Stille hinf\u00fchren. In dem Artikel \u201eSo nimm dein Kreuz&#8230;\u201c vom 20.9.2017 schrieb ich \u00fcber die Versto\u00dfung aus dem Paradies. Wir haben die Einheit mit Gott verloren. Klar, wir haben dadurch eigenes Bewusstsein erworben. Wir k\u00f6nnen sagen: \u201eIch bin\u201c, aber was ist das gegen die \u201ebewusstseinslose\u201c Gl\u00fcckseligkeit Gottes? Irgendjemand hat es so definiert, dass die Sch\u00f6pfung \u00fcber die Erkenntnis ihrer selbst zum Sch\u00f6pfer zur\u00fcckkehrt.<\/p>\n<p>Das ist der Weg, der zu gehen ist, da wir ja auch Teil der Sch\u00f6pfung sind. Diese leisen Wehmutsgef\u00fchle sind der Wegweiser zur\u00fcck zur Einheit oder Samadhi oder wie immer wir es nennen.<\/p>\n<p>Jesus sagte: \u201eMein Reich ist nicht von dieser Welt.\u201c Also ist es auch nicht m\u00f6glich, zu einhundert Prozent gl\u00fccklich zu sein. Dukkha ist der Antrieb f\u00fcr den spirituellen Weg.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor zwei Wochen waren wir an der franz\u00f6sischen Atlantikk\u00fcste. Endlose, menschenleere Str\u00e4nde, jagende Wolken, dazwischen wieder strahlender Himmel und das ewige Donnern der Wellen. So recht eine Szenerie, um sich Gedanken an die Ewigkeit der Dinge hinzugeben. 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