{"id":650,"date":"2017-09-20T09:02:34","date_gmt":"2017-09-20T07:02:34","guid":{"rendered":"http:\/\/gpflug.de\/website\/?p=650"},"modified":"2018-05-25T14:08:29","modified_gmt":"2018-05-25T12:08:29","slug":"so-nimm-dein-kreuz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2017\/09\/20\/so-nimm-dein-kreuz\/","title":{"rendered":"So nimm dein Kreuz&#8230;"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_766\" aria-describedby=\"caption-attachment-766\" style=\"width: 225px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-766\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/PICT0538-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/PICT0538-225x300.jpg 225w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/PICT0538-768x1024.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/PICT0538.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-766\" class=\"wp-caption-text\">Digital StillCamera<\/figcaption><\/figure>\n<p>Es gibt Zeiten und Situationen im Leben, da verhalten wir uns in einer uns selbst nicht verst\u00e4ndlichen Art. Wir wissen ganz genau, was eigentlich richtig w\u00e4re, aber wir tun gerade das Gegenteil, obwohl wir wissen, dass uns das nicht gut tut.<\/p>\n<p>Mit diesem Verhalten befinden wir uns in prominenter Gesellschaft.<!--more--><\/p>\n<p>Kein Geringerer als der Apostel Paulus sagt in seinem 7. Brief an die R\u00f6mer in Vers 19:<\/p>\n<p>\u201eDenn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das B\u00f6se, das ich nicht will, das tue ich.\u201c<\/p>\n<p>Man kann \u00fcber die Lehren Paulus&#8216; denken wie man will, aber kein Mensch w\u00fcrde diesen Giganten f\u00fcr einen Schw\u00e4chling halten. Wenn also so einer schon in Verhaltensweisen verf\u00e4llt, die er f\u00fcr nicht richtig h\u00e4lt, dann lautet die Botschaft daraus, dass wir uns nicht ob einer Schw\u00e4che sch\u00e4men und in Selbstvorw\u00fcrfe verfallen m\u00fcssen. Wir w\u00fcrden zu einer Last, die wir tragen noch eins drauf packen und uns noch mehr Energie rauben.<\/p>\n<p>Wir alle kennen die guten Vors\u00e4tze zu Silvester und wir kennen auch die Ergebnisse. Fassungslos ertappen wir uns immer wieder bei alten Verhaltensweisen, die wir schon lange \u00fcberwunden glaubten.<\/p>\n<p>Was passiert da? Wie so oft bietet die \u00f6stliche Karmatheorie eine schl\u00fcssige Erkl\u00e4rung. Karma ist das Gesetz von Ursache und Wirkung. Es gibt kurzfristig wirkende Karmas. Man schl\u00e4gt sich mit dem Hammer auf den Daumen und es tut weh. Dann gibt es mittel und langfristig wirkende. Wir werden davon immer wieder eingeholt. Langfristig wirkende Karmas k\u00f6nnen \u00fcber mehrere Leben wirkungsvoll sein. Wir brauchen dabei nicht nur an Negatives denken. Allein die Tatsache, dass wir hier in einem Land, auf einem Kontinent leben, der mit mildem Klima, demokratischen Regierungsformen und zivilisierten Verhaltensnormen gesegnet ist, zeigt, dass wir irgendwann, in fr\u00fcheren Daseinsformen Verdienst angeh\u00e4uft haben. Aber es gibt eben auch das Gegenteil. N\u00e4mlich, dass wir irgendwann etwas ganz Schreckliches getan haben. Das muss nicht nur ein Ereignis sein. Vielleicht haben wir ein ganzes Leben oder einen langen Zeitraum in einer Position verbracht, die B\u00f6ses hervorbrachte.<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnen wir damit umgehen? Yoga schl\u00e4gt vor, in Situationen, in denen wir uns fremdgesteuert und irgendwie einem fremden Willen unterworfen f\u00fchlen, bewusst zu handeln, dass wir uns sagen: \u201e O.k., hier bin ich also wieder. H\u00e4tte ich nicht gedacht, dass es wieder passiert, aber&#8230;.Dann f\u00fcge ich mich und versuche, m\u00f6glichst positiv damit umzugehen.\u201c Auf diese Art, so hei\u00dft es, k\u00f6nnen wir die Wirkungen dieser langfristig wirkenden Karmas abtragen. Ich finde, es ist schon eine ganze Menge, wenn wir dann nicht in Selbsthass und Wut auf die ganze Menschheit verfallen. Wir sp\u00fcren danach, dass es uns st\u00e4rker macht, obwohl wir uns unerfreulich f\u00fchlen.<\/p>\n<p>Die Psychologie bietet einen ganz anderen Ansatz zur Erkl\u00e4rung. Man wei\u00df, dass in den ersten Jahren eines Menschenlebens die Grundstrukturen f\u00fcr sp\u00e4teres Verhalten angelegt werden. Als Kleinkind sind wir noch ganz dem Willen der Erwachsenen ausgeliefert. Wenn wir zum Beispiel erleben, dass wir immer wieder mit anderen verglichen werden und uns gesagt wird: \u201eSchau mal, was der schon alles kann, und du&#8230;?\u201c, dann gr\u00e4bt sich das in unser Selbstbild ein, das noch von den Erwachsenen und nicht von uns selbst geformt wird.<\/p>\n<p>So kann es passieren, dass wir im Verlauf des Lebens immer wieder in Schw\u00e4chephasen verfallen, obwohl wir das gar nicht mehr n\u00f6tig h\u00e4tten, denn wir sind ja jetzt nicht mehr klein und hilflos. Und trotzdem leben wir nach wie vor die alten Strukturen. Also k\u00f6nnten uns Freunde empfehlen: \u201eSag&#8216; doch deinem Chef mal die Meinung, du kannst das!\u201c, aber wir glauben ihnen nicht, weil wir nicht k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ich vermute mittlerweile, dass uns Stolpersteine in Form von nicht geliebten Verhaltensweisen im Leben bleiben. Im Bem\u00fchen, positiv damit umzugehen, liegt ein Sinn. Es sind Anreize, an uns zu arbeiten, weiter zu kommen. Es ist nicht der schwach, der der Schwachheit verf\u00e4llt, sondern der, der resigniert. Stark ist, wer immer wieder aufsteht.<\/p>\n<p>Philosophisch gesehen geht das auch nicht anders. Solange wir noch nicht unser wahres Selbst verwirklicht haben, im Yoga nennen wir das Purusha, sind wir dem Wirken der Materie unterworfen. Und die ist in st\u00e4ndigem Wandel. Heute so und morgen so.<\/p>\n<p>Die Geschichte von der Vertreibung aus dem Paradies sagt uns das gleiche. Alles war urspr\u00fcnglich in der Einheit. Mit dem Verzehr des symbolischen Apfels erkannte der Mensch sich selbst. Er sah das Andere und war hinfort getrennt vom Ganzen. Das war die Vertreibung. Er sah den L\u00f6wen und hatte Angst. Vorher waren sie friedlich zusammen, weil sie die jeweilige Andersartigkeit nicht wahrnahmen. Aus der Traum! Hinfort hie\u00df es: \u201eIm Schwei\u00dfe deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis dass du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden.\u201c 1. Mose 3.19<br \/>\nPaulus sagt in diesem Kontext, dass in der Schw\u00e4che die St\u00e4rke liegt. Er meint, dass wir als Menschen nur durch die Gnade Gottes aus dem Dunkel ins Licht kommen k\u00f6nnen, und in der Schw\u00e4che ist man der Gnade, also Gott am n\u00e4chsten.<\/p>\n<p>\u201eDa sprach er zu ihnen allen: \u201eWer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich t\u00e4glich und folge mir nach.\u201c Lukas 9:23<\/p>\n<p>Oder anders ausgedr\u00fcckt: Der Frosch, der in den Milchpott gefallen ist und zu ertrinken droht, rudert unverdrossen, bis die Milch zu Butter geworden ist und er heraus h\u00fcpfen kann&#8230;bis zum n\u00e4chsten Mal.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt Zeiten und Situationen im Leben, da verhalten wir uns in einer uns selbst nicht verst\u00e4ndlichen Art. Wir wissen ganz genau, was eigentlich richtig w\u00e4re, aber wir tun gerade das Gegenteil, obwohl wir wissen, dass uns das nicht gut tut. Mit diesem Verhalten befinden wir uns in prominenter Gesellschaft.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"slim_seo":{"title":"So nimm dein Kreuz... - Yoga Life Gerhard Pflug","description":"Digital StillCamera Es gibt Zeiten und Situationen im Leben, da verhalten wir uns in einer uns selbst nicht verst\u00e4ndlichen Art. 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