{"id":601,"date":"2017-08-05T16:26:21","date_gmt":"2017-08-05T14:26:21","guid":{"rendered":"http:\/\/gpflug.de\/website\/?p=601"},"modified":"2018-05-25T14:09:16","modified_gmt":"2018-05-25T12:09:16","slug":"es-liegen-drei-glaenzende-kugeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2017\/08\/05\/es-liegen-drei-glaenzende-kugeln\/","title":{"rendered":"Es liegen drei gl\u00e4nzende Kugeln&#8230;."},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_790\" aria-describedby=\"caption-attachment-790\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-790\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/IMG_20171112_084915-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/IMG_20171112_084915-300x225.jpg 300w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/IMG_20171112_084915-768x576.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/IMG_20171112_084915-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-790\" class=\"wp-caption-text\">cof<\/figcaption><\/figure>\n<p>ich wei\u00df nicht woraus gemacht&#8230;sang Franz Josef Degenhardt in den siebziger Jahren. Und Heine fragte in seiner Loreley: \u201eIch wei\u00df nicht, was soll es bedeuten, dass ich so traurig bin.\u201c<\/p>\n<p>Heute sind wir froh, morgen sind wir bedr\u00fcckt und \u00fcbermorgen bersten wir vor Tatendrang und wir wissen nicht, warum.<!--more--><\/p>\n<p>Nach der Yogaphilosophie ist die Materie aus drei Grundingredienzien aufgemacht, die wir Gunas nennen:<\/p>\n<p>Das Lebhafte, Dynamische oder Tamas<\/p>\n<p>Das Tr\u00e4ge oder Rajas<\/p>\n<p>Das Erkennende, auch das Gleichgewicht zwischen den beiden anderen oder Sattva.<\/p>\n<p>Es sind Prinzipien, nichts Stoffliches. Diese drei sind in st\u00e4ndiger Bewegung, wie es der Materie eigen ist. Alles was existiert, hat als Basis diese drei Momente. Ein St\u00fcck Blech ist fast ganz Tamas. Aber es muss auch Rajas enthalten, denn sonst w\u00fcrde es ewig halten und nicht rosten. W\u00e4re f\u00fcr Autobesitzer nicht \u00fcbel. Wenn wir aufgeregt sind, dominiert Rajas. Bei Traurigkeit f\u00fchrt das Tamasguna. Wir kennen aber auch Sattvazust\u00e4nde. In diesen Phasen sind wir einfach gl\u00fccklich, wir wollen nichts, die Sonne ist unser Freund, wir sp\u00fcren die Luft um uns herum und sind ganz im Hier.<\/p>\n<p>Keiner dieser Zust\u00e4nde h\u00e4lt an, weil die Gunas, wie gesagt, in st\u00e4ndiger Bewegung sind. Das ist auch der Grund, warum kein Gem\u00fctszustand anh\u00e4lt. Wir k\u00f6nnen uns sicher sein, dass wir morgen schon wieder anders gelaunt sind.<\/p>\n<p>Das ist beruhigend, aber auch verst\u00f6rend, denn es bedeutet, dass das, was wir als gut und angenehm empfinden, wieder verschwindet.<\/p>\n<p>Ich sagte in einem anderen Essay schon, dass die Yogis und nicht nur die, die Ansicht vertreten, dass das Leben eine Schule ist, die uns zu der uns innewohnenden Vollkommenheit f\u00fchrt. Dahinter verbirgt sich ganz unbemerkt der Sinn des Lebens.<\/p>\n<p>Glaubt jemand wirklich, dass der Sinn darin besteht, viele H\u00e4user zu erwerben und Milliard\u00e4r oder Weltmeister im Dart zu werden? Das alles ist nicht sch\u00e4dlich. Geld zu haben, Reisen machen zu k\u00f6nnen usw. ist angenehm, kann aber nie der Sinn sein.<\/p>\n<p>Es kommt stets auf das \u201eWie\u201c an. Gelingt es immer besser, gelassen zu bleiben, das Geschehen der Welt als Drama, als Spiel der wechselnden Gunas zu sehen? Bew\u00e4ltige ich den Tag wie ein w\u00fctender Stier oder sanft wie ein K\u00e4tzchen? Habe ich an diesem Tag etwas mehr Liebe ins Universum gebracht? Das ist der Sinn, warum wir hier sind.<\/p>\n<p>Wie jeder gute P\u00e4dagoge behandelt uns auch das Dasein individuell. Wenn Sie, lieber Leser, darauf achten, werden Sie feststellen, dass Ihnen immer wieder dieselben Schwierigkeiten begegnen. Sie werden erkennen, dass Sie Probleme haben, die Andere \u00fcberhaupt nicht wahrnehmen.<\/p>\n<p>Die Yogis sind der Ansicht, dass sich die Gunas in Ihrem Leben genauso gruppieren, dass Sie die Anreize zur Entwicklung Ihrer Pers\u00f6nlichkeit bekommen, die sie brauchen. Wenn Sie dann irgendwann feststellen, dass eine Sache gel\u00f6st ist, das hei\u00dft, dass Sie sie mit Liebe und Gelassenheit bew\u00e4ltigen, ist das Problem nicht mehr existent.<\/p>\n<p>Ich sehe immer eines dieser Sandbilder vor mir. Da sind drei verschiedenfarbige S\u00e4nde zwischen zwei Glasscheiben. Wenn man das Bild bewegt, flie\u00dfen die drei Farben und bilden unterschiedliche Muster. Wenn das Bild st\u00e4ndig bewegt wird, ergeben sich st\u00e4ndig neue Muster. Nichts ist stabil, nichts ist bleibend.<\/p>\n<p>Es ist als Mensch schwer zu akzeptieren, dass nichts dauerhaft ist. Wir versuchen, unsere Sicherheit im \u00c4u\u00dferen zu finden und schlagen unsere Z\u00e4hne wie ein Hund voller Vehemenz in einen trockenen Knochen, in der Hoffnung, saftiges Fleisch und nahrhaftes Mark d.h. Best\u00e4ndigkeit, immer w\u00e4hrende Liebe, Frieden usw.zu finden. Aber der Knochen als Symbol f\u00fcr die Welt der \u00e4u\u00dferen Erscheinungen ist trocken!<\/p>\n<p>Yoga ist der Versuch, in einem sattvischen Zustand zu sein, in dem der Geist ruhig ist. Dazu dienen alle Methoden, die das Yoga anbietet.<\/p>\n<p>Franz Kafka hatte eine Ahnung, worum es geht und dr\u00fcckte es so aus:<\/p>\n<p>\u201eEs ist nicht notwendig, dass du aus dem Haus gehst.<br \/>\nBleib bei deinem Tisch und horche. Horche nicht einmal, warte nur.<br \/>\nWarte nicht einmal, sei v\u00f6llig still und allein. Anbieten wird<br \/>\nsich dir die Welt zur Entlarvung, sie kann nicht anders,<br \/>\nverz\u00fcckt wird sie sich vor dir winden.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ich wei\u00df nicht woraus gemacht&#8230;sang Franz Josef Degenhardt in den siebziger Jahren. Und Heine fragte in seiner Loreley: \u201eIch wei\u00df nicht, was soll es bedeuten, dass ich so traurig bin.\u201c Heute sind wir froh, morgen sind wir bedr\u00fcckt und \u00fcbermorgen bersten wir vor Tatendrang und wir wissen nicht, warum.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"slim_seo":{"title":"Es liegen drei gl\u00e4nzende Kugeln.... - Yoga Life Gerhard Pflug","description":"cof ich wei\u00df nicht woraus gemacht...sang Franz Josef Degenhardt in den siebziger Jahren. 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