{"id":476,"date":"2017-05-14T10:21:07","date_gmt":"2017-05-14T08:21:07","guid":{"rendered":"http:\/\/gpflug.de\/website\/?p=476"},"modified":"2018-05-25T14:11:12","modified_gmt":"2018-05-25T12:11:12","slug":"aerger-oder-der-sinn-des-lebens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2017\/05\/14\/aerger-oder-der-sinn-des-lebens\/","title":{"rendered":"\u00c4rger &#8211; oder der Sinn des Lebens"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_807\" aria-describedby=\"caption-attachment-807\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-807\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/IMG_20171113_152838-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/IMG_20171113_152838-300x225.jpg 300w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/IMG_20171113_152838-768x576.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/IMG_20171113_152838-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-807\" class=\"wp-caption-text\">oznor<\/figcaption><\/figure>\n<p>In einem der letzten Blogbeitr\u00e4ge habe ich \u00fcber Zuf\u00e4lle geschrieben. Die Quintessenz war, dass es keine Zuf\u00e4lle gibt.<br \/>\nHeute geht es um \u00c4rger. Wir k\u00f6nnen ihm nicht entkommen. Da ist zun\u00e4chst der, der von au\u00dfen auf uns zukommt. Er ist mannigfaltig. Wenn von au\u00dfen nichts anliegt, dann kommt aus dem unersch\u00f6pflichen Vorrat unseres Erinnerns etwas an die Oberfl\u00e4che. Zeitlich gibt es da keine Beschr\u00e4nkungen. Ich \u00e4rgere mich auch noch \u00fcber Sachen, die Jahrzehnte zur\u00fcckliegen. Irgendwie ist immer die Hoffnung da, dass es eines Tages aufh\u00f6ren m\u00f6ge. Wenn wir normal damit umgehen, dann tut es das sicher nicht.<br \/>\nGehen wir einmal etwas in die Tiefe. Es gibt im Yoga den Begriff Klesas. \u00dcbersetzt bedeutet das: Ursache von Leid, Schmerz, Anhaftung. Das Klesa, das allen anderen zugrunde liegt, hei\u00dft Avidya. Das bedeutet: falsches Erfassen der wahren Natur der Dinge oder auch \u201eein verg\u00e4ngliches Objekt als dauerhaft ansehen\u201c.<!--more--><br \/>\nIn uns ist eine Sehnsucht nach Dauer, nach Stabilit\u00e4t, nach Sicherheit. Wir m\u00f6chten gerne, dass Sch\u00f6nes bleibt und Unsch\u00f6nes fern bleibt. Nat\u00fcrlich wissen wir insgeheim, dass das nicht m\u00f6glich ist, aber wir gehen unverdrossen immer wieder in die Falle. Wir verlassen zum Beispiel morgens gut gelaunt das Haus und sagen zu unserem Partner, dass wir uns abends freuen, wieder zuhause zu sein, um einen sch\u00f6nen Abend zu verbringen. Im Laufe des Tages erleben aber beide Menschen unterschiedliche Situationen, die jeweils unterschiedlich wirken und die abends dann zu ganz anderen Befindlichkeiten f\u00fchren als am Morgen. Entt\u00e4uschung macht sich breit und beide m\u00fcssen aufpassen, dass es nicht noch schlimmer wird. Unser inneres Wahrnehmen und die Welt um uns herum ist in st\u00e4ndiger Bewegung. Genau genommen sind wir abends nicht mehr die selben Pers\u00f6nlichkeiten wie morgens. Millionen von Zellen sind gestorben. Unz\u00e4hlige Eindr\u00fccke, Gedanken, Gef\u00fchle sind dazu gekommen. All diese Erfahrungen hinterlassen Spuren. Wir nennen das Samskaras, Eingravierungen. Diese Samskaras sind immer bereit, an die Oberfl\u00e4che zu steigen, sobald sie durch eine entsprechende Situation geweckt werden. Ihre Frau hat vergessen, den K\u00e4se nachzukaufen, den Sie gerne essen. Eine Kleinigkeit \u2013 eigentlich. Da Sie aber an dem Tag nicht ganz so gut drauf sind, fallen Ihnen eine ganze Anzahl \u00e4hnlicher Vorkommnisse ein und es kommt schwerer \u00c4rger auf: \u201eDie vergisst aber auch immer alles.\u201c<\/p>\n<p>Dem zu entkommen ist schier unm\u00f6glich. Es sei denn, man geht anders mit dem \u00c4rger um und da sind wir wieder bei den nicht stattfindenden Zuf\u00e4llen, denn auch der t\u00e4gliche \u00c4rger ist keine Zufall. Er hat ganz eng mit unserer Person zu tun. \u00c4rgerliche Vorkommnisse sind die Stolpersteine, die uns in den Weg gelegt werden, um weiterzukommen. Alles Seiende strebt nach Vollendung. Jede Pflanze erlebt ihre Wachstumsstadien, jedes Tier strebt der F\u00fclle seines Daseins entgegen und mit uns Menschen ist es nicht anders. Blo\u00df str\u00e4uben wir uns. Wir halten fest. Wir weigern uns, zu erkennen, wie die Dinge wirklich sind. Da aber das Universum nicht schlecht ist, sondern positiv, erhalten wir Hilfe \u2013 in Form von \u00c4rger.<br \/>\nAnstatt jetzt in die \u00fcblichen Verhaltensweisen wie Verdr\u00e4ngen, Ausleben usw. zu verfallen, sollten wir uns fragen: \u201eWas will mir das sagen? \u201c<br \/>\nEs ist sehr wahrscheinlich, dass dann die ganze, zun\u00e4chst als negativ erlebte Situation in einem anderen Licht erscheint. Wir werden zum Beispiel entdecken, dass uns immer wieder die selben Dinge \u00e4rgern. Anderen macht das \u00fcberhaupt nichts aus. Also scheint es nicht an den Situationen zu liegen, sondern an uns. Was ist da bei mir, was ich ver\u00e4ndern sollte? Wir werden feststellen, dass durch dieses Vorgehen Ereignisse, die uns immer aufregten, pl\u00f6tzlich nicht mehr vorkommen. Genau genommen passieren sie nat\u00fcrlich nach wie vor, aber wir sind weiter gekommen und wir nehmen sie anders wahr.<br \/>\nF\u00fcr mich liegt der Sinn des Lebens darin, die Realit\u00e4t, so wie sie wirklich ist, zu erkennen. Das hei\u00dft, den immerw\u00e4hrenden Wandel anzunehmen und mitzuflie\u00dfen. Dies bedeutet, das st\u00e4ndige Werten sein zu lassen, sondern einfach wahrzunehmen.<br \/>\nSo wie es in diesem Zen &#8211; Gedicht von Wang Wei zum Ausdruck kommt:<\/p>\n<p>\u201eMandelb\u00e4ume werden zu Balken geschnitten,<br \/>\nDas Dach ist geflochten aus duftendem Ried.<br \/>\nVielleicht bilden sich Wolken in diesen Dachsparren<br \/>\nUnd gehen Regen machen in der Menschenwelt.\u201c<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einem der letzten Blogbeitr\u00e4ge habe ich \u00fcber Zuf\u00e4lle geschrieben. Die Quintessenz war, dass es keine Zuf\u00e4lle gibt. Heute geht es um \u00c4rger. Wir k\u00f6nnen ihm nicht entkommen. Da ist zun\u00e4chst der, der von au\u00dfen auf uns zukommt. Er ist mannigfaltig. 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