{"id":4552,"date":"2026-08-27T20:31:06","date_gmt":"2026-08-27T18:31:06","guid":{"rendered":"https:\/\/gpflug.de\/website\/?p=4552"},"modified":"2026-08-27T20:31:06","modified_gmt":"2026-08-27T18:31:06","slug":"traeumereien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2026\/08\/27\/traeumereien\/","title":{"rendered":"Tr\u00e4umereien"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-4554\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG_20250831_071114-225x300.jpg\" alt=\"IMG 20250831\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG_20250831_071114-225x300.jpg 225w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG_20250831_071114-768x1024.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG_20250831_071114-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG_20250831_071114-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG_20250831_071114-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/>Vor ca. zwanzig Jahren fuhr ich einmal nach Limburg an der Lahn, um Darshan bei Mother Meera, einer in Deutschland lebenden Inderin, zu empfangen.<\/p>\n<p>Als es dunkel wurde, fand ich mich, zusammen mit vielen anderen in ihrem Haus auf dem Lande ein.Wir wurden auf die verschiedenen R\u00e4ume des Hauses verteilt. Sie sa\u00df l\u00e4chelnd da, einige, die vorne sa\u00dfen, konnten sie sehen. Ich und viele andere nicht, denn wir sa\u00dfen in einem anderen Raum.<\/p>\n<p>Es hie\u00df, dass allein ihre Anwesenheit etwas bewirke. Sp\u00e4ter legte sie uns die H\u00e4nde auf den Kopf und wir waren entlassen.<!--more--><\/p>\n<p>Bei dieser Gelegenheit traf ich auch einen Bekannten, einen schon \u00e4lteren Herrn, der von Retreat und Seminar zum n\u00e4chsten fuhr, auf der Suche \u2013 nach was eigentlich?<\/p>\n<p>Des Menschen Imaginationsf\u00e4higkeit oder sagen wir Einbildungskraft ist ungeheuerlich. Wenn er etwas sp\u00fcren will, dann kann er das.<\/p>\n<p>Noch in derselben Nacht fuhr ich wieder nach Hause, um die Hotelkosten zu sparen. Auf der Fahrt fragten wir uns: \u201eHast du was gesp\u00fcrt?\u201c \u201eJa, irgendwas war schon da.\u201c \u201eJa, irgendwas!\u201c<\/p>\n<p>Hat es Einfluss auf mein Leben gehabt? Nein!<\/p>\n<p>Geben tut es das schon, das Sp\u00fcren, dass da \u201ewas ist\u201c. Ich stand einmal in der Krypta einer uralten romanischen Kirche aus dem, sagen wir, 6. Jahrhundert. In diesem mystischen Halbdunkel glaubte ich, die Anwesenheit Gottes zu sp\u00fcren.<\/p>\n<p>Ich hatte im Lauf meines Lebens etliche von diesen Gotteserfahrungen. Ich m\u00f6chte sagen, dass sie Erinnerungen \u201eaus dem outer space\u201c sind, um uns zu zeigen, dass es \u201eda was gibt\u201c.<\/p>\n<p>So pr\u00e4sent sie in dem Augenblick des Erlebens auch waren, sanken sie doch, wie vieles andere auch, in den Orkus des Vergangenen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend meiner Zeit im Yogainstitut in Mumbai kam zur morgendlichen \u201eLecture\u201c meines Lehrers auch ein Professor der Universit\u00e4t von Bombay. Trotz seines Bildungsgrads und seiner Zugeh\u00f6rigkeit zur Brahmanenkaste hatte er, wie so manche Inder, denen ich begegnete, eine gewisse gl\u00e4ubige Kindlichkeit.<\/p>\n<p>So sagte er eines Tages ganz im Ernst, dass er schon darauf warte, dass Dr. Jayadeva eines Tages seine Hand auf unsere K\u00f6pfe legen w\u00fcrde und wir w\u00e4ren erleuchtet. Diese ge\u00e4u\u00dferte Bitte wurde nur mit einem leisen L\u00e4cheln beantwortet.<\/p>\n<p>Zu allen Zeiten versuchte der Mensch, die t\u00e4gliche \u201eKleinarbeit\u201c zu vermeiden und sich mit allerlei Mitteln zur Erkenntnis hin zu mogeln, zum Beispiel mit Drogen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend einer morgendlichen Wanderung in den Western Ghats in der N\u00e4he von Mumbai stie\u00df ich immer wieder auf Gr\u00fcppchen von Sadhus, dies sich in der N\u00e4he von kleinen Heiligt\u00fcmern zusammengefunden hatten. Schon morgens stiegen m\u00e4chtige Ganjarauchwolken aus ihren Chillums. Ich dachte mir: \u201eBis Mittag seid ihr high wie die Weltmeister\u201c &#8211; auch eine Art von Erleuchtung.<\/p>\n<p>Drogen ver\u00e4ndern nichts, sagte Dr. Jayadeva.<\/p>\n<p>Als ich als Jungerwachsener Anfang der 60er Jahre ein \u201ePiece\u201c Haschisch in die Hand bekam, musste das nat\u00fcrlich ausprobiert werden. Erwartungsgem\u00e4\u00df schwebte ich auch einen Meter \u00fcber dem Boden. Es f\u00fchlte sich nicht schlecht an, im Gegenteil. Danach fuhr ich mit dem elterlichen Kadett die Gugelstra\u00dfe entlang. Wenn man stoned ist, ver\u00e4ndert sich das Erleben betr\u00e4chtlich, auch das Zeitgef\u00fchl. Die Stra\u00dfe schien endlos zu sein, aber am n\u00e4chsten Tag war sie genauso lang wie immer.<\/p>\n<p>Pers\u00f6nlicher und auch spiritueller Progress ist das geduldige Praktizieren von vielleicht nur einem Inhalt. Zum Beispiel aufzuh\u00f6ren mit Vergleichen. \u201eDas ist sch\u00f6ner als jenes. Der Urlaub war schlechter als der letzte. Der ist besser als ich. Der kann das besser als ich, aber auf dem Gebiet schlage ich ihn.\u201c Und so weiter.<\/p>\n<p>Wenn wir auf dem Trip sind, ist das der sicherste Weg, an der F\u00fclle des Augenblicks vorbei zu gehen und eigentlich auch am Leben.<\/p>\n<p>Das bedeutet nicht, dass alles Friede, Freude, Eierkuchen ist. Aber, sagen wir, Sie sind an einem Tag schlecht drauf oder Sie sind in ein altbekanntes Loch gefallen. Solche Sachen verschwinden nicht einfach. Wenn Sie aber aufh\u00f6ren zu beklagen, dass es heute nicht so \u201esch\u00f6n\u201c wie gestern ist, ver\u00e4ndert sich Ihre innere Wahrnehmung und auch das \u00e4u\u00dfere Erleben.<\/p>\n<p>Erleuchtung ist nicht das Schweben auf Wolke Sieben. Es bedeutet, in allem die Gegenwart des Absoluten zu sehen. Dazu bedarf es der \u201eAnwesenheit\u201c im Jetzt und nicht in der Welt der Vergleiche und Wertungen.<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor ca. zwanzig Jahren fuhr ich einmal nach Limburg an der Lahn, um Darshan bei Mother Meera, einer in Deutschland lebenden Inderin, zu empfangen. Als es dunkel wurde, fand ich mich, zusammen mit vielen anderen in ihrem Haus auf dem Lande ein.Wir wurden auf die verschiedenen R\u00e4ume des Hauses verteilt. 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