{"id":4544,"date":"2026-08-12T19:48:35","date_gmt":"2026-08-12T17:48:35","guid":{"rendered":"https:\/\/gpflug.de\/website\/?p=4544"},"modified":"2026-08-12T19:48:35","modified_gmt":"2026-08-12T17:48:35","slug":"tanz-in-die-unendlichkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2026\/08\/12\/tanz-in-die-unendlichkeit\/","title":{"rendered":"Tanz in die Unendlichkeit"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-4546\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG_20260812_092645-225x300.jpg\" alt=\"IMG 20260812\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG_20260812_092645-225x300.jpg 225w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG_20260812_092645-768x1024.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG_20260812_092645-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG_20260812_092645-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG_20260812_092645-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/>Das Bild, das Sie hier sehen, ist eine kleine Wallfahrtskapelle, an der ich heute mit dem Fahrrad vorbei kam. Seit Jahrhunderten suchen hier die Menschen Trost und Sicherheit vor der Unendlichkeit des Seins, die ihnen Angst macht.<\/p>\n<p>Freuds Zeitgenosse C.G. Jung sagt, dass die Erfahrung des nicht Geliebtseins, die wir in den ersten Jahren unseres Lebens unweigerlich machen, weil wir es eben doch mit den Unvollkommenheiten unserer Eltern zu tun haben, zu dieser lebenslangen Unsicherheit f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Das kleine Kind bezieht harsche Behandlung durch die Mutter oder den Vater immer auf sich. Es ist nicht in der Lage, zu erkennen, dass diese vielleicht einen schlechten Tag hatten und deshalb unwirsch handeln.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich gibt es viele Abstufungen. Manche werden wirklich vernachl\u00e4ssigt, manche erleben weniger lieblose Situationen.<!--more--><\/p>\n<p>Die Doors sangen einst in ihrem Song \u201eRiders on the storm\u201c: \u201einto this house we&#8217;re born, into this world we&#8217;re thrown.\u201c<\/p>\n<p>Eben dieses hineingeworfen Sein macht Angst. In dem Bestseller \u201eSofies Welt\u201c von Jostein Gaarder wird sehr sch\u00f6n beschrieben, wie Religionen entstehen. Der Donner und die Blitze \u00e4ngstigten die Menschen. Davonlaufen war nicht m\u00f6glich, also blieb nur, sich mit den Gewalten, denen man sich ausgesetzt sah, zu verb\u00fcnden. Man betete also den Donner an und brachte ihm Opfer. Die Geister in den dunklen W\u00e4ldern und auf den sturmumtosten Gipfeln versuchte man zu beschw\u00f6ren.<\/p>\n<p>Dann gab es Menschen, die behaupteten, besseren Zugang zu den \u201eG\u00f6ttern\u201c zu haben. So entwickelte sich die Priesterschaft, die bald merkte, dass sie damit zu Geld und Macht kommen konnte. Aber das ist eine andere Geschichte.<\/p>\n<p>Jim Morrison, der S\u00e4nger der d\u00fcsteren Songs der Doors, w\u00e4hlte den direkten Weg auf der Suche nach der \u201everlorenen\u201c Liebe, die Whiskyflasche. Alle Sucher (der Ursprung des Begriffs Sucht), die diesen Weg gehen, haben mit den bekannten Gefahren und Nachteilen zu rechnen. Jim starb fr\u00fch. Es sind nicht die Schlechtesten, die ihm mit seiner Methode folgen (m\u00fcssen).<\/p>\n<p>Wir schreiben heute den 12. August 2026. Es ist ein Tag, an dem in einigen Teilen der Welt eine totale Sonnenfinsternis zu beobachten ist. Weiterhin sind einige seltene Planetenkonstellationen zu sehen und sp\u00e4ter kommt es zu dem Sternschnuppenschwarm aus dem Sternbild Perseus, der jedes Jahr im August zu sehen ist.<\/p>\n<p>Gewisserma\u00dfen klopft heute die Unendlichkeit an die T\u00fcr unseres manchmal sehr begrenzten Denkens.<\/p>\n<p>Von Sokrates stammt der Satz: \u201eIch wei\u00df, dass ich nichts wei\u00df.\u201c Man k\u00f6nnte sagen, das ist der Beginn der Weisheit.<\/p>\n<p>Das beobachtbare Weltall hat einen Durchmesser von 93 Milliarden Lichtjahren mit 100 bis 200 Milliarden Galaxien. Was dar\u00fcber hinausgeht, ist praktisch unendlich.<\/p>\n<p>An diesem besonderen Tag stelle ich mir vor, wie es w\u00e4re, wenn wir die Sicherheit, die wir alle so sehr suchen, in diesem Wirbel der kosmischen Unendlichkeit suchen w\u00fcrden? Wenn wir auf den Schultern des Shiva Nataraja, des tanzenden Shiva, Platz nehmen w\u00fcrden und mit ihm Raum und Zeit \u201edurchtanzen w\u00fcrden\u201c?<\/p>\n<p>In dieser Vorstellung gibt es keinen Tod. Es gibt nur \u00dcberg\u00e4nge und Ver\u00e4nderungen und letztlich Unsterblichkeit.<\/p>\n<p>Man kann in dem kleinen Kirchlein einen Funken dieser Unendlichkeit sp\u00fcren oder auch \u00fcberall anders. Man kann sie in den Gestirnen und im Wispern des Windes f\u00fchlen.<\/p>\n<p>Die wahre Bedeutung dieses Satzes von Sokrates liegt darin, von festgef\u00fcgten Standpunkten abzulassen und sich dem, was immer es ist, hinzugeben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Bild, das Sie hier sehen, ist eine kleine Wallfahrtskapelle, an der ich heute mit dem Fahrrad vorbei kam. Seit Jahrhunderten suchen hier die Menschen Trost und Sicherheit vor der Unendlichkeit des Seins, die ihnen Angst macht. Freuds Zeitgenosse C.G. 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