{"id":4421,"date":"2026-04-20T12:00:33","date_gmt":"2026-04-20T10:00:33","guid":{"rendered":"https:\/\/gpflug.de\/website\/?p=4421"},"modified":"2026-04-20T12:03:37","modified_gmt":"2026-04-20T10:03:37","slug":"traeume-sind-schaeume","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2026\/04\/20\/traeume-sind-schaeume\/","title":{"rendered":"Tr\u00e4ume sind Sch\u00e4ume?"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_4423\" aria-describedby=\"caption-attachment-4423\" style=\"width: 164px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-4423\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/IMG_20180526_072216-164x300.jpg\" alt=\"Cof\" width=\"164\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/IMG_20180526_072216-164x300.jpg 164w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/IMG_20180526_072216-560x1024.jpg 560w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/IMG_20180526_072216-768x1405.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/IMG_20180526_072216-840x1536.jpg 840w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/IMG_20180526_072216-1120x2048.jpg 1120w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/IMG_20180526_072216-scaled.jpg 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 164px) 100vw, 164px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-4423\" class=\"wp-caption-text\">cof<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Denker im alten Indien besch\u00e4ftigten sich mit mannigfaltigen Aspekten des Bewusstseins. Die Mandukya Upanishad beschreibt die verschiedenen Zust\u00e4nde, in denen das Bewusstseins w\u00e4hrend des Schlafs ist.<\/p>\n<p>Dabei kommt es zu interessanten \u00dcberlegungen.<\/p>\n<p>Wenn wir morgens aufwachen, sind wir manchmal vollkommen perplex \u00fcber das, was wir tr\u00e4umten. Es erscheint uns selbst im Nachhinein real. Der Traum kennt keine Grenzen, weder zeitliche noch r\u00e4umliche. Wir durchschreiten R\u00e4ume, in denen wir im Wachbewusstsein nie gewesen sind. Situationen, die wir irgendwann einmal erlebt haben, werden verfremdet und mit Eindr\u00fccken kombiniert, die Jahrzehnte zur\u00fcckliegen.<\/p>\n<p>Tr\u00e4ume sind Zust\u00e4nde, die unser Innerstes ausdr\u00fccken. Wir sind dort vollkommen bei uns selbst.<\/p>\n<p>In den Upanishaden wird die Frage gestellt, was denn nun real sei: das Wachbewusstsein oder der Traumzustand?<!--more--><\/p>\n<p>Spontan werden wir wohl antworten: \u201eNat\u00fcrlich das Tagesbewusstsein. Da f\u00fchle ich Schmerz, da habe ich Hunger etc.\u201c<\/p>\n<p>Aber ist es nicht so, dass wir w\u00e4hrend des Tr\u00e4umens alles Erleben ebenfalls als freudig oder schmerzhaft empfinden?<\/p>\n<p>Oft ist es so, dass wir auch nach dem Aufwachen noch von dem Erleben der Nacht beeinflusst und sogar benommen sind.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite z\u00f6gern wir nicht, zu sagen, dass wir w\u00e4hrend des Tages in der wahren Realit\u00e4t sind. Da klassifizieren wir \u00fcberzeugt Tr\u00e4ume als Sch\u00e4ume.<\/p>\n<p>In der Psychologie C.G. Jungs wird viel mit Traumbildern und deren Deutung gearbeitet. Das soll uns jetzt aber nicht interessieren.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte hier die Frage stellen, ob wir jemals in der Realit\u00e4t leben, sei es wach oder im Schlaf?<\/p>\n<p>Stellen wir uns vor: Wir sitzen auf einer Anh\u00f6he und blicken hinab auf ein wundersch\u00f6nes Tal. Auf der jenseitigen Seite erheben sich schneebedeckte Berge. Wenn wir genau wahrnehmen, w\u00e4hrt dieser ungetr\u00fcbte Eindruck vielleicht zwei, drei Sekunden lang, und dann kommen die diversen Gedanken, Gef\u00fchle und Vergleiche. Vielleicht f\u00e4llt uns gerade ein, dass uns heute morgen jemand schief angeschaut hat (zumindest denken wir das).<\/p>\n<p>Das Tal ist nach wie vor dasselbe. Unser Blick darauf hat sich aber ge\u00e4ndert. Er ist getr\u00fcbt von Gedanken und Gef\u00fchlen, die in uns ablaufen.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen uns dar\u00fcber klar sein, dass in jedem Augenblick unsere Wahrnehmungen gleichsam an der Oberfl\u00e4che eines tiefen, tiefen Sees ablaufen. Da drin sind alle Eindr\u00fccke gespeichert, die wir im Laufe unseres Lebens erfahren haben. Wenn Sie an die Reinkarnationslehre glauben, dann sind es auch alle aus vergangenen Daseinsformen. All das pr\u00e4gt uns. Das sind wir!<\/p>\n<p>Wenn wir jetzt zu unserem idyllischen Blick in dieses sch\u00f6ne Tal zur\u00fcckkehren, spielt sich Folgendes ab: Irgendein kleiner Eindruck, der Ihnen in diesem Moment gar nicht bewusst sein muss, verbindet sich mit etwas, was in diesem \u201eSee\u201c gespeichert ist. Und schon setzt sich eine Kette aus Gedanken und Gef\u00fchlen in Bewegung, die uns aus der aktuellen Wahrnehmung entfernen.<\/p>\n<p>Das spielt sich pausenlos ab. Wir sind nie ganz \u201eda\u201c. Deswegen k\u00f6nnen wir auch nie sagen: \u201eDas ist real oder das<strong> ist<\/strong> so.\u201c<\/p>\n<p>Deshalb wurde Yoga \u201eerfunden\u201c. Weil die Yogis zum reinen, unmittelbaren Bewusstsein vorsto\u00dfen wollten.<\/p>\n<p>Nun gehen aber die Wenigsten diesen Weg in seiner Totalit\u00e4t.<\/p>\n<p>Was also tun, da wir nun wissen, dass unser ganzes Denken und Handeln nicht auf Realit\u00e4t, sondern auf einer wilden Mischung aus teilweise uralten Schichten unseres Unbewussten basiert. Die Yogis nennen das Samskaras.<\/p>\n<p>Im Grunde, wir sagten das schon oben, unterscheidet sich das Ganze nicht vom Geschehen in den Tr\u00e4umen.<\/p>\n<p>Die einzige M\u00f6glichkeit ist, alles Geschehen als Maya zu sehen. Die absolute Realit\u00e4t oder Gott, wie man es auch nennen kann, liegt hinter den Erscheinungen.<\/p>\n<p>Maya ist das Spiel oder der Tanz Gottes. Gott oder Brahman, der in jedem kleinsten Materiepartikel steckt, verh\u00fcllt sich in seiner Maya, seinem Schleier, wie die w\u00f6rtliche \u00dcbersetzung lautet. Was wir von ihm sehen, ist dieser Schleiertanz. Darin offenbart er sich. Wenn wir ausschlie\u00dflich auf diese vielf\u00e4ltigen Erscheinungen fixiert bleiben, werden wir ihn nie erkennen. Maya k\u00f6nnen wir mit einer Fata Morgana vergleichen. Sie ist eine Luftspiegelung, die durch die Hitze der Sonne verursacht wurde. Ohne die Sonne, das Brahman, g\u00e4be es keine Fata Morgana. Brahman ist das unfassbare, ewige, g\u00f6ttliche Prinzip.<\/p>\n<p>Gew\u00f6hnen wir uns an, die Dinge aus der Distanz zu betrachten. Sagen wir nicht: \u201eDas ist so\u201c, sondern: \u201eDas erscheint mir so\u201c. Nicht: \u201eDer ist so!\u201c, sondern: \u201eDer wirkt auf mich so.\u201c<\/p>\n<p>Nicht: \u201eDas ist ein Problem\u201c, sondern: \u201eDas ist eine Situation, die ich zum Problem machen kann oder auch nicht.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Denker im alten Indien besch\u00e4ftigten sich mit mannigfaltigen Aspekten des Bewusstseins. Die Mandukya Upanishad beschreibt die verschiedenen Zust\u00e4nde, in denen das Bewusstseins w\u00e4hrend des Schlafs ist. Dabei kommt es zu interessanten \u00dcberlegungen. Wenn wir morgens aufwachen, sind wir manchmal vollkommen perplex \u00fcber das, was wir tr\u00e4umten. 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