{"id":434,"date":"2017-04-18T14:15:17","date_gmt":"2017-04-18T12:15:17","guid":{"rendered":"http:\/\/gpflug.de\/website\/?p=434"},"modified":"2018-05-25T14:12:02","modified_gmt":"2018-05-25T12:12:02","slug":"die-bezaemung-der-macht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2017\/04\/18\/die-bezaemung-der-macht\/","title":{"rendered":"Die Bez\u00e4mung der Macht"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-800\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/P1020283-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/P1020283-225x300.jpg 225w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/P1020283-768x1024.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/P1020283.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/>Vor langer, sehr, sehr langer Zeit, als der Mensch noch im Magischen verhaftet war und sich \u00e4ngstlich den allm\u00e4chtigen Naturgewalten ausgeliefert sah, sann er, wie es uns Menschen so eigen ist, auf Abhilfe. Er wollte aus dieser Schw\u00e4che entfliehen, wollte aus der Knechtschaft zum Herrn aufsteigen.<br \/>\nIn den Blitzen und dem Donner, dem tosenden Regen sah er eine unbekannte Macht, die gn\u00e4dig zu stimmen war. Der Blitz brachte ihm einst das Feuer. Also, so dachte er, ist das Feuer ein Abgesandter dieser allm\u00e4chtigen Macht, die ihn in Schrecken versetzte. So z\u00fcndete er, als das n\u00e4chste Gewitter \u00fcber ihn hereinbrach und er mit seiner Sippe frierend im Wald sa\u00df, ein m\u00e4chtiges Feuer an. Alle hoben die H\u00e4nde zum Himmel und heulten in ihrer ungef\u00fcgen Sprache. Und siehe da, das Unwetter endete.<!--more--><br \/>\nDas w\u00e4re wohl ohnehin geschehen, aber vielleicht, vielleicht hatte das Opferfeuer dazu beigetragen. Man wei\u00df ja nie so genau und schaden kann es ja nicht, wenn man das bei Gewitter in Zukunft immer so macht. Einer aus der Sippe tat sich bei der ganzen Zeremonie besonders hervor. Er entwickelte eine Art Choreographie. Die anderen mussten sich nach seinen Anweisungen hinlegen und wieder aufstehen oder auch knien. So, so erkl\u00e4rte er es ihnen, k\u00f6nne die Wirkung des Ganzen noch verst\u00e4rkt werden und die Gottheit, um nichts anderes ging es hier, k\u00f6nne damit noch gn\u00e4diger gestimmt werden. Im Laufe der Zeit fand er und seines Gleichen noch andere Zeremonien, etwa um bei der Jagd gute Beute zu machen. Dabei lag es nahe, einen erlegten Hirsch zu opfern, denn wenn man etwas hergab, was einem selbst teuer war, hoffte man, dass der Gott sich dankbar erweisen m\u00f6ge und noch mehr Hirsche zur Verf\u00fcgung stellte.<br \/>\nSo oder auch anders k\u00f6nnte das entstanden sein, was wir heute als Religion bezeichnen. Und so k\u00f6nnte auch die Priesterkaste, gleich welcher Religion, entstanden sein. Diese gewann immer mehr Macht, denn sie hatte ja den direkten Draht nach oben. Wenn ihre Vertreter sagten, Gott will es so, dann gab es dagegen keine Argumente mehr, denn wie sollte man das Gegenteil beweisen k\u00f6nnen? Und so entstanden die Ketzer.<br \/>\nDa die Welt gro\u00df ist und die Menschen sich \u00fcberall hin verteilt hatten, entstanden unz\u00e4hlige Kulte. Die einen schufen Gottheiten mit Elefantenk\u00f6pfen. Die anderen glaubten, dass man das Herz aus dem lebenden K\u00f6rper herausschneiden musste, um Gnade zu erhalten. Berge spielten manchmal eine gro\u00dfe Rolle, denn sie lagen dem Himmel, wo man das G\u00f6ttliche ansiedelte, n\u00e4her. Dort erhielten die F\u00fchrer Gesetze und Offenbarungen.<\/p>\n<p>Vor ein paar Tagen feierten wir hier im christlichen Abendland Ostern. Wir gedachten dem Tod und der Auferstehung eines Wanderpredigers aus Galil\u00e4a im heutigen Pal\u00e4stina. Tausende pilgerten die Via Dolorosa entlang und beteten in der Grabeskirche. Nicht weit entfernt ist der Felsendom mit einem Fu\u00dfabdruck Mohammeds. Auch von Jesus sollen dort noch welche sein.<br \/>\nUns Christen (das sind die, die dem galil\u00e4ischen Wanderprediger Geh\u00f6r schenken) sagt man, dass wir am Ende der Tage in unserem K\u00f6rper wieder erstehen. Hoffentlich im ehemals zwanzigj\u00e4hrigen und nicht im gebrechlichen Greisenk\u00f6rper. Die Moslems kriegen die ber\u00fchmten 72 Jungfrauen. Was kriegen die Musliminnen? Die Hindus haben die ber\u00fchmte Arschkarte. Die m\u00fcssen solange durch das Jammertal des Daseins, bis sie ganz gel\u00e4utert sind.<br \/>\nMan k\u00f6nnte jetzt seitenlang alle Glaubensgeb\u00e4ude intellektuell zerpfl\u00fccken. Aber darum geht es ja gar nicht.<br \/>\nEs geht zun\u00e4chst darum, zu sehen, dass es absurd ist, zu glauben, dass einer Recht hat und die anderen falsch liegen. Wer das ernstlich glaubt, ist ein Idiot.<br \/>\nWeiter m\u00fcssen wir sehen, dass wir Menschen offensichtlich nicht in der Lage sind, ohne die Sph\u00e4re des H\u00f6heren zu existieren. Tiere k\u00f6nnen das. Lessing f\u00fchrt in seiner Schrift:\u201eDie Erziehung des Menschengeschlechts\u201c aus, dass Religion eine unentbehrliche Form f\u00fcr die geistig \u2013 moralische Entwicklung des Menschen darstellt. Hier nimmt das Neue Testament eine herausragende Stellung ein. Ich denke dabei vor allem an die Bergpredigt. Hier werden Werte postuliert, die den Weg zu friedlicheren Gesellungsformen weisen und die zu L\u00e4uterung beim Einzelnen f\u00fchren. Vor allem auch im mystischen Islam der Sufis findet sich das Bem\u00fchen, in Gott aufzugehen.<br \/>\nZentrale Begriffe sind Liebe, Vertrauen, Barmherzigkeit etc.<br \/>\nDie verschiedenen Religionen sind Wege, die je nach \u00e4u\u00dferen Verh\u00e4ltnissen und Pers\u00f6nlichkeit beschritten werden k\u00f6nnen, um aus dem \u201eAuge um Auge, Zahn um Zahn- Denken\u201c des alten Zeitalters herauszufinden. Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung ist immer das Transzendieren des Egos.<br \/>\nNur die Religionen, so unvollkommen sie auch von uns Menschen propagiert werden, bieten ein Zuhause f\u00fcr alle, gleich welcher intellektueller Kapazit\u00e4t.<br \/>\nDazu geh\u00f6ren M\u00e4rchen, Heilige, Legenden, Bilder, Gleichnisse usw. Man darf nur nicht den Fehler machen, dies als die Essenz anzusehen.<br \/>\nF\u00fcr mich ist die Lehre Buddhas hier am bestechendsten.<br \/>\n(Gottes)erkenntnis ist m\u00f6glich, wenn die vier edlen Wahrheiten anerkannt werden:<br \/>\nAlles Bedingte ist Leid.<br \/>\nLeid hat als Ursache das Anhaften an das Bedingte.<br \/>\nEs gibt ein Ende des Leids.<br \/>\nEs gibt einen Weg dahin.<br \/>\nErkenntnis endet im Nirwana. Das ist nicht gleichzusetzen mit dem Paradies, sondern ein Verl\u00f6schen der materiellen Existenz, also das Nichts. F\u00fcr die meisten ist das keine sch\u00f6ne Vorstellung. Da f\u00fchlt sich ein Bild von ewigem Licht in der Gegenwart Gottes deutlich w\u00e4rmer an.<br \/>\nAber \u2013 das sind menschliche Kategorien. Gott ist etwas ganz Anderes.<\/p>\n<p>Wie hei\u00dft es? Wenn ich Gott verstehen k\u00f6nnte, w\u00e4re ich er.<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Vor langer, sehr, sehr langer Zeit, als der Mensch noch im Magischen verhaftet war und sich \u00e4ngstlich den allm\u00e4chtigen Naturgewalten ausgeliefert sah, sann er, wie es uns Menschen so eigen ist, auf Abhilfe. Er wollte aus dieser Schw\u00e4che entfliehen, wollte aus der Knechtschaft zum Herrn aufsteigen. 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