{"id":4311,"date":"2026-01-10T12:48:52","date_gmt":"2026-01-10T11:48:52","guid":{"rendered":"https:\/\/gpflug.de\/website\/?p=4311"},"modified":"2026-01-10T12:48:52","modified_gmt":"2026-01-10T11:48:52","slug":"damals-teil-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2026\/01\/10\/damals-teil-ii\/","title":{"rendered":"Damals Teil II"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-4313\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_20260106_090325-228x300.jpg\" alt=\"IMG 20260106\" width=\"228\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_20260106_090325-228x300.jpg 228w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_20260106_090325-777x1024.jpg 777w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_20260106_090325-768x1012.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_20260106_090325-1165x1536.jpg 1165w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_20260106_090325-1554x2048.jpg 1554w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_20260106_090325-scaled.jpg 1942w\" sizes=\"auto, (max-width: 228px) 100vw, 228px\" \/>Auf dem Bild sehen Sie einen kleinen Jungen in einem Hotelrestaurant beim Fr\u00fchst\u00fcck. Drei Erwachsene sitzen dabei und datteln ihrerseits auf ihren Handys.<\/p>\n<p>Der Kleine taucht gelegentlich seinen L\u00f6ffel in die Schale neben ihm, aber eigentlich ist seine ganze Aufmerksamkeit auf den Bildschirm gerichtet.<\/p>\n<p>Ich hatte beim ersten \u201eDamals\u201c-Artikel gesagt, dass ich gerne weiter ein bisschen in der Erinnerungskiste kramen kann, wenn Interesse besteht.<\/p>\n<p>Dann mach&#8216; ich das jetzt mal.<\/p>\n<p>In der P\u00e4dagogik spricht man von Prim\u00e4r-und Sekund\u00e4rerfahrungen. Das erstere ist, wenn man ein Lagerfeuer life on stage ansieht, das letztere sieht man sich im Fernsehen an.<!--more--><\/p>\n<p>In meiner Kindheit gab es nur das Erstere. Es gab kein Fernsehen. Im Radio konnten wir allerdings manchmal die Mumins anh\u00f6ren. Tove Jansson hatte die Figuren schon 1940 ersonnen.<\/p>\n<p>Menschen, die ihre Erlebnisse nicht serviert bekamen, sondern sie sich selbst erschaffen mussten, ticken anders.<\/p>\n<p>Ich kann mich nicht erinnern, dass jemals ein Erwachsener mit einem von uns gespielt h\u00e4tte. Das w\u00e4re uns in h\u00f6chstem Ma\u00dfe verd\u00e4chtig vorgekommen. Wenn ich manchmal sagte: \u201eMir ist langweilig!\u201c, dann kam die Antwort: \u201eDann schnauf&#8216; ein und wieder aus, dann hast du was zu tun.\u201c<\/p>\n<p>Heutzutage wollen die Eltern die Freunde ihrer Kinder sein und machen sich damit zu Narren, indem sie auf jede Forderung ihrer Kinder eingehen, die das auch weidlich ausn\u00fctzen. Kinder sind ja nicht dumm.<\/p>\n<p>Das Ergebnis sind kleine Monster, die mit nichts zufrieden sind und die Erwachsenen, die \u00fcbrigens auch ihre Rechte haben, terrorisieren. Sie sind im Verhalten entgrenzt, weil ihnen niemand altersgem\u00e4\u00dfe Grenzen setzt, an denen sie sich orientieren k\u00f6nnen. Ich habe im Men\u00fcpunkt \u201eP\u00e4dagogik\u201c etliches dar\u00fcber geschrieben.<\/p>\n<p>In meiner Kindheit gingen die Erwachsenen ihren Gesch\u00e4ften nach und wir den unseren.<\/p>\n<p>Ich spreche im folgenden von der Zeit zwischen 1946-1953.<\/p>\n<p>Das Dorf, in dem ich aufwuchs, war auf einer Seite von einem H\u00f6henzug begrenzt und fiel langsam \u00fcber den Marktplatz hinweg ins Tal ab. Im Winter lag immer Schnee. Dann spannten die Bauern, die Pferde besa\u00dfen, das waren die wohlhabenderen, ihre Tiere vor die sogenannten Bahnschlitten. Das waren dreieckige Gebilde, aus Brettern und Balken gezimmert. Auf ihnen stand der \u201eKutscher\u201c, und dann zogen die R\u00f6sser an und r\u00e4umten eine Bahn, die wie geschaffen zum Schlittenfahren war. Wir hatten nat\u00fcrlich keine Schneeanz\u00fcge.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-4314\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_20240519_191435-225x300.jpg\" alt=\"IMG 20240519\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_20240519_191435-225x300.jpg 225w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_20240519_191435-768x1024.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_20240519_191435-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_20240519_191435-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_20240519_191435-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/>Auf dem Bild sehen Sie, wie wir gekleidet waren. In den kn\u00f6chelhohen Lederstiefeln (ein Paradebeispiel von \u201eEleganz\u201c ) steckten die mit langen Strickstr\u00fcmpfen bekleideten Beine. Diese unseligen Str\u00fcmpfe wurden mit Strapsen, welche an einem Leibchen befestigt waren, gehalten. Dann kam irgendein selbst gestrickter, in der Regel kratzender Pullover, und dar\u00fcber wohl eine Stoffjacke. Jedenfalls irgendwas Unwichtiges. Wir trugen, ebenfalls selbstgestrickte, F\u00e4ustlinge, die mit einer Schnur unter den Jacken\u00e4rmeln \u00fcber den Hals hinweg gesichert waren und zus\u00e4tzlich zu den verdammten Strapsen ziepten. Aber das interessierte niemanden.<\/p>\n<p>Ich erinnere mich an Winternachmittage, die bis in die Dunkelheit dauerten. Wir zogen die Schlitten unaufh\u00f6rlich den Berg hinauf, banden sie oben zusammen, legten uns auf den Bauch und ab ging es nach unten, \u00fcber den Marktplatz ins Tal. Es werden wohl 1,5 km gewesen sein. Autos waren nicht zu f\u00fcrchten, denn das einzige Exemplar im Dorf besa\u00df der Arzt.<\/p>\n<p>Nach k\u00fcrzester Zeit war alles vollkommen durchn\u00e4sst und eiskalt.<\/p>\n<p>Wenn wir nach Hause kamen, wurden die Schuhe mit Zeitungspapier ausgestopft und zusammen mit den anderen nassen Klamotten ins \u201eH\u00f6lleck\u201c geh\u00e4ngt. Das war eine dunkle, warme Nische mit einer Bank, \u00fcber der eine Holzstange angebracht war, an der die Kleidung aufgeh\u00e4ngt wurde. Das Ganze befand sich neben dem Kachelofen in der Stube. Die Alten und die nassen Kinder sa\u00dfen gerne im lauschigen Halbdunkel des H\u00f6llecks.<\/p>\n<p>Das ganze Leben von uns Kindern fand ohne Netz und doppelten Boden statt. Wenn man hinfiel oder von einem Schlitten angefahren wurde, dann hatte man eben ein H\u00f6rnchen, das am n\u00e4chsten Tag in allen Farben strahlte. Daf\u00fcr gab es Franzbrandwein oder Essigsaure Tonerde.<\/p>\n<p>Ein Leben ohne Schutzhelm!<\/p>\n<p>(wird bei Interesse fortgesetzt)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf dem Bild sehen Sie einen kleinen Jungen in einem Hotelrestaurant beim Fr\u00fchst\u00fcck. Drei Erwachsene sitzen dabei und datteln ihrerseits auf ihren Handys. Der Kleine taucht gelegentlich seinen L\u00f6ffel in die Schale neben ihm, aber eigentlich ist seine ganze Aufmerksamkeit auf den Bildschirm gerichtet. 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