{"id":4179,"date":"2025-10-13T14:40:16","date_gmt":"2025-10-13T12:40:16","guid":{"rendered":"https:\/\/gpflug.de\/website\/?p=4179"},"modified":"2025-10-13T14:43:29","modified_gmt":"2025-10-13T12:43:29","slug":"einfach-mal-das-denken-kontollieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2025\/10\/13\/einfach-mal-das-denken-kontollieren\/","title":{"rendered":"Einfach mal das Denken kontrollieren"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-3665\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/IMG_20231215_092343-300x225.jpg\" alt=\"Img 20231215 092343\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/IMG_20231215_092343-300x225.jpg 300w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/IMG_20231215_092343-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/IMG_20231215_092343-768x576.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/IMG_20231215_092343-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/IMG_20231215_092343-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Wenn man sich durch die Welt der schlauen Zitate bewegt, dann scheint der Weg zu Satchidananda, dem reinen Sein in ewiger Gl\u00fcckseligkeit, gar nicht so schwer zu sein.<\/p>\n<p>Zum Beispiel habe ich heute gelesen, solange unser Denken nicht unter Kontrolle ist und sich mit \u00c4u\u00dferlichkeiten identifiziert, solange sind wir Spielball der Welt. Das impliziert, als br\u00e4uchten wir nur loszulassen und unsere Gedanken zu kontrollieren, um frei von den Widrigkeiten des Daseins zu sein.<\/p>\n<p>Leider ist das der Endpunkt aller Yogapraxis, nennt sich Samadhi, und Patanjali besch\u00e4ftigt sich in seinen Sutren damit, den Weg dorthin zu beschreiben. Und der ist hart und erfordert \u00e4u\u00dferste Konsequenz. Yogis verbringen damit ihr ganzes Leben.<!--more--><\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte heute einmal die Philosophie, die dem Ganzen zugrunde liegt, beschreiben. Vielleicht ist es f\u00fcr den einen oder anderen ganz interessant, etwas tiefer einzusteigen.<\/p>\n<p>Die philosophische Grundlage des Raja-Yoga ist das Samkhya &#8211; eine der philosophischen Schulen Indiens. Samkhya hei\u00dft Zahl. Es ist ein nontheistisches System und unterscheidet zwei ewige Prinzipien:<\/p>\n<p>Purusha \u2013 das reine Bewusstsein, das passive, unbewegte Selbst (Zuschauer)<br \/>\nPrakriti \u2013 die Urmaterie, die aktive, unbewusste Natur (alles Wandelbare)<br \/>\nPhilosophie ist der Versuch, das Sein und all das, was ist, zu erkl\u00e4ren. Dabei gehen die einzelnen Schulen von bestimmten Grundannahmen aus, sogenannten Axiomen. So auch hier.<\/p>\n<p>Jedes Lebewesen hat einen Purusha, auch Tiere. Der Unterschied zum Menschen ist, dass sie nicht den Intellekt (Buddhi) haben, um ihn zu erkennen. Wir kommen sp\u00e4ter noch darauf.<\/p>\n<p>Purusha ist von Urzeiten an vollkommen, er muss sich nicht entwickeln, denn was vollkommen ist, muss sich nicht entwickeln.<\/p>\n<p>Hier stellt sich folgende Frage: Wenn er doch so perfekt ist und jeder einen hat, warum identifizieren wir uns dann trotzdem mit den ganzen Ph\u00e4nomenen, die uns die Materie (Prakriti) anbietet? Zum Beispiel sind wir bei schlechtem Wetter oft deprimiert und wenn die Sonne scheint, geht\u2019s uns gut. Wenn das reine Bewusstsein so \u201eschlau\u201c ist, m\u00fcsste man doch \u00fcber solchen Schwankungen stehen?<\/p>\n<p>Die Antwort lautet: Da das reine Bewusstsein vollkommen ist, besteht keine Notwendigkeit zum Handeln. Der Purusha ruht in sich selbst und ist vollkommen unber\u00fchrt von allem.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte Purusha auch als den wahren Menschen bezeichnen. Das ist damit gemeint, wenn in der Bibel steht \u201eGott schuf den Menschen sich zum Bilde\u201c.<\/p>\n<p>Es geht also darum, den Purusha, unser wahres Wesen zu erkennen und sich nicht mit den Schwankungen der Materie zu identifizieren.<\/p>\n<p>Auch das Denken (Chitta) ist Materie, also auch Gedanken und Gef\u00fchle. Materie ist alles, was dem Wandel unterworfen ist.<\/p>\n<p>Hier kommen f\u00fcnf Grunddefekte unseres Denkens ins Spiel, die Klesas.<\/p>\n<p>Das erste und wichtigste ist Avidya \u2013 Nichtwissen, Unkenntnis, mangelndes Erkennen der Wirklichkeit, das Nichterkennen dessen, was ist, falsche Erkenntnis, die falsche Anschauung, die das Verg\u00e4ngliche f\u00fcr unverg\u00e4nglich, das Unreine f\u00fcr rein, das Leidvolle f\u00fcr Freude und das Nicht-Selbst f\u00fcr Selbst h\u00e4lt.<\/p>\n<p>Unsere Sinne gaukeln uns eine Wirklichkeit vor, die so nicht existiert (Maya).<\/p>\n<p>Wir nennen das Spiel der Gunas Realit\u00e4t und sind nicht in der Lage, zu erkennen, dass sich diese immer \u00e4ndert und wir fortw\u00e4hrend in anderen Realit\u00e4ten leben.<\/p>\n<p>Wir gehen zum Beispiel felsenfest davon aus, dass wir am Abend in derselben fr\u00f6hlichen Stimmung sein werden wie am Morgen, dabei ist das reines Wunschdenken, wie wir ja alle wissen.<\/p>\n<p>(wird fortgesetzt)<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man sich durch die Welt der schlauen Zitate bewegt, dann scheint der Weg zu Satchidananda, dem reinen Sein in ewiger Gl\u00fcckseligkeit, gar nicht so schwer zu sein. 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