{"id":4164,"date":"2025-10-02T06:17:51","date_gmt":"2025-10-02T04:17:51","guid":{"rendered":"https:\/\/gpflug.de\/website\/?p=4164"},"modified":"2025-10-02T11:47:15","modified_gmt":"2025-10-02T09:47:15","slug":"phasen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2025\/10\/02\/phasen\/","title":{"rendered":"Phasen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-4167\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/IMG_20201122_102910-225x300.jpg\" alt=\"Img 20201122 102910\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/IMG_20201122_102910-225x300.jpg 225w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/IMG_20201122_102910-768x1024.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/IMG_20201122_102910-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/IMG_20201122_102910-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/IMG_20201122_102910-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/>Sie, die Sie diese Zeilen lesen, sind in der einen oder anderen Art auf der Suche, sonst w\u00fcrden Sie nicht hier\u00a0 sein.<\/p>\n<p>Ich habe im Lauf meines langen Lebens schon etliche Zielvorstellungen gehabt, soweit es meine spirituelle Sadhana anbelangt.<\/p>\n<p>Als junger Erwachsener, nach einer mehr oder wenigen schwierigen Kindheit und den folgenden Irrungen und Wirrungen der Pubert\u00e4t, versprachen die ersten B\u00fccher \u00fcber Meditation die \u201egro\u00dfe Ruhe\u201c.<\/p>\n<p>Ich stellte mir vor, dass die Zukunft so aussehen w\u00fcrde wie ein Schweben \u00fcber den Wolken: Das Gebraus der Welt mit ihrem t\u00e4glichen Kleinkram spielt sich weit unten ab.<!--more--><\/p>\n<p>Ein mildes L\u00e4cheln auf den Lippen, wo w\u00fcrde ich meine Tage hinfort verbringen!<\/p>\n<p>Das war Phase Eins, die angestrebte Flucht aus dem Strom des Lebens. Was anderes ist das nicht. Situationen, die als St\u00f6rungen definiert werden, mussten rigoros ausgeschaltet werden. Nichts durfte die Ruhe der Meditation unterbrechen.<\/p>\n<p>Da kam manchmal viel \u00c4rger des Weges, wenn die Umwelt, zum Beispiel die Mitbewohner, anderes Verhalten an den Tag legten, etwa Musik zu h\u00f6ren. Also, das geht ja gar nicht!<\/p>\n<p>Dann kam die Zeit der hohen Philosophie, in der Patanjalis Yoga-Sutren meine Bibel wurden.<\/p>\n<p>&#8222;Chitta Vritti Nirodha&#8220; ist das Sanskrit-Zitat aus dem zweiten Vers der Yoga-Sutras von Patanjali und bedeutet \u00fcbersetzt: \u201eYoga ist das zur Ruhebringen der Gedankenwellen des Geistes\u201c. Es ist die grundlegende Definition von Yoga, die den Zustand des Geistes beschreibt, der durch Achtsamkeits- und Meditationstechniken erreicht wird, um mentalen Frieden und eine tiefe, stille Wahrnehmung der Wirklichkeit zu erlangen.<\/p>\n<p>Die Grundannahme in dieser Phase war folgende: Wenn ich nur ganz konsequent jeden Morgen mein Hatha Yoga und die Meditation praktiziere, mich sattvisch ern\u00e4hre und einen Rhythmus in den Tagesablauf hineinbringe, dann werden die Gedankenwellen sicherlich zur Ruhe kommen und dem Vorsto\u00df zum Purusha steht nichts mehr im Wege.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eLeider\u201c spielten die Anforderungen des t\u00e4glichen Lebens in Form von Beruf, Kindern, Garten-und Hausarbeit und die eigenen Leidenschaften nicht so recht mit. Gewiss, nach zwei Stunden \u00dcbungen kehrte oft eine gewisse Ruhe ein, manchmal aber auch nicht. Hinzu kamen immer wieder Situationen, die schon eine gewisse Starrheit im Denken zeigten.<\/p>\n<p>Ich erinnere mich gerade an Reiseeindr\u00fccke in S\u00fcdindien: &#8222;Morgens um 6.00 Uhr geht der Bus. Ja, und was ist dann mit meinen \u00dcbungen? Ich kann doch nicht schon um 4.00 Uhr aufstehen.\u201c<\/p>\n<p>Bei den bisher beschriebenen Phasen handelt es sich um Jahrzehnte, nicht um Monate, um das mal auszusprechen.<\/p>\n<p>Was also dann?<\/p>\n<p>Wir hatten im Yogainstitut ein gefl\u00fcgeltes Wort: \u201eDie Gunas sind in st\u00e4ndiger Bewegung.\u201c Alles klar, ist man geneigt zu sagen, was denn sonst?<\/p>\n<p>Diese einfache Erkenntnis aber muss aus dem intellektuellen Wissen bis in die innersten Zellen sickern. Es geht um nicht weniger als die Akzeptanz aller Situationen, die kommen.<\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6rt ein solider philosophischer Hintergrund, eine Basis. Im Yoga nennen wir das Jnana. Man muss in der Erkenntnis verankert sein, dass jedes Geschehen im Universum, also auch im eigenen Leben, sinnhaft ist, und nicht einfach eine Abfolge von Situationen.<\/p>\n<p>Ich habe in einem der letzten Artikel Baruch de Spinoza erw\u00e4hnt. Er sagt, Gott ist keine Person, sondern die gesamte Realit\u00e4t. Also ist auch mein Leben ein Teil der g\u00f6ttlichen Realit\u00e4t.<\/p>\n<p>Wenn mich etwa jemand nervt, weil er mit 90 km\/h auf der linken Spur dahinschleicht, dann ist das erstens eine Botschaft, die mir was sagen will, und zweitens auch ein Teil der g\u00f6ttlichen Realit\u00e4t.<\/p>\n<p>Es geht also darum, das Leben quasi als eine Art Gesamtkunstwerk anzusehen, bestehend aus philosophischer Erkenntnis, intelligenter Lebensf\u00fchrung und Demut in der Annahme der Geschehnisse.<\/p>\n<p>Ich habe erkannt, dass es hilfreich ist, jeden Tag als eine Einheit zu sehen, die in Dankbarkeit und m\u00f6glichster Bewusstheit gestaltet werden sollte. L\u00e4ngere \u201ePlanungen\u201c \u00fcberfordern das menschliche Bewusstsein, aber kleine Abschnitte,\u00a0 so wie ein Tag, sind zu schaffen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie, die Sie diese Zeilen lesen, sind in der einen oder anderen Art auf der Suche, sonst w\u00fcrden Sie nicht hier\u00a0 sein. Ich habe im Lauf meines langen Lebens schon etliche Zielvorstellungen gehabt, soweit es meine spirituelle Sadhana anbelangt. 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