{"id":3917,"date":"2025-05-21T18:47:36","date_gmt":"2025-05-21T16:47:36","guid":{"rendered":"https:\/\/gpflug.de\/website\/?p=3917"},"modified":"2025-05-21T18:47:36","modified_gmt":"2025-05-21T16:47:36","slug":"mein-yoga","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2025\/05\/21\/mein-yoga\/","title":{"rendered":"Mein Yoga"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-3919\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG_20250103_165446-225x300.jpg\" alt=\"Img 20250103 165446\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG_20250103_165446-225x300.jpg 225w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG_20250103_165446-768x1024.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG_20250103_165446-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG_20250103_165446-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG_20250103_165446-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/>Vor kurzem war eine gute Freundin von mir bei einem Vipassana-Wochenende. Auf die Frage, wie es denn gewesen sei, z\u00f6gerte sie eine Weile, um dann \u201eJaaaaa &#8211; es war schon ganz gut, aber auch sehr anstrengend.\u201c<\/p>\n<p>\u201eHat es dir denn was gebracht?\u201c \u201eJaaaaa \u2013 ich glaube schon, es ist ja immer auch sehr anstrengend.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine andere Bekannte besuchte gerne immer wieder mal Zen-Retreats. Vor allem das lange Sitzen \u201esei sehr anstrengend\u201c, war der Kern der Berichterstattung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1980 erschien von Eckard Kroneberg das Buch \u201eBuddha Berlin Wilmersdorf\u201c. Er beschreibt darin seine Zeit in einem Theravada-Buddhismus-Kloster in Ceylon. Er berichtet von den H\u00f6hen und Tiefen des M\u00f6nchslebens. Die unbedingte Disziplin sei sowohl Fluch als auch Segnung. Dadurch werde der Tag strukturiert. Dunkle Gedanken k\u00e4men gar nicht auf, da jede Minute verplant sei. Er habe gro\u00dfe Gelassenheit und innere Ruhe erlebt, was manchmal zu tiefer Erkenntnis gef\u00fchrt habe.<!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Buch endet ern\u00fcchternd, denn allein zur\u00fcck in Wilmersdorf begann wieder der ganz profane Alltag, der schleichend in sein Leben Einzug hielt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als ich 1978 von meinem ersten langen Aufenthalt am Yogainstitute Bombay zur\u00fcckkam, war ich fest \u00fcberzeugt, alle Probleme meiner Vergangenheit gel\u00f6st zu haben. In der Zukunft w\u00fcrden sowieso keine mehr auftauchen, \u201edenn nun bin ich ja durch Yoga auf dem Pfad der Erleuchtung, der in B\u00e4lde zum Samadhi f\u00fchrt.\u201c<\/p>\n<p>Eine Woche nach der Heimkehr packte mich das Bed\u00fcrfnis nach einem k\u00fchlen Bier. Es wurden zwei, und ich sa\u00df vollkommen desillusioniert zu Hause und dachte nur: \u201eWas ist das denn, war alles umsonst?\u201c<\/p>\n<p>Als ich das Institut verlie\u00df, sagte Sri Yogendra, der Gr\u00fcnder: \u201eSomething is gained.\u201c Ich empfand das damals als recht ern\u00fcchternd, aber nat\u00fcrlich hatte er recht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Was also dann, wenn diese Trainings und Retreats, kaum dass man zuhause ist, wieder im Alltag verschwinden?<\/p>\n<p>W\u00e4hrend unserer Ausbildung zu Yogalehrern im Yogainstitute sprach man nie von Meditation, sondern nur von \u201eConditioning\u201c. Man wusste sehr genau, dass der Yogastudent oder generell der \u201eNormalmensch\u201c \u00fcberhaupt nicht f\u00e4hig ist, zu meditieren. Die Meditation beginnt auf den letzten drei Stufen des Achtfachen Pfades des Yoga.<\/p>\n<p>Sich konditionieren ist ein Prozess, den das Individuum zur Modifikation seiner Physis oder seines Denkens praktiziert.<\/p>\n<p>Es bedeutet, dass man verschiedene Werkzeuge benutzt, um etwas bei sich zu ver\u00e4ndern. Dies k\u00f6nnen nat\u00fcrlich Asanas, Atem\u00fcbungen und dergleichen sein. Ich habe dar\u00fcber in meinem Yogalehrbuch ausf\u00fchrlich geschrieben.<\/p>\n<p>Im weitesten Sinn handelt es sich darum, eine bestimmte Sicht auf sich und die Welt zu verst\u00e4rken. Man liest f\u00f6rderliche B\u00fccher (Svadhyaya), die zum Nachdenken und zur Selbstreflexion f\u00fchren. Wer bin ich, was ist der Sinn von all dem? Wo m\u00f6chte ich hin? Welche Werte habe ich? Es ist die Besch\u00e4ftigung mit den Yamas und Niyamas, ohne die keine Transformation m\u00f6glich ist. Ohne Ethik geht nichts!<\/p>\n<p>Es geht um ein immer wieder Innehalten: Staunen, wenn der erste Sonnenstrahl des neuen Tages \u00fcber den Horizont scheint. Eine Rose betrachten, sie riechen, versuchen, sie ganz zu erfassen und durch die Wahrnehmung ihrer Sch\u00f6nheit die Vollkommenheit der ganzen Natur zu sehen. Das f\u00fchrt dazu, die Zusammenh\u00e4nge zwischen den Dingen zu erkennen. Da kann der Gedanke wachsen: \u201eWenn alles zusammenh\u00e4ngt, dann gibt es auch keine Trennung zwischen mir und den anderen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es ist ein ausdauerndes Kreisen um das Ziel, die Trennung vom gro\u00dfen Ganzen zu \u00fcberwinden; also nicht irgendetwas zu lieben, sondern zu lieben. Dieses \u201edran bleiben\u201c nennen wir Abhyasa.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sicher ist es n\u00fctzlich, ein Retreat mitzumachen. Es ist ein Mosaikstein im ganzheitlichen Bem\u00fchen. Mehr aber nicht!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich werde manchmal gefragt: \u201eMachst du denn immer noch regelm\u00e4\u00dfig Yoga?\u201c Die Antwort ist ein fr\u00f6hliches: \u201eJa, jeden Tag, von morgens bis abends.\u201c<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor kurzem war eine gute Freundin von mir bei einem Vipassana-Wochenende. 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