{"id":3903,"date":"2025-05-10T17:58:18","date_gmt":"2025-05-10T15:58:18","guid":{"rendered":"https:\/\/gpflug.de\/website\/?p=3903"},"modified":"2025-05-10T17:58:18","modified_gmt":"2025-05-10T15:58:18","slug":"mensch-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2025\/05\/10\/mensch-sein\/","title":{"rendered":"Mensch sein!"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-3905\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG_20250510_175300-225x300.jpg\" alt=\"Img 20250510 175300\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG_20250510_175300-225x300.jpg 225w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG_20250510_175300-768x1024.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG_20250510_175300-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG_20250510_175300-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG_20250510_175300-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/>Gegenw\u00e4rtig scheint sich in Bezug auf die Wolfspopulation in Europa etwas zu tun. Es wird dar\u00fcber diskutiert, ob die Art von streng gesch\u00fctzt zu gesch\u00fctzt herabgestuft wird, um seine Bejagung, falls erforderlich, zu erleichtern.<\/p>\n<p>Was W\u00f6lfe anbelangt, gibt es in der Bev\u00f6lkerung kaum Grauzonen. Die einen halten ihn f\u00fcr ein gef\u00e4hrliches Raubtier, vor dem vor allem die Menschen gesch\u00fctzt werden m\u00fcssen. F\u00fcr andere ist er der Inbegriff der Freiheit und Ungebundenheit.<\/p>\n<p>Er durchstreift die Weiten der verschneiten Tundra. Der Mond wirft sein fahles Licht und er stimmt mit seinen Artgenossen sein klagendes Lied an.<!--more--><\/p>\n<p>Ich glaube, die Faszination liegt darin, dass W\u00f6lfe niemandem Rechenschaft schuldig sind. Sie sind frei zu tun, was immer sie wollen.<\/p>\n<p>Ein \u00e4hnliches Bild vermittelt der Adler, der hoch \u00fcber den Gipfeln schwebt oder gar der gewaltige Kondor, der die Anden quert.<\/p>\n<p>Tief unter ihnen ist das Gewusel der Welt mit ihren kleinlichen Gesch\u00e4ften und Rangeleien.<\/p>\n<p>Freiheit wird schon immer mit Einsamkeit assoziiert.<\/p>\n<p>Der faszinierte Betrachter jedoch w\u00e4hnt sich in tausend Abh\u00e4ngigkeiten und leidigen Beziehungen und w\u00e4re doch gerne der Albatros, der in rasendem Flug die Roaring Forties \u00fcberfliegt.<\/p>\n<p>Wenn wir in unsere menschliche Sph\u00e4re gehen, so definieren wir Freiheit als die M\u00f6glichkeit, zu tun, was wir wollen:<\/p>\n<p>Bis Nachmittag im Bett liegen, die N\u00e4chte durch tanzen, tafeln an reich gedeckten Tischen, nicht zu vergessen die dionysischen Gestalten, die uns die Weinreben in die lustvoll ge\u00f6ffneten M\u00fcnder halten.<\/p>\n<p>Aus der Entwicklungspsychologie (wir wissen das ja auch von uns selbst) kennen wir die Begriffe \u201esich austoben\u201c, \u201edie H\u00f6rner absto\u00dfen\u201c. Man billigt solches dem jungen Menschen zu, danach aber wird verlangt, dass dieser sich dem Ernst des Lebens zuwendet und sich die \u201eFlausen\u201c aus dem Kopf schl\u00e4gt.<\/p>\n<p>Das war&#8217;s dann mit der Freiheit \u2013 und wenn man sich klar macht, dass das verbleibende Leben noch ziemlich lange w\u00e4hrt, ist das recht traurig.<\/p>\n<p>Diese ganzen Bilder von Freiheit, seien es W\u00f6lfe, Adler, Albatrosse oder dionysische Gelage (heutzutage die Junggesellenabschiede) haben einen Fehler, sie funktionieren nicht. Wolf, Adler und Albatros sind v\u00f6llig eingebunden in ihre Instinkte, aus denen es kein Entrinnen gibt. Nach der Orgie bei den Menschen folgt der Katzenjammer oder die Klosch\u00fcssel.<\/p>\n<p>Immer, wenn Zwang involviert ist, kann es keine Freiheit geben. Immer, wenn etwas gebraucht wird, um frei zu sein, seien es Drogen, Reisen in ferne L\u00e4nder oder was auch immer, ist man unfrei.<\/p>\n<p>Trotz aller Romantik dreht sich das Leben der W\u00f6lfe ausschlie\u00dflich um Fressen, Rangordnung und Paarung. Mehr gestatten ihm seine Instinkte nicht.<\/p>\n<p>Die Daseinsebene der meisten Menschen sieht nicht viel anders aus. Dabei verf\u00fcgen wir Menschen als einzige Spezies \u00fcber die F\u00e4higkeit, uns \u00fcber diese Beschr\u00e4nkungen zu erheben. Das ist es, was unser Mensch-Sein ausmacht. Nichts anderes!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Yoga sagen wir: Wer sein Dharma erf\u00fcllt, ist frei. Wer in einem gegebenen Moment in der Lage ist, seine innere und \u00e4u\u00dfere Realit\u00e4t wahrzunehmen und neue Erfahrungen zu integrieren, sodass sich ein Kontinuum von Wahrnehmung und Erleben ergibt, der ist frei.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Anders ausgedr\u00fcckt: Wer seine Lebensumst\u00e4nde anerkennt und annimmt, quasi erkennt: \u201eDas bin ich und das ist mein Leben\u201c, der ist frei.<\/p>\n<p>Das ist die Basis, von der aus die Reise zur Wahrnehmung der absoluten Realit\u00e4t beginnen kann. So wie es in der Bibel steht: \u201eGott schuf den Menschen sich zum Bilde.\u201c<\/p>\n<p>Das Tor dahin ist das Annehmen. Daraus entsteht das Geben und das Lieben.<\/p>\n<p>Ohne Zweck \u2013 zwecklos! Einfach Sein!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wer diesen Ma\u00dfstab anlegt, verfehlt das nicht, was uns zu Menschen macht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gegenw\u00e4rtig scheint sich in Bezug auf die Wolfspopulation in Europa etwas zu tun. Es wird dar\u00fcber diskutiert, ob die Art von streng gesch\u00fctzt zu gesch\u00fctzt herabgestuft wird, um seine Bejagung, falls erforderlich, zu erleichtern. Was W\u00f6lfe anbelangt, gibt es in der Bev\u00f6lkerung kaum Grauzonen. 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