{"id":3827,"date":"2025-03-08T17:09:26","date_gmt":"2025-03-08T16:09:26","guid":{"rendered":"https:\/\/gpflug.de\/website\/?p=3827"},"modified":"2025-03-08T17:09:26","modified_gmt":"2025-03-08T16:09:26","slug":"samskara-vasana","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2025\/03\/08\/samskara-vasana\/","title":{"rendered":"Samskara-Vasana"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-3829\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/IMG_20241216_120808-225x300.jpg\" alt=\"Img 20241216 120808\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/IMG_20241216_120808-225x300.jpg 225w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/IMG_20241216_120808-768x1024.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/IMG_20241216_120808-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/IMG_20241216_120808-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/IMG_20241216_120808-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/>Vor einigen Jahrzehnten besuchte mein Guru, Dr. Jayadeva Yogendra, Deutschland. Sadhakas aus ganz Europa und Kanada kamen in das Yogazentrum in S\u00fcddeutschland, um ihm zu begegnen, so auch ich.<\/p>\n<p>Eine Woche Zusammensein mit Gleichgesinnten, mit Meditationen und Vortr\u00e4gen von unserem Guru. Einer der Sadhakas, nennen wir ihn Harry, kam aus Spanien. Ich kannte ihn schon vom Yogainstitute Bombay. Er war schon lange als Yogalehrer in verschiedenen Gegenden der Welt t\u00e4tig, so zum Beispiel im Libanon w\u00e4hrend des B\u00fcrgerkriegs. Er war ein humorvoller Typ, ganz im Gegenteil zu manchen \u201eWould be Yogis\u201c, die ihre Sadhana todernst vor sich hertragen und die auf mich immer etwas blasiert und arrogant wirken. Wir verstanden uns gut.<!--more--><\/p>\n<p>Er ging w\u00e4hrend dieser Woche immer ins Nachbardorf, um einen Kaffee zu trinken, denn selbstverst\u00e4ndlich gab es den im Yogazentrum nicht. Die anderen \u201eYogis\u201c sahen sich wissend an, ,,ja ja, das ist halt der Harry\u201c.<\/p>\n<p>Um es an dieser Stelle ganz deutlich zu sagen, er ist einige Jahre \u00e4lter als ich und ist einer der ernsthaftesten Sucher, die ich kenne. Inzwischen lebt er schon lange wieder in Bombay und ist in engem Kontakt mit dem Institute.<\/p>\n<p>Wir verstanden uns gut und ich lud ihn ein, das Wochenende nach dem Seminar bei uns zuhause zu verbringen. So geschah es dann auch und ich freute mich auf interessante Gespr\u00e4che. Auf der Fahrt nach Hause bat er, an einem Supermarkt zu halten, er wolle noch was besorgen. Nach der Ankunft zog er sich in sein Zimmer zur\u00fcck, aus dem er im folgenden selten herauskam. Daf\u00fcr aber Zigarettenrauch und der Geruch von Wein.<\/p>\n<p>Ich war in meinen Grundfesten ersch\u00fcttert und tief entt\u00e4uscht. \u201eWie kann es das geben, ausgerechnet Harry?\u201c<\/p>\n<p>Gestern Abend machte ich noch einen kurzen Spaziergang und sah am Wegrand eine leere Zigarettenschachtel liegen. Zuhause lie\u00df mich der Gedanke daran nicht mehr los und das Ende vom Lied war, dass ich losging und mir Zigaretten kaufte. In meiner Jugend rauchten M\u00e4nner. Das war einfach so. Bei meiner Konfirmation bot mir Onkel Gustav eine an mit den Worten: \u201eDu bist jetzt erwachsen, hier rauch&#8216; eine.\u201c<\/p>\n<p>In Yogakursen wirken die \u201eYogis\u201c ja immer sehr weise und alle schauen bewundernd zu ihnen auf, \u201each, so m\u00f6chte ich auch mal werden, aber das werde ich wohl nicht schaffen.\u201c In solchen F\u00e4llen ermuntert der Lehrer, weise l\u00e4chelnd \u201enur Mut, das wird schon\u201c.<\/p>\n<p>Wir, die wir unser Leben nach den Regeln des Yoga versuchen auszurichten, sind wie alle anderen auch, Menschen mit St\u00e4rken und Schw\u00e4chen, die das Menschsein ausmacht. Aber \u2013 und das macht den Unterschied, wir fallen hin, r\u00fccken die Krone zurecht und machen weiter.<\/p>\n<p>Auf dem Schlachtfeld von Kurukshetra antwortet Krishna auf Arjunas Frage, ob alles Bem\u00fchen umsonst gewesen sei, wenn man den Pfad des Yogas verl\u00e4sst: \u201eNichts ist umsonst, alles ist ein Gewinn\u201c.<\/p>\n<p>Unser Denken ist mit Millionen, wenn nicht Milliarden, Eindr\u00fccken gef\u00fcllt. Jeder dieser Eindr\u00fccke hinterl\u00e4sst einen Abdruck, wir nennen das Samskara. Keiner davon verschwindet, sie sinken nur in die Tiefen des Bewusstseins.<\/p>\n<p>Wenn viele gleichartige Eindr\u00fccke angesammelt werden, werden daraus Vasanas.<\/p>\n<p>Der feinstoffliche Zustand des Verlangens, der W\u00fcnsche, Sehns\u00fcchte und so weiter wird Vasana genannt. Manche Philosophen bezeichnen mit Vasana ein Bestreben oder eine Neigung. Andere definieren Vasana als \u201edas blinde H\u00e4ngen an Sinnesobjekten durch intensives Verlangen oder Begehren ohne \u00dcberlegung beziehungsweise Nachdenken\u201c. (Swami Sivananda)<\/p>\n<p>Diese Samskara-Vasanas k\u00f6nnen jederzeit wieder aktiv werden, so tief sie auch im Unbewussten ruhen, wenn ein Sinneseindruck mit ihnen korrespondiert, zum Beispiel eine Zigarettenschachtel.<\/p>\n<p>Da kann leicht Mutlosigkeit aufkommen, \u201eist eh alles umsonst\u201c.<\/p>\n<p>Nichts ist umsonst!<\/p>\n<p>Wie bei dem Yogi, der in tiefer Meditation am Ufer des Ganges sitzt, bis eine Gruppe von jungen M\u00e4dchen vorbei geht. Ihr fr\u00f6hliches Lachen und das Geklingel ihrer Fu\u00dfkettchen \u201ewecken\u201c ihn und er sieht ihnen verz\u00fcckt nach. H\u00e4tte er sich auch nicht gedacht.<\/p>\n<p>Also, keep on tracking.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor einigen Jahrzehnten besuchte mein Guru, Dr. Jayadeva Yogendra, Deutschland. Sadhakas aus ganz Europa und Kanada kamen in das Yogazentrum in S\u00fcddeutschland, um ihm zu begegnen, so auch ich. Eine Woche Zusammensein mit Gleichgesinnten, mit Meditationen und Vortr\u00e4gen von unserem Guru. Einer der Sadhakas, nennen wir ihn Harry, kam aus Spanien. 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