{"id":3670,"date":"2024-09-09T10:16:06","date_gmt":"2024-09-09T08:16:06","guid":{"rendered":"https:\/\/gpflug.de\/website\/?p=3670"},"modified":"2024-09-09T10:20:59","modified_gmt":"2024-09-09T08:20:59","slug":"das-weltbild-des-yoga-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2024\/09\/09\/das-weltbild-des-yoga-teil-2\/","title":{"rendered":"Das Weltbild des Yoga Teil 2"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_3673\" aria-describedby=\"caption-attachment-3673\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-3673\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/IMG_20171112_084915-300x225.jpg\" alt=\"Cof\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/IMG_20171112_084915-300x225.jpg 300w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/IMG_20171112_084915-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/IMG_20171112_084915-768x576.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/IMG_20171112_084915-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/IMG_20171112_084915-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-3673\" class=\"wp-caption-text\">cof<\/figcaption><\/figure>\n<p>Was aber hat es mit den farbigen Schleiern auf sich? Woraus bestehen sie? Was ist ihr Wesen? Wir\u00a0 wollen uns jetzt das andere Grundprinzip anschauen.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 18pt;\">Die Gunas &#8211; oder der Tanz der Schleier.<\/span><!--more--><\/p>\n<p>Die zweite Wesenheit ist Prakrti. Das hei\u00dft: das Zuerst-Gemachte.\u00a0 Prakrti ist das, was wir als Sch\u00f6pfung wahrnehmen. Man k\u00f6nnte auch Materie \u00fcbersetzen. Sie ist in st\u00e4ndiger Bewegung, in immerw\u00e4hrendem Werden und Vergehen. In der indischen Mythologie ist dies sehr sch\u00f6n dargestellt in der Gestalt des Shiva Nataraja, des tanzenden Shiva. Shiva rep\u00e4sentiert den g\u00f6ttlichen Aspekt des Vergehens und Neuentstehens. Als Nataraja durchtanzt er die Sch\u00f6pfung, zerst\u00f6rt und erschafft fortw\u00e4hrend neu und bleibt selbst, ein ewiges L\u00e4cheln auf den Lippen, unber\u00fchrt davon. Er symbolisiert\u00a0 den Purusa, ewig, in sich selbst ruhend. Seine weibliche, tanzende Seite, Shakti, ist vergleichbar mit Prakrti. Sie ist in immerw\u00e4hrender Bewegung, dem Tanz des Erschaffens und Ersterbens. In diesem Bild erg\u00e4nzen sich das m\u00e4nnliche und weibliche Moment.<\/p>\n<p>Ein anderes Beispiel verdeutlicht die Beziehung zwischen Purusa und Prakrti noch besser. Stell&#8216; dir vor, du sitzt in einem Kino und verfolgst gebannt das Geschehen auf der Leinwand. Du identifizierst dich mit den handelnden Personen, gehst mit ihnen durch Freud und Leid, und f\u00fchlst dich als Teil der Geschichte. Die Quelle des ganzen Geschehens jedoch ist die Projektionslampe, vor der der Film entlangl\u00e4uft. Du bist dir ihrer nicht bewusst, weil du versunken bist in das Drama, das sich vor deinen Augen abspielt. Wenn die Projektorlampe allerdings nicht w\u00e4re, w\u00fcrde der ganze faszinierende &#8222;Tanz&#8220; auf der Leinwand nicht stattfinden.<\/p>\n<p>Was du da siehst, ist das Leben in all seiner Farbigkeit und mit den H\u00f6hen und Tiefen, dem Gl\u00fcck und dem Leid.<\/p>\n<p>W\u00e4re es nicht manchmal w\u00fcnschenswert, das ganze Drama mit ein wenig Distanz betrachten zu k\u00f6nnen, sich seines Purusa, seines inneren, vollkommenen Menschen bewusst zu sein?<\/p>\n<p>Ich sagte oben schon, dass es das Ziel des Yogas ist, sich seiner wahren, vollkommenen Natur bewusst zu werden. Dann h\u00f6rt alles K\u00e4mpfen, alles Rasen und Streben auf, weil es nichts mehr zu erstreben gibt.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend es nun unz\u00e4hlige Purusas gibt, die zwar gleichartig aber nicht identisch sind, gibt es nur eine Prakrti.<\/p>\n<p>Sie setzt sich zusammen aus drei verschiedenen Qualit\u00e4ten. Diese drei Qualit\u00e4ten sind in allem was existiert.<\/p>\n<p>Die erste dieser Qualit\u00e4ten ist Sattva, das Reine, das Klare, das Erkennende. Wenn du z.B. in einem Zustand von hoher Wahrnehmungsf\u00e4higkeit bist, vollkommen wunschlos ohne das st\u00e4ndige \u201eich will &#8220; und \u201eich muss&#8220;. Du bist nicht tr\u00e4ge oder m\u00fcde, sondern hellwach, dann dominiert in diesem Moment das Sattva-Prinzip oder, wie die Yogis sagen, das Sattvaguna. Das Wort Guna bedeutet Schnur, Strick oder Faden. Wie in einem Seil drei Schn\u00fcre miteinander verdreht sind, so sind in jedem Existierenden auch die drei Gu&amp;as oder Grundqualit\u00e4ten vertreten.<\/p>\n<p>Du kennst diese sattvischen Gem\u00fctszust\u00e4nde bestimmt auch. Du hast sie erlebt, wenn du etwas Sch\u00f6nes betrachtet hast und dir die darin liegende Vollkommenheit blitzartig klar wurde. Kein anderer Gedanke war in dieser Sekunde vorhanden. Nur reines Wahrnehmen und Erkennen. Vielleicht hast du auch schon erlebt, wie mitten in einem hei\u00dfen Streit, in den du dich mit jemanden verrannt hattest, pl\u00f6tzlich eine innere Klarheit in dir hochstieg, die dir die ganze Relativit\u00e4t der umk\u00e4mpften Positionen deutlich werden lie\u00df, und nur noch Friede und Verstehen f\u00fcr alles um dich herum in dir war. Das ist Sattva.<\/p>\n<p>(wird fortgesetzt)<\/p>\n<p>Das Yoga Lehrbuch, G. Pflug bei Schirner 2004<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was aber hat es mit den farbigen Schleiern auf sich? Woraus bestehen sie? Was ist ihr Wesen? Wir\u00a0 wollen uns jetzt das andere Grundprinzip anschauen. 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