{"id":356,"date":"2017-03-09T14:20:45","date_gmt":"2017-03-09T13:20:45","guid":{"rendered":"http:\/\/gpflug.de\/website\/?p=356"},"modified":"2018-05-25T14:13:42","modified_gmt":"2018-05-25T12:13:42","slug":"was-ist-wirklich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2017\/03\/09\/was-ist-wirklich\/","title":{"rendered":"Was ist wirklich?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Wir erleben t\u00e4glich den erstaunlichen Vorgang, dass wir uns in \u00e4u\u00dfere Vorg\u00e4nge verstricken und den damit verbundenen Gef\u00fchlen nicht entkommen k\u00f6nnen. Am deutlichsten wird das, wenn wir uns im Negativen festbei\u00dfen. Dann pl\u00f6tzlich, vielleicht ausgel\u00f6st durch einen positiven Sinneseindruck wie dem Zwitschern eines Vogels, ist alles anders. Das, was uns vorher so fesselte, erscheint pl\u00f6tzlich als nicht existent.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gew\u00f6hnlich messen wir diesem Vorgang keine Bedeutung zu. Wir denken einfach: \u201eGott sei Dank hat sich meine Laune gebessert.\u201c Auf einer tieferen Ebene allerdings erhebt sich die Frage, ob das, was wir als real ansehen, wirklich real ist oder nur Einbildung.<br \/>\nWenn wir uns einen Stein ansehen, ist der in der n\u00e4chsten Woche immer noch ein Stein. Real hat sich nat\u00fcrlich auch da was ver\u00e4ndert, aber das soll uns jetzt nicht k\u00fcmmern.<br \/>\nWas sich aber sicher immer ver\u00e4ndert, ist der Blickwinkel oder das Gef\u00fchl, mit dem wir diesen augenscheinlich immer gleichen Stein betrachten. Somit ist es nicht das Objekt an sich, was unsere f\u00fchlbare Realit\u00e4t kreiert, sondern aus welcher inneren Einstellung heraus wir uns ihm n\u00e4hern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Allein, wenn wir diesen Gedanken immer wieder mal denken, f\u00fchrt das dazu, dass wir eventuell nicht so lange in einem negativen Gef\u00fchl festh\u00e4ngen. Darum geht es ja. Kein Mensch hat ja was dagegen, in einer positiven Stimmung zu verweilen.<br \/>\nEs k\u00f6nnte also sein, dass die Welt, so wie wir sie sehen, gar nicht so ist. Dass die Buddhisten recht haben, wenn sie sagen, alles sei nur Einbildung und nicht wirklich.<br \/>\nDr\u00fccken wir es einmal zeitgem\u00e4\u00df aus. Wenn wir gut drauf sind, ist die Welt hell, die Probleme scheinen nicht unl\u00f6sbar und alles ist easy. Ich brauche nicht lange auszuf\u00fchren, dass das ganz anders ist, wenn wir schlecht drauf sind. Wir alle kennen das.<br \/>\nFolglich br\u00e4uchten wir nur immer gut \u201edrauf\u201c zu sein und die Welt erstrahlt in hellem Sonnenschein. Aber jetzt mal wieder Spa\u00df bei Seite. Dies ist das zentrale Problem des menschlichen Seins und Denker, Religionsstifter und Philosophen widmen sich ihm seit Jahrtausenden. Es gibt unz\u00e4hlige Techniken, Meditationen und Ratgeber, die uns helfen wollen, in positiven Gem\u00fctszust\u00e4nden zu verweilen. Meist sind wir aber zu bequem, den Techniken und Ratschl\u00e4gen mit der erforderlichen Konsequenz zu folgen.<br \/>\nEs gibt im Yoga den Begriff Svadhyaya. Das bedeutet, dass es wichtig ist, womit wir uns besch\u00e4ftigen. Wir haben Einfluss darauf, was in unser Denken hineingelangt. Zuviel Negativit\u00e4t tut uns nicht gut. Deswegen sollten wir B\u00fccher lesen, die unsere Pers\u00f6nlichkeit auf ein h\u00f6heres Niveau liften.<br \/>\nDas hat nichts mit positivem Denken zu tun, sondern folgt einfach der \u00dcberlegung, dass das was man in eine Flasche hinein f\u00fcllt, dann auch drinn ist.<br \/>\nEs gibt im Yoga die sogenannte Chakrenlehre. Chakren sind Nervenknoten, die sich entlang der Wirbels\u00e4ule reihen. Metaphysisch gesehen symbolisieren die Chakren, auf welcher Bewusstseinsebene ein Individuum existiert. Das Wurzel &#8211; oder Muladhara \u2013 Chakra zum Beispiel, angesiedelt im Bereich des Beckenbodens, ist der Sitz von vitalen Gef\u00fchle und Trieben. Hier geht es um Basisbed\u00fcrfnisse wie Essen, \u00dcberleben, Sex &#8211; aber auch um Gier und Wut. Menschen, die in diesem Chakra festsitzen, interessieren sich schwerlich f\u00fcr die lichten H\u00f6hen des Geistes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mir kommt es in diesem Essay auf das vierte Chakra, das Herz \u2013 oder Anahata \u2013 Chakra an. Wie der Name sagt, ist es in H\u00f6he des Herzens angesiedelt. In diesem Bereich l\u00f6sen sich Gegens\u00e4tze auf. Hier k\u00f6nnen wir mit unserem h\u00f6heres Selbst in Ber\u00fchrung kommen. Es ist der Sitz der reinen Liebe f\u00fcr alles, was ist. Menschen, die auf dieser Ebene existieren, sehen die Probleme um sich herum, aber sie sind in der Lage, Gef\u00fchl und Verstand zu verschmelzen und gleichsam in der Liebe zu bleiben.<br \/>\nWenn ich das auf die im Moment allgegenw\u00e4rtige Fl\u00fcchtlingsdebatte anwende, so bedeutet das zum Beispiel, dass man verstandesm\u00e4\u00dfig sehen kann, dass es Grenzen der Aufnahmekapazit\u00e4t gibt. Das beinhaltet auch entsprechendes Handeln, nicht aber das Abgleiten in Hass und Intoleranz. Vielmehr bleiben Denken, F\u00fchlen und Handeln auf der Ebene des Mitf\u00fchlens und der Liebe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was also ist wirkliche Realit\u00e4t? Je nachdem, auf welcher Existenzebene man sich befindet, sieht die Welt anders aus und das ist f\u00fcr das jeweilige Individuum auch Tatsache.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Karl Marx sagte: \u201eDas Sein schafft das Bewusstsein\u201c. Hier sehen wir, dass es genau anders herum ist. Wobei er nat\u00fcrlich recht hat, indem er in diesem Satz zum Ausdruck bringt, dass ein Mensch, dessen Grundbed\u00fcrfnisse nicht erf\u00fcllt werden, auch keine Energie hat, sich mit geistigen Dingen zu besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es lohnt sich, dar\u00fcber immer wieder einmal nachzudenken.<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir erleben t\u00e4glich den erstaunlichen Vorgang, dass wir uns in \u00e4u\u00dfere Vorg\u00e4nge verstricken und den damit verbundenen Gef\u00fchlen nicht entkommen k\u00f6nnen. Am deutlichsten wird das, wenn wir uns im Negativen festbei\u00dfen. Dann pl\u00f6tzlich, vielleicht ausgel\u00f6st durch einen positiven Sinneseindruck wie dem Zwitschern eines Vogels, ist alles anders. 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