{"id":3526,"date":"2024-04-17T16:44:46","date_gmt":"2024-04-17T14:44:46","guid":{"rendered":"https:\/\/gpflug.de\/website\/?p=3526"},"modified":"2024-04-17T16:49:17","modified_gmt":"2024-04-17T14:49:17","slug":"vom-wildwasser-zum-ruhigen-strom","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2024\/04\/17\/vom-wildwasser-zum-ruhigen-strom\/","title":{"rendered":"Vom Wildwasser zum ruhigen Strom"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-3528\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_20240417_161001-225x300.jpg\" alt=\"Img 20240417 161001\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_20240417_161001-225x300.jpg 225w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_20240417_161001-768x1024.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_20240417_161001-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_20240417_161001-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_20240417_161001-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/>Das Grundproblem menschlicher Existenz ist, dass die Welt au\u00dferhalb des Individuums nicht kontrollierbar ist.<\/p>\n<p>Wie also ist es m\u00f6glich, ein zufriedenes Leben zu f\u00fchren, ohne von den \u00e4u\u00dferen Umst\u00e4nden zu sehr negativ beeinflusst zu werden?<\/p>\n<p>Ohne eine gewisse philosophische Weltsicht, Marx nannte das den philosophischen \u00dcberbau, in die wir die Geschehnisse, die uns widerfahren einordnen k\u00f6nnen, ist das schwerlich m\u00f6glich. Im Yoga bezeichnen wir das als Jnana, das bedeutet das Wissen darum, wie die Welt funktioniert.<!--more--><\/p>\n<p>Die Grundingredienzien, aus denen die Materie aufgemacht ist, n\u00e4mlich das Treibende (Rajas), das Tr\u00e4ge (Tamas) und das Gleichgewicht zwischen beiden (Sattva), sind in konstanter Bewegung, selbst wenn wir das nicht wahrnehmen.<\/p>\n<p>Das Stahlblech unseres neuen Autos f\u00e4ngt schon an zu rosten, w\u00e4hrend wir es nach Hause \u00fcberf\u00fchren.<\/p>\n<p>Yoga sagt, dass die Materie, also das, was wir sinnlich wahrnehmen, nur den Zweck hat, uns zu Erfahrungen zu verhelfen, die uns zur Erkenntnis f\u00fchren. Das bedeutet, dass sich diese Ingredienzien (Gunas) individuell so gruppieren, dass wir genau diese Erfahrungen machen, die wir ben\u00f6tigen. Deshalb sind die Erfahrungen und Erlebnisse eines anderen nie die gleichen wie unsere eigenen und sie sind nicht besser und auch nicht schlechter.<\/p>\n<p>Das Wesentliche an diesen Prozessen ist, dass wir diese Ereignisse so lange \u201evorgesetzt\u201c bekommen, bis wir sie \u201ebegriffen\u201c haben, das hei\u00dft, bis wir ihnen mit Gleichmut und Liebe begegnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Soweit zun\u00e4chst zur \u00e4u\u00dferen Welt.<\/p>\n<p>Die Weisen sagen, dass wir nur die innere Welt unter Kontrolle haben. Damit sind unsere Gef\u00fchle, Gedanken, W\u00fcnsche, Sehns\u00fcchte, Likes und Dislikes, Erwartungen und \u00c4ngste gemeint.<\/p>\n<p>Das ist f\u00fcr einen Yogi durchaus richtig, weil er durch die Techniken des Yoga, die er konsequent praktiziert, sein Denken und seinen K\u00f6rper kontrollieren kann.<\/p>\n<p>F\u00fcr gew\u00f6hnliche Sterbliche ist das nicht so leicht. Wir haben unsere Erziehung, die vielleicht nicht so optimal verlaufen ist, hinter uns. Wir haben unsere verborgenen Schatten, die wir gerne,auch vor uns selbst, verbergen m\u00f6chten. Und wir haben unsere tiefsitzenden S\u00fcchte und diverse Verhaltensweisen, die partout nicht von uns weichen m\u00f6chten. Das alles versucht, uns t\u00e4glich vorzuf\u00fchren, dass wir unser Inneres eben nicht in der Hand haben. Zudem korrespondiert das Innen st\u00e4ndig mit dem Au\u00dfen.<\/p>\n<p>T\u00e4glich nehmen wir Eindr\u00fccke auf, die uns zur Wei\u00dfglut bringen oder uns deprimieren. In solchen Momenten f\u00fchlen wir uns gleichsam au\u00dfen gesteuert und f\u00fchlen uns wehrlos ausgeliefert und es dauert, bis wir wieder Herr unserer Selbst sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich habe seit vielen Jahrzehnten einen vergilbten, schon fast unleserlichen Zettel \u00fcber dem Schreibtisch h\u00e4ngen, den mir einmal ein Freund gab. Darauf steht:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u201eDas Wichtigste f\u00fcr uns ist, auch dem schlimmsten Weg nicht auszuweichen, wie er auch beschaffen sei, und rein verstandesm\u00e4\u00dfig das Beste anzustreben.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Wichtig ist es, durch alles hindurch zu schreiten, was als Lebens-Wirklichkeit auf uns zukommt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Mit anderen Worten:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Angenommen, ich falle in die H\u00f6lle, dann ist eben die H\u00f6lle mein Leben, und ich lebe es zu Ende. Wenn ich ins Paradies komme, so ist das Paradies mein Leben, und ich lebe es voll aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Das ist die Einstellung, die wir beziehen m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das ist es, was die Gunatheorie aussagt. Es ist v\u00f6llig zwecklos, dem st\u00e4ndigen Wandel und der damit verbundenen Unsicherheit Widerstand entgegensetzen zu wollen. Wir sollten st\u00e4ndig daran arbeiten, gleichsam durchl\u00e4ssig zu werden f\u00fcr das, was sich ereignet und versuchen, unser Denken und F\u00fchlen im Augenblick zu halten, anstatt in das innere Tohuwabohu hineinzugehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Epiktet, der Stoiker, bringt es auf den Punkt. Frei zitiert sagt er:<\/p>\n<p>\u201eWenn man ins Bad geht und erwartet, dass man nicht nass wird, ist man ein Narr. \u201c<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Grundproblem menschlicher Existenz ist, dass die Welt au\u00dferhalb des Individuums nicht kontrollierbar ist. Wie also ist es m\u00f6glich, ein zufriedenes Leben zu f\u00fchren, ohne von den \u00e4u\u00dferen Umst\u00e4nden zu sehr negativ beeinflusst zu werden? 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