{"id":3489,"date":"2024-02-28T10:37:03","date_gmt":"2024-02-28T09:37:03","guid":{"rendered":"https:\/\/gpflug.de\/website\/?p=3489"},"modified":"2024-02-29T09:18:41","modified_gmt":"2024-02-29T08:18:41","slug":"leichen-im-keller","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2024\/02\/28\/leichen-im-keller\/","title":{"rendered":"Leichen im Keller"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_3491\" aria-describedby=\"caption-attachment-3491\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-3491\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Krakau2-026-300x293.jpg\" alt=\"Pict0610.jpg\" width=\"300\" height=\"293\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Krakau2-026-300x293.jpg 300w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Krakau2-026-1024x1001.jpg 1024w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Krakau2-026-768x751.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Krakau2-026-1536x1502.jpg 1536w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Krakau2-026-2048x2002.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-3491\" class=\"wp-caption-text\">Pos:142,Tm:623_AT,Cst:-11,Gm:B,Fv:2,Stb:2560<\/figcaption><\/figure>\n<p>Eine der Schulen der indischen Philosophie, das Vedanta, kennt den Begriff Maya. Das bedeutet, dass alles, was wir wahrnehmen, Illusion ist.<\/p>\n<p>Um das zu verdeutlichen, f\u00fchrt man gerne das Beispiel der Fata Morgana an. Hier erkennt jeder, dass das Bild einer Oase in der flirrend hei\u00dfen Luft der W\u00fcste eine Illusion ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Jedoch, diese T\u00e4uschung ist nur m\u00f6glich, weil die Sonne scheint. Ohne Sonne keine Fata Morgana.<!--more--><\/p>\n<p>Die Sonne ist das Synonym f\u00fcr den allem innewohnenden Atman, ohne den es kein Leben und folglich auch keine Wahrnehmung g\u00e4be.<\/p>\n<p>Pr\u00e4ziser ausgedr\u00fcckt bedeutet es, dass wir mit unserem Denken die Welt erschaffen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Meine Zeit im Yogainstitut war nicht immer ein Zuckerschlecken. Feucht-hei\u00dfes Klima, welches alle Ledersachen schimmeln lie\u00df. Dunkle, endlos lange Regentage im Monsun und keinerlei Ablenkung von den Studien.<\/p>\n<p>An solchen Tagen fuhr ich mit dem Bus gerne nach Juhu an den Strand, auch wenn der Regen fast waagrecht auf meinen aufgespannten (nutzlosen) Regenschirm peitschte.<\/p>\n<p>Oft hatten solche Spazierg\u00e4nge eine reinigende, erfrischende Wirkung. Dann sah ich das Meer, den Himmel und h\u00f6rte das Kreischen der M\u00f6wen. Manchmal zog es mich aber noch tiefer in die Unlust. Dann sah ich nur den Dreck und die Kothaufen, die \u00fcberall am Strand herumlagen. In Indien haben nur 50% Zugang zu Toiletten.<\/p>\n<p>Objektiv gesehen sah der Strand, abh\u00e4ngig vom Wetter, immer gleich aus. Die M\u00f6wen waren immer da und die F\u00e4kalien auch. Nur mein Denken lieferte mir unterschiedliche Eindr\u00fccke.<\/p>\n<p>Das ist Maya!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In diesem Prozess sind wir st\u00e4ndig verhaftet. Unser Denken bestimmt die Qualit\u00e4t unseres Seins. Yoga ist die Wissenschaft des Denkens. Ohne eine gewisse Disziplin, dieses \u201eWerkzeug\u201c zu beherrschen, ist an ein befriedigendes Leben nicht zu denken, geschweige denn an eine Weiterentwicklung.<\/p>\n<p>Der Sinn des Lebens ist Erkenntnis zu erlangen. Alles was wir erleben, ist dazu da, uns dahin zu f\u00fchren. In der Bibel finden wir den schwer zu akzeptierenden Satz: \u201eWen Gott liebt, den z\u00fcchtigt er.\u201c<\/p>\n<p>Die Inder sagen, dass wir genau das Karma haben, welches uns diesem Ziel n\u00e4her bringt. Beide Aussagen sind in ihrem Inhalt gleich.<\/p>\n<p>Manche Ereignisse machen uns perplex, sprachlos oder fassungslos, weil wir sie nie erwartet haben. Es sind solche, die uns aus einem gewissen Trott herausrei\u00dfen. Im Laufe der Jahre richten wir uns irgendwie ein. Wir arrangieren uns, schlie\u00dfen Kompromisse und glauben, dass es nicht anders geht. Wir f\u00fchlen uns nicht unbedingt wohl dabei, denken aber, \u201edass es nun mal so sei im Leben\u201c.<\/p>\n<p>Dabei merken wir nicht, dass wir uns immer abh\u00e4ngiger machen. Abh\u00e4ngigkeit bedeutet Unselbst\u00e4ndigkeit und immer auch Verletzlichkeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wenn wir zum Beispiel von einem Menschen, dem wir vertraut haben, so entt\u00e4uscht werden, dass es uns nicht schlafen l\u00e4sst und die Gedanken immer wieder um diese Verletzung kreisen, dann lohnt es sich, die Botschaft zu suchen, die uns da geschickt wurde.<\/p>\n<p>Vielleicht entdecken wir, dass wir uns zu sehr nach Anderen richten? Vielleicht ist es ein Signal, die eigene St\u00e4rke wahrzunehmen oder sich mehr zuzutrauen? Vielleicht entdecken wir, dass wir viel zu lange im Strom mitgeschwommen sind und dass sich das eigentlich recht lauwarm anf\u00fchlt?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wenn wir uns mit diesem Schmerz besch\u00e4ftigen, ist es nicht ausgeschlossen, dass wir auch \u201eauf andere Leichen im Keller\u201c sto\u00dfen.<\/p>\n<p>Wenn man einen Stein ins Wasser wirft, breiten sich die Wellen kreisf\u00f6rmig aus. Auch die Psyche arbeitet nicht linear.<\/p>\n<p>Es geht bei jedem Ereignis um die Frage, was es uns sagen will. Je intensiver es ist, desto wichtiger ist es f\u00fcr uns. Das muss nicht angenehm sein, das sollten wir nicht vergessen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine der Schulen der indischen Philosophie, das Vedanta, kennt den Begriff Maya. Das bedeutet, dass alles, was wir wahrnehmen, Illusion ist. 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