{"id":3467,"date":"2024-02-04T10:36:42","date_gmt":"2024-02-04T09:36:42","guid":{"rendered":"https:\/\/gpflug.de\/website\/?p=3467"},"modified":"2024-02-04T10:36:42","modified_gmt":"2024-02-04T09:36:42","slug":"das-moegliche-und-das-unmoegliche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2024\/02\/04\/das-moegliche-und-das-unmoegliche\/","title":{"rendered":"Das M\u00f6gliche und das Unm\u00f6gliche"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-3469\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/IMG_20240108_182201-225x300.jpg\" alt=\"Img 20240108 182201\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/IMG_20240108_182201-225x300.jpg 225w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/IMG_20240108_182201-768x1024.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/IMG_20240108_182201-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/IMG_20240108_182201-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/IMG_20240108_182201-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/>In der Entwicklungspsychologie wird gesagt, dass die ersten vier Jahren im Leben eines Menschen entscheidend f\u00fcr sein zuk\u00fcnftiges Leben sind. Wenn wir uns ansehen, wie kleine Kinder voller Entdeckerfreude mit lachenden Gesichtern in die Welt hinausgehen, dann k\u00f6nnen wir eine Ahnung davon bekommen, wie es sein k\u00f6nnte, wenn dieses Entdecken ungest\u00f6rt seinen Lauf nehmen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Die modernen Eltern nehmen diese Pr\u00e4misse oft zu w\u00f6rtlich und schr\u00e4nken ihre Kinder wenig bis gar nicht ein. Die Folge ist, dass sie sich kleine Tyrannen heranziehen, die sowohl gegen\u00fcber den eigenen Eltern als auch gegen\u00fcber dem Rest der Welt ein egozentrisches Verhalten an den Tag legen.<!--more--><\/p>\n<p>Im 13. Jahrhundert wollte Kaiser Friedrich II. in einem Experiment feststellen, welche Sprache Kinder entwickeln, wenn sie ohne Ansprache und Zuneigung aufwachsen. \u00dcber den genauen Hergang des Experiments ist wenig bekannt. Das Ergebnis seines Experiments war allerdings niederschmetternd: Alle Kinder starben, wohl auf Grund fehlender sensorischer Stimulation. Er schrieb dazu: \u00bbSie vermochten nicht zu leben ohne das H\u00e4ndepatschen und das fr\u00f6hliche Gesichterschneiden und die Koseworte ihrer Ammen.\u00ab (wissen.de.)<\/p>\n<p>Dieses Extrembeispiel zeigt, dass ein neugeborener Mensch ins Leben hineingef\u00fchrt werden muss. Es hat im Laufe der Jahrtausende unz\u00e4hlige Versuche und Methoden gegeben, wie das zu geschehen hat. Das ging von Laissez faire bis zu schw\u00e4rzester autorit\u00e4rer Erziehung.<\/p>\n<p>Sie alle wurden von unvollkommenen Menschen praktiziert, die weitgehend unbewusst ihre eigenen Probleme und Neurosen an das Kind weiter gegeben haben.<\/p>\n<p>Ich glaube, die optimalste Erziehung wurde fr\u00fcher von den Stammesgesellschaften praktiziert, bei denen die Jungen und M\u00e4dchen von den \u00c4lteren erzogen wurden und im Rahmen der Traditionen ins Erwachsenenleben hineinwuchsen. Auch Menschen au\u00dferhalb des Geschlechterschemas waren hochgeachtet, zum Beispiel die sogenannten Two-Spirits bei den nordamerikanischen Indianern.<\/p>\n<p>Wie auch immer, in der einen oder anderen Art w\u00e4chst so ein Menschlein heran. Dieses Heranwachsen wird nicht optimal verlaufen. Es wird mehr oder weniger Liebe und Zuneigung erfahren. Es wird Geborgenheit und Verlassensein erfahren. Es wird sich klein und sch\u00e4big und auch stark und m\u00e4chtig vorkommen und es wird gewinnen und verlieren. Kurz, es wird die ganze Palette menschlicher Existenz erfahren.<\/p>\n<p>Wenn wir an die Karmatheorie glauben, dann kommt noch dazu, dass es kein \u201eneuer Mensch\u201c ist, sondern ein uraltes Wesen, das auf dem Weg ist.<\/p>\n<p>Wie sollen wir mit unserer Vergangenheit umgehen? Im letzten Abschnitt eines langen Lebens kann ich Folgendes dazu sagen: Die Eindr\u00fccke, die uns in der fr\u00fchen Kindheit vermittelt wurden, bleiben ein Leben lang. Die \u00c4ngste und Verletzungen, die uns von Eltern und Lehrern zugef\u00fcgt wurden, werden uns nicht verlassen. Wenn wir uns als Kind bei Kr\u00e4nkungen in uns zur\u00fcckgezogen haben und sp\u00e4ter dann mit Angriff und Verweigerung reagierten, so bleibt dieses Muster und in \u00e4hnlichen Situationen wird es wieder auftauchen. Auch die Wut auf die Verursacher bleibt lange Zeit.<\/p>\n<p>All das ist Karma der Vergangenheit und ist nicht zu \u00e4ndern. Was geschehen ist, kann nicht ungeschehen gemacht werden.<\/p>\n<p>Wenn man sich allerdings in einen bewussten Entwicklungsprozess begibt, kann man lernen, mit dem Vergangenen anders umzugehen. Das hei\u00dft, wir k\u00f6nnen aus den bekannten Reaktionsstrukturen ausbrechen und die Zukunft selbst definieren.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft aber nicht, dass wir bei Konflikten nicht instinktiv wieder zu alten Reaktionsmustern tendieren, nat\u00fcrlich auch verbunden mit den alten Gef\u00fchlen von Hilflosigkeit, Trotz usw.<\/p>\n<p>Wenn wir aber einige Jahrzehnte \u201eauf dem Weg\u201c sind, k\u00f6nnen wir sie wahrnehmen und sind aufgrund unserer \u201eSelbsterziehung\u201c in der Lage, \u201eerwachsen\u201c zu reagieren.<\/p>\n<p>Gl\u00fcck, Frieden, Lebensfreude bestehen nicht darin, dass wir immer auf Wolke Sieben schweben, sondern, dass wir die negative Vergangenheit durch positives Handeln verwandeln.<\/p>\n<p>Anders ausgedr\u00fcckt, wir nehmen das verletzte innere Kind in die Arme und sagen ihm, dass es sich jetzt geborgen f\u00fchlen darf und nicht mehr schreien muss.<\/p>\n<p>Das alles gilt nicht f\u00fcr Yogis, die auf der Samadhi-Ebene sind. Gedanken und Gef\u00fchle sind Ausdruck der Chitta (grob \u00fcbersetzt mit \u201eDenken\u201c). All das ist Ausdruck von Materie. Sie aber sind auf der Ebene des Purusha.<\/p>\n<p>Aber, wie in der Bhagavad Gita steht, das schafft Einer unter einer Million.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Entwicklungspsychologie wird gesagt, dass die ersten vier Jahren im Leben eines Menschen entscheidend f\u00fcr sein zuk\u00fcnftiges Leben sind. 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