{"id":3224,"date":"2023-05-24T10:57:24","date_gmt":"2023-05-24T08:57:24","guid":{"rendered":"https:\/\/gpflug.de\/website\/?p=3224"},"modified":"2023-05-24T10:57:24","modified_gmt":"2023-05-24T08:57:24","slug":"das-kleine-und-die-dankbarkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2023\/05\/24\/das-kleine-und-die-dankbarkeit\/","title":{"rendered":"Das Kleine und die Dankbarkeit"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_3227\" aria-describedby=\"caption-attachment-3227\" style=\"width: 225px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-3227\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/IMG_20230521_091401_edit_6622110143259-225x300.jpg\" alt=\"qrf\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/IMG_20230521_091401_edit_6622110143259-225x300.jpg 225w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/IMG_20230521_091401_edit_6622110143259-768x1024.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/IMG_20230521_091401_edit_6622110143259-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/IMG_20230521_091401_edit_6622110143259-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/IMG_20230521_091401_edit_6622110143259-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-3227\" class=\"wp-caption-text\">qrf<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ich habe fr\u00fcher schon dar\u00fcber geschrieben, dass der gro\u00dfe Immanuel Kant seine Heimatstadt K\u00f6nigsberg nie verlassen hat und jeden Tag zur gleichen Zeit den gleichen Spaziergang unternahm. \u201eWie langweilig!\u201c, w\u00fcrde man heute sagen.<\/p>\n<p>Eigentlich kann das aber nicht stimmen, denn ein Langweiler war Kant sicher nicht, denn es ist auch von ihm bekannt, dass er gerne gut a\u00df, sogar seinen eigenen Senf herstellte und gerne in Gesellschaft tafelte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich glaube, dass er sich durch diese Gewohnheit eine Welt erschloss, die den meisten verborgen bleibt.<!--more--><\/p>\n<p>Ich habe im Laufe meines Lebens sehr viel von der Welt gesehen. Die Neugier hat mich auch jetzt nicht verlassen. Eines jedoch hat sich im Lauf der Jahre ver\u00e4ndert:<\/p>\n<p>Es dr\u00e4ngt mich weniger stark nach Abwechslung. Als Naturliebhaber ist wandern und Fahrrad fahren Teil meines Lebens. Aber anstatt immer wieder andere Wanderrouten auszuprobieren, zieht es mich t\u00e4glich zur selben Strecke und \u2013 es ist nie langweilig! Ich habe im Gegenteil das Gef\u00fchl, dass ich immer mehr entdecke. Nie ist irgendetwas gleich. Es sei denn, man rennt acht-los durch die Gegend.<\/p>\n<p>In allen spirituellen Traditionen ist Achtsamkeit der Schl\u00fcssel zur Sadhana. Meditation ist nichts anderes als achtsames Lauschen.<\/p>\n<p>Meditation kann alles sein. Nat\u00fcrlich mag es leichter fallen, sich in einen stillen Raum zur\u00fcckzuziehen und bewegungslos sitzend dem Atem zu lauschen.<\/p>\n<p>Es kann aber auch jede andere Aktivit\u00e4t sein, die in einem immer gleichen Rahmen und Zeitma\u00df abl\u00e4uft.<\/p>\n<p>Bekannt daf\u00fcr sind die asiatischen Teezeremonien. Hier wird das Teetrinken zur Meditation.<\/p>\n<p>Beim Gehen der selben Strecke bietet sich scheinbar der immer gleiche Anblick. Das Gegenteil aber ist der Fall. Je bewusster der Blick, desto tiefer geht er. Wenn man sich darauf einl\u00e4sst, dann kann man das, was von den Weisen gesagt wird, n\u00e4mlich, dass man einen Platz nicht verlassen muss, um die Welt zu erfahren, erkennen. Vielmehr erschlie\u00dft sie sich aus dem Kleinen heraus.<\/p>\n<p>Dieses Wahrnehmen des Kleinen korrespondiert auch mit dem jeweiligen inneren Zustand des Betrachters, sodass ein immer anderer Dialog entsteht, der zu immer verschiedenen Einsichten f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Wir haben auf diese Weise die Chance, die Wunder der ganzen Welt im Bl\u00fctenkelch eines Buschwindr\u00f6schens zu entdecken. Und manchmal erleben wir dann Augenblicke des reinsten Gl\u00fccks.<\/p>\n<p>In solchen Momenten entsteht ein tiefes Gef\u00fchl der Dankbarkeit, was zu einer tieferen Verbundenheit mit dem Universum f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Achtlosigkeit ist zu Dankbarkeit nicht f\u00e4hig!<\/p>\n<p>Dankbarkeit ist im Gegenteil eine Einstellung. Sie nimmt nichts als selbstverst\u00e4ndlich.<\/p>\n<p>Die Selbstverst\u00e4ndlichkeit ist der Feind jeder Achtsamkeit!<\/p>\n<p>Durch die Wahrnehmung des Gro\u00dfen im Kleinen erleben wir Momente des inneren Friedens und der Verbundenheit mit dem gro\u00dfen Ganzen, was zu einer Lebenshaltung des Dankes f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Diese Dankbarkeitslebenshaltung \u00f6ffnet die Wahrnehmung immer mehr und immer wieder zu den Wundern, die uns umgeben und die wir in der Regel \u00fcberhaupt nicht wahrnehmen. Deswegen rennen wir von hier nach da und suchen den Kick, und dann den n\u00e4chsten und so fort.<\/p>\n<p>Es ist eine Jagd, die im Nirgendwo endet. Irgendwann ist die Grenze des \u201esich Zuf\u00fchrens\u201c erreicht. Jedes High verlangt nach mehr. Jeder Junkie wei\u00df das.<\/p>\n<p>Am Ende steht der Tod des F\u00fchlens, des Erlebens und des Gl\u00fccks.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe fr\u00fcher schon dar\u00fcber geschrieben, dass der gro\u00dfe Immanuel Kant seine Heimatstadt K\u00f6nigsberg nie verlassen hat und jeden Tag zur gleichen Zeit den gleichen Spaziergang unternahm. \u201eWie langweilig!\u201c, w\u00fcrde man heute sagen. 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