{"id":3178,"date":"2023-03-18T09:16:48","date_gmt":"2023-03-18T08:16:48","guid":{"rendered":"https:\/\/gpflug.de\/website\/?p=3178"},"modified":"2023-03-18T09:16:48","modified_gmt":"2023-03-18T08:16:48","slug":"tierschuetzer-oder-psychisch-kranke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2023\/03\/18\/tierschuetzer-oder-psychisch-kranke\/","title":{"rendered":"Tiersch\u00fctzer oder psychisch Kranke?"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-3180\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/IMG_20220724_121953-300x225.jpg\" alt=\"IMG_20220724_121953\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/IMG_20220724_121953-300x225.jpg 300w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/IMG_20220724_121953-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/IMG_20220724_121953-768x576.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/IMG_20220724_121953-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/IMG_20220724_121953-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Vor einigen Tagen fuhr ich in die Stadt und schaltete einmal wieder die Nachrichten ein. Normalerweise mach&#8216; ich das nicht, weil es meist nur tendenzi\u00f6se Halbwahrheiten sind, die nichts als Panik erzeugen.<\/p>\n<p>Und \u2013 siehe da, folgendes kam: Im Kreis Weilheim-Schongau treiben drei W\u00f6lfe ihr Unwesen. Sie haben schon Dutzende Weidetiere gerissen. Der Landrat hat einen Antrag auf den Abschuss bei der Regierung von Oberbayern eingereicht, der jetzt gepr\u00fcft wird.<\/p>\n<p>Als Begr\u00fcndung f\u00fchrt er an: Man m\u00fcsse sich entscheiden, ob man weiterhin die seit Jahrhunderten betriebene Weide- und Almwirtschaft wolle, oder lieber W\u00f6lfe. Viele Bauern d\u00e4chten ans Aufh\u00f6ren, weil beides nicht vereinbart werden kann.<!--more--><\/p>\n<p>Aus Kreisen der Tiersch\u00fctzer, allen voran vom Bund Naturschutz, kam ein Aufschrei des Protestes. Man kann doch diese armen W\u00f6lfe nicht abschie\u00dfen usw., usw.<\/p>\n<p>Das macht mich schon sehr nachdenklich. Haben Sie schon einmal eine Schlachtung einer Kuh, eines Schweins oder eines Schafs \u201eLife on Stage\u201c miterlebt? Ich will hier nicht f\u00fcr den Vegetarismus werben. Ich will nur sagen, das ist keine \u201eProseccoparty\u201c. Ich habe als kleiner Junge einmal einen ganzen Nachmittag ein angebundenes Kalb in unserem kleinen Dorfschlachthaus beobachtet und getr\u00f6stet, bis dann endlich der Metzger kam. Die Angst war f\u00f6rmlich f\u00fchlbar.<\/p>\n<p>Letztes Jahr waren wir einmal wieder oben auf der Kampenwand bei Aschau. Auf den Almen weideten K\u00fche, man hatte den Eindruck, sie sind gl\u00fccklich und genie\u00dfen ihre Freiheit bis zur \u00dcberm\u00fctigkeit. Sie wirkten ganz anders als Stallk\u00fche.<\/p>\n<p>Jetzt stellen Sie sich eine dunkle Nacht vor. Die Herde liegt friedlich beim Wiederk\u00e4uen oder weidet. Pl\u00f6tzlich kommt Unruhe auf. Die Witterung von W\u00f6lfen liegt in der Luft. Dann beginnt das Schlachten. Nicht das kurze und schmerzlose mit dem Bolzenschussapparat, sondern das Totbei\u00dfen. Eine nach der Anderen. Es ist nicht so, dass nur eine get\u00f6tet wird. Nicht nur der Mensch kennt den Blutrausch. Vierzig gerissene Schafe in einer Nacht sind keine Seltenheit.<\/p>\n<p>Stellen Sie sich vor, ein Wolf rei\u00dft Ihnen die Kehle auf und verbei\u00dft sich darin, bis Sie tot sind?<\/p>\n<p>Wenn es jetzt Wildrinder w\u00e4ren, B\u00fcffel oder Moschusochsen oder auch Bergschafe, w\u00e4re es etwas anderes. Sie haben noch ihre Instinkte. Sie k\u00f6nnen sich auch wehren.<\/p>\n<p>Hier aber, in diesem dicht besiedelten Land, haben wir es mit domestizierten Tieren zu tun, die der Mensch f\u00fcr seine Zwecke ihrer Wehrhaftigkeit beraubt hat. Derselbe Mensch, der sich jetzt, aus einer Laune heraus, einbildet, dass W\u00f6lfe einfach wieder dazugeh\u00f6ren sollen.<\/p>\n<p>Es ist vollkommen klar, dass die Wolfspopulation zunehmen wird. Das bedeutet das Ende der Almwirtschaft und der Wandersch\u00e4ferei. Man kann eine Alm oder eine Weidelandschaft wie im Allg\u00e4u nicht \u201ewolfsfest\u201c einz\u00e4unen. Man kann auch nicht Tausende von Kangals, das sind anatolische Kampfhunde, ausbilden und halten. Also werden K\u00fche und Schafe in St\u00e4lle gesperrt und dann geht das Gejaule wieder an, von wegen artgerechter Haltung usw.<\/p>\n<p>Ich habe vor einigen Jahren eine Diskussion von Wolfsgegnern und -bef\u00fcrwortern gesehen und da ist mir ein Mann in Erinnerung geblieben. Es war so ein bebrillter Grundschullehrertyp, einer, f\u00fcr den Birkenstocklatschen wie geschaffen sind. Auf die Frage, ob er schon mal einem Wolf gegen\u00fcber gestanden hat, antwortete er mit leuchtenden Augen: \u201eJa, das war eine der Sternstunden, diese Wildheit, diese Unabh\u00e4ngigkeit, diese unbedingte Freiheit.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr mich war klar, dass er seine Sehnsucht nach eben diesen Eigenschaften aus seiner domestizierten Birkenstockexistenz auf den Wolf projizierte. Lebe du, Wolf, was ich mich nicht traue zu leben.<\/p>\n<p>Ich hatte diesen Gedanken beim Lesen von Geschichten \u00fcber Wolfsbegeisterte schon \u00f6fter. Es ist immer die Rede von Unabh\u00e4ngigkeit, Freiheit, Wildheit usw.<\/p>\n<p>In der Psychologie nennen wir das Projektion. Ein Anderer wird f\u00fcr die eigenen Schw\u00e4chen verantwortlich gemacht, oder, wie in unserem Fall, er soll die eigene Unf\u00e4higkeit zur Verwirklichung von Freiheitsw\u00fcnschen stellvertretend leben.<\/p>\n<p>Die Frage stellt sich, ob diese \u201eWolfsmenschen und auch -menschinnen\u201c nicht beziehungsgest\u00f6rt sind und stattdessen ihre Sehnsucht nach Beziehung auf gef\u00e4hrliche Tiere projizieren.<\/p>\n<p>Es geht ja auch nicht nur um Weidetiere. Wenn sich der Wolf weiter ausbreitet, und das wird er, denn er hat ja keine Feinde, dann wird sich das bis ins Kleinste auch auf unser t\u00e4gliches Leben auswirken.<\/p>\n<p>Als junger Sozialp\u00e4dagoge arbeitete ich in einem Heim im Harz. Da sind wirklich gro\u00dfe, dichte W\u00e4lder. Im Sommer ging ich mit kleinen Gruppen abends mit Schlafs\u00e4cken los, um drau\u00dfen zu \u00fcbernachten. Das war Abenteuer. Heute w\u00fcrde ich das in dieser Gegend nicht mehr riskieren. Damals waren es F\u00fcchse und Rehe, heute&#8230;?<\/p>\n<p>F\u00fcr mich ist es eine seltsame Art des Tierschutzes, wenn man ein Raubtier in einem Land wie dem unseren auf Nutztiere losl\u00e4sst und verbietet, dass diese gesch\u00fctzt werden.<\/p>\n<p>W\u00f6lfe sind ja intelligente Tiere. Sie werden sehr bald merken, dass ihnen nichts passiert und ihr Verhalten dementsprechend einrichten.<\/p>\n<p>Am meisten aber beunruhigt mich, dass eine Gruppe von sogenannten Natursch\u00fctzern mit ihren unbearbeiteten Neurosen ein ganzes Land terrorisiert.<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor einigen Tagen fuhr ich in die Stadt und schaltete einmal wieder die Nachrichten ein. Normalerweise mach&#8216; ich das nicht, weil es meist nur tendenzi\u00f6se Halbwahrheiten sind, die nichts als Panik erzeugen. Und \u2013 siehe da, folgendes kam: Im Kreis Weilheim-Schongau treiben drei W\u00f6lfe ihr Unwesen. Sie haben schon Dutzende Weidetiere gerissen. 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