{"id":3120,"date":"2023-01-13T17:28:03","date_gmt":"2023-01-13T16:28:03","guid":{"rendered":"https:\/\/gpflug.de\/website\/?p=3120"},"modified":"2023-01-13T17:28:03","modified_gmt":"2023-01-13T16:28:03","slug":"das-licht-braucht-das-dunkel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2023\/01\/13\/das-licht-braucht-das-dunkel\/","title":{"rendered":"Das Licht braucht das Dunkel"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_3122\" aria-describedby=\"caption-attachment-3122\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-3122\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/IMG_20190311_163345-300x225.jpg\" alt=\"cof\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/IMG_20190311_163345-300x225.jpg 300w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/IMG_20190311_163345-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/IMG_20190311_163345-768x576.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/IMG_20190311_163345-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/IMG_20190311_163345-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-3122\" class=\"wp-caption-text\">cof<\/figcaption><\/figure>\n<p>Es gab im Mittelalter einen Mystiker namens Jakob B\u00f6hme, seines Zeichens Schuhmachermeister.<\/p>\n<p>Fr\u00fcher waren die Werkst\u00e4tten der Schuhmacher noch nicht so hygienisch neonerleuchtet wie heute. Dunkel und mit dem typischen Geruch nach Leder, Pech und Leim vollgesogen, hatten sie etwas geheimnisvolles an sich. Die \u00c4lteren unter uns werden diese Atmosph\u00e4re noch kennen gelernt haben. Vor dem niederen Tisch der durch eine Arbeitslampe erhellt wurde, sa\u00df der Meister. Der \u00fcbrige Raum lag in zwielichtigem Dunkel. Zu B\u00f6hmes Zeiten, als es noch keine Elektrizit\u00e4t gab, bestand die Lampe aus einer Kerze oder einem Kienspan. Um die Lichtausbeute zu erh\u00f6hen, war an der Lichtquelle ein Spiegel angebracht, der die Flamme reflektierte und streute. Als B\u00f6hme eines Tages wieder einmal sinnend, \u00fcber seine Arbeit gebeugt, auf seinem Schemel sa\u00df, fiel sein Blick auf die dunkle Wand vor ihm, auf die ein heller Lichtkreis der Arbeitslampe fiel. Dies war der Moment einer blitzartigen Erkenntnis. Damit der Lichtkreis sichtbar werden konnte, war die dunkle Wand notwendig. \u00dcbertragen ins Allgemeine bedeutet das, dass es nichts ohne das jeweils Andere gibt.<!--more--><\/p>\n<p>Wer jeden Tag gut isst, kann die besondere Delikatesse nicht mehr sch\u00e4tzen. Es hei\u00dft, dass man vor dem H\u00f6hepunkt aufh\u00f6ren soll. Darin kommt die Ahnung zum Ausdruck, dass nach dem Hoch das Abflachen und schlie\u00dflich das Tief kommt. Kein Mensch ist in der Lage, immer im gleichen Gem\u00fctszustand zu bleiben, auch wenn wir uns das scheinbar w\u00fcnschen. Wenn du zum Beispiel mit einem geliebten Menschen zusammen Zeiten h\u00f6chsten Gl\u00fccks und Harmonie erlebst, und du dir w\u00fcnschst, dass sie nie enden m\u00f6gen, wirst du dich schlie\u00dflich dabei ertappen, dass du dich wieder nach dem allein sein sehnst und wenn es nur f\u00fcr kurze Zeit ist. Vielleicht entsteht durch dieses Sehnen eine leichte Disharmonie in der Beziehung und bietet einen willkommenen Anlass, dich zur\u00fcckzuziehen. Wer wei\u00df, vielleicht ging es deinem Partner im geheimen \u00e4hnlich. Vielleicht habt ihr unbewusst beide auf eine Aufl\u00f6sung oder zumindest eine Lockerung des symbiotischen Zustands hingearbeitet. Die menschliche Psyche geht oft sehr trickreiche Pfade, um einen Ausgleich herzustellen. Zu gro\u00dfe N\u00e4he bedeutet Abh\u00e4ngigkeit und Aufgabe der eigenen Person. Die Natur, die nach Polarit\u00e4tszyklen abl\u00e4uft greift hier unwillk\u00fcrlich ein. Wenn wir lernen, diese Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten zu verstehen, k\u00f6nnen wir den vollen Nutzen f\u00fcr unsere Weiterentwicklung daraus ziehen.<\/p>\n<p>Bleiben wir noch etwas bei unserem Beispiel.<\/p>\n<p>Nachdem du jetzt also wieder etwas Distanz hast, wendest du dich irgendeiner Sache zu, die auch wichtig ist. Vielleicht lie\u00dft du irgendwas, machst dir ein paar Notizen und kommst dabei auf Gedanken die dein Leben bereichern? Wer m\u00f6chte im Nachhinein entscheiden, was an diesem Prozess gut oder schlecht war? Beide Teile des Erlebens hatten ihre Sch\u00f6nheit und ihren Sinn. Wie oft machen wir es uns aber schwer, indem wir die \u00c4nderung nicht akzeptieren. Wir sind sauer, machen dem anderen Vorw\u00fcrfe und trauern dem Gewesenen nach. Hier kommt das Tamas-Guna, das Tr\u00e4ge und Beharrende wieder ins Spiel. \u00c4nderungen in unserem Erleben ergeben sich durch unseren Widerstand nicht. Das Vergangene l\u00e4sst sich nicht mehr zur\u00fcckholen. Das einzige, was wir erreichen ist, dass alles l\u00e4nger dauert und schmerzhafter wird. Nicht zuletzt deshalb, weil wir, auf das obige Beispiel bezogen, eventuell einiges Porzellan in der Beziehung zerschlagen. Aber auch das hat seinen Sinn. Sch\u00f6nwetterbeziehungen mangelt es an Tiefe. Es scheint in Beziehungen dann gut zu laufen, wenn sich beide einig in der Unterschiedlichkeit sind. Diese Einigkeit setzt ein gegenseitiges Verstehen voraus. Dieses wiederum bedeutet die F\u00e4higkeit, \u00fcber den eigenen Schatten springen zu k\u00f6nnen, das Ego also zu transzendieren. Hier wird wieder deutlich, wie menschliches und spirituelles Wachstum Hand in Hand geht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gab im Mittelalter einen Mystiker namens Jakob B\u00f6hme, seines Zeichens Schuhmachermeister. Fr\u00fcher waren die Werkst\u00e4tten der Schuhmacher noch nicht so hygienisch neonerleuchtet wie heute. Dunkel und mit dem typischen Geruch nach Leder, Pech und Leim vollgesogen, hatten sie etwas geheimnisvolles an sich. Die \u00c4lteren unter uns werden diese Atmosph\u00e4re noch kennen gelernt haben. 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