{"id":3088,"date":"2022-12-09T06:37:19","date_gmt":"2022-12-09T05:37:19","guid":{"rendered":"https:\/\/gpflug.de\/website\/?p=3088"},"modified":"2022-12-09T06:37:19","modified_gmt":"2022-12-09T05:37:19","slug":"das-weisse-blatt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2022\/12\/09\/das-weisse-blatt\/","title":{"rendered":"Das wei\u00dfe Blatt"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-3091\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/P1020282-225x300.jpg\" alt=\"P1020282\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/P1020282-225x300.jpg 225w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/P1020282-768x1024.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/P1020282-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/P1020282-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/P1020282.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/>Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Zeit f\u00fcr einen R\u00fcckblick und vielleicht f\u00fcr eine Vorausschau auf das Kommende.<\/p>\n<p>Die Frage aller Fragen: Wo stehe ich?<\/p>\n<p>Ich las neulich einen recht interessanten Artikel. Darin sprach der Autor von einem \u201ewei\u00dfen Blatt\u201c, das am Morgen jeden Tages den Menschen als Totale darstellen solle. Wei\u00df und blank wie ein neugeborenes L\u00e4mmchen, so soll in den Tag gestartet werden, frei von dem Ballast des Vergangenen, aber auch frei von Sorgen und Bef\u00fcrchtungen des Zuk\u00fcnftigen.<!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ganz im Moment leben, das alte Ideal. \u201eBe here now\u201c hie\u00df ein Bestseller aus den siebziger Jahren.<\/p>\n<p>Der Autor des genannten Artikels bem\u00fchte sich auch um diverse Vergleiche, um seine Aussage zu verst\u00e4rken. Er meinte, was denn der Mensch sei im Vergleich zum Universum, zu den Sternen und den Sonnen. Nat\u00fcrlich ein Nichts, was sonst? Also Menschlein, nimm dich nicht so wichtig! Wenn du einst gegangen sein wirst, kr\u00e4ht kein Hahn mehr nach dir. Nach sp\u00e4testens drei Generationen wird sich niemand mehr an deine Existenz erinnern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich hat er recht \u2013 einerseits, andererseits auch wieder nicht. Im Hinduismus gibt es den mystischen Berg Meru. Er stellt das Zentrum der Welt dar. Gleichzeitig symbolisiert er im Kundalini-Yoga das Aufsteigen der Schlangenkraft im Susumna-Nadi entlang der Wirbels\u00e4ule, hinauf zum letzten Chakra, dem Tausendbl\u00e4ttrigen Lotos. Hier haben wir die Analogie, dass der Mensch ein Abbild des Universums ist. Wir kennen auch aus der Bibel das Wort \u201eGott schuf den Menschen sich zu Bilde\u201c. Ebenfalls hier das Kleine als Abbild des Gro\u00dfen.<\/p>\n<p>Auch unser subjektives Empfinden zeigt, dass wir uns als den Mittelpunkt der Welt empfinden, oder anders ausgedr\u00fcckt, als ein Wesen von eigenem, unverwechselbarem Wert.<\/p>\n<p>Es ist also kein Weg, das \u201ewei\u00dfe, reine Blatt\u201c in uns zu verwirklichen, indem wir uns als Nichts im Vergleich zum gro\u00dfen Ganzen empfinden sollen.<\/p>\n<p>Im Grunde beschreibt der Autor das h\u00f6chste Ziel des Yoga, n\u00e4mlich das unber\u00fchrt Bleiben von \u00e4u\u00dferen Einwirkungen, das nicht Festhalten an inneren und \u00e4u\u00dferen Impressionen, das Loslassen.<\/p>\n<p>Der Weg dahin ist im Achtfachen Pfad des Yoga beschrieben. Die meisten von uns k\u00f6nnen oder wollen ihn nur teilweise oder halbherzig beschreiten, weil die unerbittliche Konsequenz in der Lebensf\u00fchrung abschreckt.<\/p>\n<p>Aber wir k\u00f6nnen trotzdem eine ganze Menge tun, um unser Denken, und das ist ja mit dem leeren Blatt gemeint, weniger konfus zu machen.<\/p>\n<p>Ich habe fr\u00fcher schon einmal folgendes Bild beschrieben: Stellen wir uns ein durchsichtiges Gef\u00e4\u00df mit blauer Tinte gef\u00fcllt vor. Unten ist eine kleine Bohrung, aus der die Fl\u00fcssigkeit in einem schmalen Rinnsal ausl\u00e4uft. Gleichzeitig wird von oben in gleichem Ma\u00df eine klare Fl\u00fcssigkeit zugef\u00fchrt. Allm\u00e4hlich wird die Fl\u00fcssigkeit im Gef\u00e4\u00df immer heller, bis sie schlie\u00dflich glasklar ist.<\/p>\n<p>Dieser Prozess wird im Yoga mit Swatyaya bezeichnet. Manchmal wird er auch als Selbststudium \u00fcbersetzt. Es geht darum, in das \u201eGef\u00e4\u00df\u201c Denken nur das hinein zu lassen, was einen voranbringt. Hier kommt jetzt wieder das zu tragen, was der oben genannte Autor in seinem Artikel sagt, n\u00e4mlich, dass wir in einem Sinn doch nur kleine, unwichtige Partikel im Weltgeschehen sind und es v\u00f6llig egal ist, ob wir mit dem Treiben der Gro\u00dfen dieser Welt einverstanden sind oder nicht. Sie fragen uns nicht und wir sollten genau darauf achten, was wir von ihrem Treiben in unser Denken lassen, ohne uns mit Negativit\u00e4t zu f\u00fcllen.<\/p>\n<p>Statt dessen sollten wir uns dort engagieren, wo wir Einfluss haben, wo wir etwas bewirken k\u00f6nnen. Heutzutage kennen wir den Begriff \u201echillen\u201c. Im Grunde ist das ein Synonym f\u00fcr Zeit totschlagen. Es gibt soviel Sinnvolles zu lesen, B\u00fccher, die unser Denken positiv beeinflussen, die uns etwas \u00fcber uns sagen und unseren geistigen Horizont erweitern.<\/p>\n<p>Mir einem Satz: Achtsam sein, was wir \u201ehinein f\u00fcllen\u201c bringt uns schon auf eine weit h\u00f6here Ebene und dem \u201eleeren Blatt\u201c etwas n\u00e4her.<\/p>\n<p>Das muss nicht mit tierischem Ernst angegangen werden. Jeder sollte f\u00fcr sich selbst entscheiden, was f\u00fcr ihn negativ oder positiv wirkt.<\/p>\n<p>Das ist wirklich ganz verschieden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Zeit f\u00fcr einen R\u00fcckblick und vielleicht f\u00fcr eine Vorausschau auf das Kommende. Die Frage aller Fragen: Wo stehe ich? Ich las neulich einen recht interessanten Artikel. Darin sprach der Autor von einem \u201ewei\u00dfen Blatt\u201c, das am Morgen jeden Tages den Menschen als Totale darstellen solle. 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