{"id":2899,"date":"2022-07-05T11:48:59","date_gmt":"2022-07-05T09:48:59","guid":{"rendered":"https:\/\/gpflug.de\/website\/?p=2899"},"modified":"2022-07-06T20:47:03","modified_gmt":"2022-07-06T18:47:03","slug":"an-der-schwelle-zur-erleuchtung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2022\/07\/05\/an-der-schwelle-zur-erleuchtung\/","title":{"rendered":"An der Schwelle zur Erleuchtung"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2901\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/P1020319-300x225.jpg\" alt=\"P1020319\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/P1020319-300x225.jpg 300w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/P1020319-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/P1020319-768x576.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/P1020319-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/P1020319-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Wenn wir als Kinder irgendetwas nicht essen wollten, hie\u00df es: \u201eSei dankbar, dass du so was bekommst, die armen Kinder in Afrika w\u00e4ren dankbar daf\u00fcr.\u201c \u201e Ja, ja\u201c, murmelten wir dann leise vor uns hin, \u201edie k\u00f6nnen das gerne haben, ich will&#8217;s nicht.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr etwas dankbar sein, erscheint uns vielleicht auch heute noch wie eine l\u00e4stige Pflicht, gar eine Zumutung.<\/p>\n<p>Haben wir uns nicht selbst bem\u00fcht, hart gearbeitet und gelernt, um dahin zu kommen, wo wir heute stehen?<\/p>\n<p>In negativen Stunden \u00e4rgern wir uns, wenn wir zu h\u00f6ren bekommen: \u201eSei dankbar, wenn du leben darfst.\u201c Dann m\u00f6gen wir denken: \u201eJa was, ich habe nicht darum gebeten. Meinetwegen h\u00e4tten sie das damals ruhig bleiben lassen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Ich glaube, es gibt zwei Grundhaltungen im Leben. Entweder wir leben im Forderungsmodus oder im Dankbarkeitsmodus.<!--more--><\/p>\n<p>Der erstere ist negativ. Es gibt immer etwas, was wir als Mangel empfinden. Sei es etwas, was unsere Person betrifft, wie mangelnde Sch\u00f6nheit, oder zu klein, zu dick oder nicht schlagfertig genug. Die Liste ist lang, wenn wir denn suchen.<\/p>\n<p>Der Blick nach au\u00dfen er\u00f6ffnet vielleicht ein noch gr\u00f6\u00dferes Feld. Wir sehen Dinge, die Andere haben und wir nicht. Wir vergleichen uns und f\u00fchlen uns in dem und dem Punkt unterlegen oder nicht gen\u00fcgend.<\/p>\n<p>Auch im gr\u00f6\u00dferem Zusammenhang gibt es vieles, was wir bem\u00e4ngeln k\u00f6nnten. Man denke nur an die gegenw\u00e4rtige politische Situation. Unser Land wird von einer Truppe Dilettanten und M\u00f6chtegernen regiert, die es langsam an die Wand fahren. Das neueste Beispiel ist die Forderung des Vizekanzlers, sich beim Duschen zu beeilen. Die Industrie bereitet sich auf ein Herunterfahren der Produktion vor und das in einem der hoch industrialisiertesten L\u00e4nder der Welt, das ausschlie\u00dflich vom Export lebt.<\/p>\n<p>Wenn wir unser Leben in diesem Modus verbringen, bringen wir uns um unser Lebensgl\u00fcck. Denn \u2013 es ist nie genug!<\/p>\n<p>Anders ist es im Dankbarkeitsmodus. Er zentriert uns auf uns selbst und unser aktuelles Erleben. Der l\u00e4ngst verstorbene Osho hat eine einfache Methode vorgeschlagen, mit der wir leicht mit dem aktuellen Moment Kontakt aufnehmen k\u00f6nnen. Ich nenne es \u201eInnehalten\u201c. Verharre zu beliebigen Zeiten einige Sekunden, indem du erstarrst, vielleicht in der Bewegung, auf alle F\u00e4lle in der Wahrnehmung. Werde dir deines inneren und \u00e4u\u00dferen Erlebens, so gut es dir m\u00f6glich ist, bewusst.<\/p>\n<p>Unzufriedenheit entsteht, wenn unsere Gedanken aus dem Hier und Jetzt abschweifen. Wenn wir \u201eda bleiben\u201c haben wir die Chance, das Gl\u00fcck des Augenblicks wahrzunehmen. Sieh dir den Teller mit deinem Mittagessen an, halte inne und sehe, wie gut das schmecken wird. Schling nicht hinunter und daddle auf deinem Smartphone herum, sondern genie\u00dfe den Bissen im Mund. Sp\u00fcre die Luft, die dich umschmeichelt und h\u00f6re den Gesang der Amsel vor deinem Balkon.<\/p>\n<p>Die Welt ist nicht gut im landl\u00e4ufigen Sinne. Sie ist wie sie ist und fair, im Sinne des englischen Fair- plays, ist sie schon gar nicht.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend meiner Zeit in Indien kam ich t\u00e4glich an einem alten, wei\u00dfhaarigen Mangoverk\u00e4ufer vorbei. Er sa\u00df auf einer Holzkiste und hatte vor sich auf einem Sack einige der k\u00f6stlichen Benaresmangos liegen. Sie galten als die saftigsten und s\u00fc\u00dfesten. Der Preis daf\u00fcr war nicht verhandelbar. Er sa\u00df den Tag \u00fcber da und las Comics. Wenn er aufsah, lag ein leises L\u00e4cheln auf dem Gesicht und die Augen strahlten. Er schien gl\u00fccklich.<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnte wichtiger im Leben sein als das?<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich kann man auch gl\u00fccklich sein, indem man Andere \u00fcbers Ohr haut. Ich wage es blo\u00df zu bezweifeln, dass die Augen dabei strahlen.<\/p>\n<p>Im Karma-Yoga hei\u00dft es: \u201eSei t\u00e4tig und frage nicht nach den Fr\u00fcchten deines Tuns. Handle so wie es die Situation verlangt, bleibe im Augenblick, sei konzentriert. Mehr kannst du nicht tun.\u201c<\/p>\n<p>Wenn es uns gelingt, diese Haltung mehr und mehr in unser Leben zu integrieren, bringt uns das an die Schwelle der Erleuchtung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn wir als Kinder irgendetwas nicht essen wollten, hie\u00df es: \u201eSei dankbar, dass du so was bekommst, die armen Kinder in Afrika w\u00e4ren dankbar daf\u00fcr.\u201c \u201e Ja, ja\u201c, murmelten wir dann leise vor uns hin, \u201edie k\u00f6nnen das gerne haben, ich will&#8217;s nicht.\u201c F\u00fcr etwas dankbar sein, erscheint uns vielleicht auch heute noch wie eine &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/2022\/07\/05\/an-der-schwelle-zur-erleuchtung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eAn der Schwelle zur Erleuchtung\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"slim_seo":{"title":"An der Schwelle zur Erleuchtung - Yoga Life Gerhard Pflug","description":"Wenn wir als Kinder irgendetwas nicht essen wollten, hie\u00df es: \u201eSei dankbar, dass du so was bekommst, die armen Kinder in Afrika w\u00e4ren dankbar daf\u00fcr.\u201c \u201e Ja, ja\u201c,"},"footnotes":""},"categories":[6,11,8],"tags":[],"class_list":["post-2899","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kategorie-2","category-psychologie","category-kategorie-3"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2899","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2899"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2899\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2905,"href":"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2899\/revisions\/2905"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2899"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2899"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2899"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}