{"id":2754,"date":"2022-01-29T11:10:33","date_gmt":"2022-01-29T10:10:33","guid":{"rendered":"https:\/\/gpflug.de\/website\/?p=2754"},"modified":"2022-01-29T11:10:33","modified_gmt":"2022-01-29T10:10:33","slug":"die-unehrlichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2022\/01\/29\/die-unehrlichen\/","title":{"rendered":"Die Unehrlichen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2756\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_20220129_110317-300x121.jpg\" alt=\"IMG_20220129_110317\" width=\"300\" height=\"121\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_20220129_110317-300x121.jpg 300w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_20220129_110317-1024x412.jpg 1024w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_20220129_110317-768x309.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_20220129_110317-1536x619.jpg 1536w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_20220129_110317-2048x825.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Gegenw\u00e4rtig ist ein Dauerthema, das die Katholische Kirche betrifft, wieder einmal mit aller Macht an die Oberfl\u00e4che gedrungen. Es ist der sexuelle Missbrauch von Minderj\u00e4hrigen.<\/p>\n<p>Der emeritierte Papst Benedikt bereut, was vorgefallen ist und betet f\u00fcr die Opfer. Dies empfinde ich als pure Blasphemie. In den jetzt vorgelegten Untersuchungsberichten wird dargelegt, dass er schon in seiner Zeit als Bischof Kenntnis von Vorf\u00e4llen hatte. Er war sp\u00e4ter Leiter der Glaubenskongregation, der Nachfolgeinstitution der Inquisition und ist mit Sicherheit mit allen organisatorischen Vorg\u00e4ngen in der allein seligmachenden Kirche vertraut. Sp\u00e4ter war er Papst, also an ihrer Spitze.<!--more--><\/p>\n<p>Wozu sollte man an die Spitze einer Organisation wollen?<\/p>\n<p>Es gibt einige Gr\u00fcnde:<\/p>\n<p>Man will etwas ver\u00e4ndern.<br \/>\nMan will etwas bewahren.<br \/>\nMan will eigene Interessen wahrnehmen.<\/p>\n<p>Er scheint sich f\u00fcr die zweite M\u00f6glichkeit entschieden zu haben. Man muss immer wieder betonen, dass sich die Katholische Kirche nicht nur als eine spirituelle, sondern auch als eine politische Macht sieht. Man hatte Jahrhunderte \u00fcber einen eigenen Staat, der weite Teile Italiens umfasste und betreibt auch heute einen riesigen diplomatischen Apparat. Da geht es um Macht und Einfluss. Da kann man keine Unruhe gebrauchen. Da will man alles intern m\u00f6glichst lautlos regeln. Ver\u00e4nderungen bringen nur Unruhe ins System. Aber \u2013 das ist kein alleiniges Privileg dieser Kirche. Solche Tendenzen findet man in allen Organisationen.<\/p>\n<p>Es gibt nur einen wesentlichen Unterschied! Alle Mitglieder des Klerus m\u00fcssen z\u00f6libat\u00e4r leben. So lange das nicht ge\u00e4ndert wird, so lange wird es Missbrauch geben und so lange sind Gebete f\u00fcr die Opfer und Entschuldigungen reine Heuchelei.<\/p>\n<p>Was hat es mit dem Z\u00f6libat auf sich? Aus dem Achtfachen Pfad des Yoga kennen wir den Begriff Isvara Pranidhana. Das bedeutet Hingabe an Gott.<\/p>\n<p>Der Kommentator der Yogasutras, Aranja, schreibt bez\u00fcglich Isvara &#8211; Pranidhana (Hingabe an Gott, Selbstaufgabe):<\/p>\n<p>\u201eWer sein Denken in das ruhige Wirken Gottes einf\u00fcgt, f\u00fcgt sich in Gott und Gott in sich selbst. Wenn wir annehmen, dass alle unvermeidbaren Anstrengungen von ihm getan werden, kann alles Verlangen nach den Fr\u00fcchten eigenen Handelns aufgegeben werden und man ist somit f\u00e4hig, alles Handeln an Gott zu \u00fcbertragen. So ein Mensch betrachtet sich selbst und sein Handeln in Gott ruhend und ist somit in perfektem Frieden, bis seine Existenz endet.\u201c<\/p>\n<p>Normale menschliche und damit zwangsl\u00e4ufig auch sexuelle Liebe wendet sich an einen Menschen.<\/p>\n<p>Priester sollen ihr Leben im Sinne dessen, was Aranja oben sagt ausrichten.<\/p>\n<p>\u201eDie Kleriker sind gehalten, vollkommene und immerw\u00e4hrende Enthaltsamkeit um des Himmelreiches willen zu wahren; deshalb sind sie zum Z\u00f6libat verpflichtet, der eine besondere Gabe Gottes ist, durch welche die geistlichen Amtstr\u00e4ger leichter mit ungeteiltem Herzen Christus anhangen und sich freier dem Dienst an Gott und den Menschen widmen k\u00f6nnen.\u201c<br \/>\n\u2013 Codex Iuris Canonici (Wikipedia)<\/p>\n<p>Mein Aufenthalt im Yogainstitut in Mumbai hatte kl\u00f6sterliche Z\u00fcge und den Charakter der alten Guru-Sch\u00fclerbeziehung. Es war eine ganzheitliche Schulung von K\u00f6rper, Geist und Seele. Den Anweisungen des Gurus war ohne Hinterfragen Folge zu leisten, denn er wei\u00df mehr als ich. Der Ausgang sollte auf ein Minimum beschr\u00e4nkt sein. Der Tag war streng geregelt. Lehre, Studium, Arbeit und Ruhe wechselten sich ab und daran hatte man sich zu halten. Abends um 22.00 hie\u00df es Licht aus.<\/p>\n<p>Ein besonderes Augenmerk lag auf der Ern\u00e4hrung. Sie sollte sattvisch sein. Das hei\u00dft: Leicht verdaulich, nahrhaft und nicht erregend. Eine Mahlzeit bestand aus einem Sch\u00e4lchen Dal, das sind Linsen, etwas Joghurt und zwei bis drei Chapatis, das sind kleine Pfannkuchen ohne Ei. Richtig satt, wie wir es gew\u00f6hnt sind, wird man davon nicht. Der Magen soll nur zu zwei Dritteln gef\u00fcllt sein. Kaffee, Tee, Fleisch, Alkohol, scharfe Gew\u00fcrze, Dosennahrung, Salz sind nicht erlaubt. Sie sind rajasic, das hei\u00dft hei\u00df machend oder tamasik, das bedeutet tr\u00e4ge machend.<\/p>\n<p>Durch solche Ern\u00e4hrung im Verbund mit kl\u00f6sterlicher Abgeschiedenheit und geistiger Disziplin verschwindet sexuelles Verlangen fast vollst\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft, eine vollkommene Hinwendung zu Gott mit Abwendung von profaner Liebe bedarf eines umfassenden Konzepts. Die Yogis wissen das seit alters her.<\/p>\n<p>Ich bezweifle nicht, dass es innerhalb der Katholischen Kirche viele gibt, die mit dem Z\u00f6libat irgendwie klar kommen. Aber, dann gibt es auch die anderen.<\/p>\n<p>Wenn wir uns die ber\u00fchmte Pfarrhausk\u00fcche mit ihren deftigen Bratengerichten ansehen und das Bier dazu nehmen, das die M\u00f6nche seit Jahrhunderten brauen, dazu den Wein aus den kl\u00f6sterlichen Kellern, dazu die gleiche Reiz\u00fcberflutung, der auch die Profanen ausgeliefert sind, ist das Z\u00f6libat eine permanente \u00dcberforderung, denn all das macht geil!<\/p>\n<p>(Ich mag dieses Modewort normal \u00fcberhaupt nicht, mit Ausnahme der urspr\u00fcnglichen Bedeutung so wie hier. Heutzutage ist ja schon ein Sofa \u201egeil\u201c.)<\/p>\n<p>Vom Sinn her ist eine z\u00f6libat\u00e4re Lebensweise etwas zutiefst Freiwilliges. Es ist eine Abwendung von der Welt.<\/p>\n<p>So lange diese Kirche das nicht anerkennt und die n\u00f6tigen \u00c4nderungen einleitet, so lange wird es Missbrauch mit Kindern geben. Kinder deshalb, weil man sich die gef\u00fcgig machen kann. Das gelingt mit erwachsenen Frauen und M\u00e4nnern, mit denen man heimlichen Sex haben kann, erheblich schwieriger.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gegenw\u00e4rtig ist ein Dauerthema, das die Katholische Kirche betrifft, wieder einmal mit aller Macht an die Oberfl\u00e4che gedrungen. Es ist der sexuelle Missbrauch von Minderj\u00e4hrigen. Der emeritierte Papst Benedikt bereut, was vorgefallen ist und betet f\u00fcr die Opfer. Dies empfinde ich als pure Blasphemie. 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