{"id":2497,"date":"2021-06-27T18:53:59","date_gmt":"2021-06-27T16:53:59","guid":{"rendered":"https:\/\/gpflug.de\/website\/?p=2497"},"modified":"2021-06-27T18:59:40","modified_gmt":"2021-06-27T16:59:40","slug":"finde-deine-eigene-wahrheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2021\/06\/27\/finde-deine-eigene-wahrheit\/","title":{"rendered":"Finde deine eigene Wahrheit"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2498\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/IMG_20210624_115843-225x300.jpg\" alt=\"IMG_20210624_115843\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/IMG_20210624_115843-225x300.jpg 225w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/IMG_20210624_115843-768x1024.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/IMG_20210624_115843-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/IMG_20210624_115843-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/IMG_20210624_115843-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/>In der Bhagavad Gita hei\u00dft es:\u201eWie ein Lotosblatt auf der Wasseroberfl\u00e4che treibt, ohne nass zu werden, bleibt der Yogi unber\u00fchrt von Hitze und K\u00e4lte, Freude oder Leid. F\u00fcr ihn ist alles gleich. F\u00fcr ihn ist alles ein Spiel der Gunas.\u201c<\/p>\n<p>Wer w\u00fcrde das nicht gerne f\u00fcr sich in Anspruch nehmen? Man k\u00f6nnte quasi, Gott \u00e4hnlich, in heiterer Gelassenheit die H\u00f6hen und Tiefen des Lebens an sich vor\u00fcberziehen lassen.<\/p>\n<p>Leider bleibt das f\u00fcr die meisten von uns ein unerf\u00fcllter Traum. Das hat zwei Gr\u00fcnde:<!--more--><\/p>\n<p>Zum einen konzentrieren wir uns nicht auf ein gro\u00dfes Ziel wie Yogis das tun, n\u00e4mlich die Transzendenz der Ich-Gebundenheit. Wir bleiben lieber in der Welt der Dinge: fahren in den Urlaub, gehen ins Kino, genie\u00dfen die sch\u00f6nen Stunden und hassen die schlechten. Manchmal meditieren wir ein bisschen und lesen ein philosophisches Buch. Nachts bei der Betrachtung des Sternenhimmels ahnen wir die Existenz eines Gr\u00f6\u00dferen, aber dann schlie\u00dfen wir wieder das Fenster und wenden uns unseren Alltagsgesch\u00e4ften zu.<\/p>\n<p>Wir bleiben in der Ich-Gebundenheit verhaftet und tappen dabei in die Falle dessen, was in den Yoga-Sutren als Raga bezeichnet wird. Das bedeutet, wir m\u00f6gen etwas und ein anderes m\u00f6gen wir nicht. In unserem Fall hier sch\u00e4tzen wir die heitere Gelassenheit, das Gegenteil, n\u00e4mlich den \u00c4rger dar\u00fcber, dass wir uns schon wieder in einen Strudel von Gef\u00fchlen hineinziehen lie\u00dfen, den lehnen wir ab.<\/p>\n<p>Das funktioniert so nicht!<\/p>\n<p>Dieses eines m\u00f6gen und das andere Ablehnen zieht sich durch unser ganzes Dasein, sogar bis ins Innerste unserer Pers\u00f6nlichkeit. Wir kennen uns ja. Da gibt es Eigenschaften und Facetten an uns, mit denen wir einverstanden sind. Andere lehnen wir ab. Die m\u00f6gen wir nicht und m\u00f6chten sie am liebsten unter den Teppich kehren. Aber sie sind da und ohne sie w\u00e4ren wir nur die H\u00e4lfte von dem, was uns ausmacht.<\/p>\n<p>Als ich vor fast einem halben Jahrhundert aus dem Yogainstitut nach Deutschland zur\u00fcckkam, war ich \u00fcberzeugt, dass es jetzt nur noch eine Frage sehr kurzer Zeit sei, bis ich Samadhi realisiert h\u00e4tte. Als ich mich damals verabschiedete, sagte Shri Yogendra, der alte Yogi:\u201eSomething is gained\u201c. Das erschien mir damals reichlich untertrieben.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich hatte er recht, denn mehr als ein paar Grundlagen waren nicht da. Allerdings dienten sie dazu, die folgenden Jahre mit ihren Ereignissen anders einordnen zu k\u00f6nnen. Ich hatte mir sozusagen einen Grundbausatz erworben. Der reichte jedoch in keiner Weise aus, die ersehnte \u201eheitere Gelassenheit\u201c zu erleben.<\/p>\n<p>Das erworbene Karma ist da, und es bleibt auch da und muss gelebt werden. Man sollte nicht vergessen, dass Yoga einzig und allein praktiziert wird, um kein neues Karma zu erwerben. Alles Handeln, jeder Gedanke, der ja letztlich irgendwann in die Tat umgesetzt wird, wird zu neuem Karma, was wieder Folgen zeitigt und so fort. Dieses Rad der Ursache und Wirkung kann erst durch die Stufen des h\u00f6heren Yoga, Dharana-Dhyana-Samadhi, \u00fcberwunden werden.<\/p>\n<p>Irgendwann erreichen alle dieses Ziel. Es gibt da eine nette kleine Geschichte. Ein Mann geht zu einem Weisen und fragt, wie viele Inkarnationen er noch zu erleiden h\u00e4tte, bis er vom \u201eRad\u201c befreit sei. Der Weise deutet auf einen gro\u00dfen Mangobaum vor dem Haus und sagt:\u201eSiehst du die Bl\u00e4tter dieses Baumes? So viele Male wirst du noch wiedergeboren.\u201c \u201eDas ist ja gar nicht mehr so viel\u201c, meint der Mann und zieht freudig von dannen.<\/p>\n<p>Yoga ist gewisserma\u00dfen der Schnellzug zu diesem Ziel.<\/p>\n<p>Aber &#8211; \u201enoch ist Polen nicht verloren\u201c lautet ein gefl\u00fcgeltes Wort aus der polnischen Nationalhymne. F\u00fcr uns hei\u00dft das, dass wir in diesem Leben doch noch wenigstens in die N\u00e4he dieser \u201eheiteren Gelassenheit\u201c kommen k\u00f6nnen, wenn wir uns unserer ganz eigenen Wahrheit stellen, indem wir sagen:\u201eDas bin ich! Ich bin nicht so wie andere. Ich habe die und die Eigenheiten, St\u00e4rken, Schw\u00e4chen, S\u00fcchte, tief verborgenen W\u00fcnsche und \u00c4ngste\u201c, von denen wir nie etwas erz\u00e4hlen, \u201eaber das ist so, da kann ich grunds\u00e4tzlich nur bedingt was \u00e4ndern. Ich kann kein anderer Mensch werden. Das ist mein Karma. Einen Teil habe ich, so scheint es, bew\u00e4ltigt, aber andere Teile bleiben ein Leben lang, trotz vieler Versuche, daran etwas zu ver\u00e4ndern. Sie bleiben mir vielleicht bis zum Tod.\u201c<\/p>\n<p>Dieses Annehmen der eigenen Person mit all ihrer Macht(losigkeit) ist eine realistische Einsch\u00e4tzung nach innen und nach au\u00dfen. \u201eDa kann ich was ver\u00e4ndern und da eben nicht.\u201c<\/p>\n<p>Durch diese Betrachtungsweise gewinnen wir unsere Selbstbestimmung zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Ich bin fr\u00fcher gesegelt. Es war w\u00e4hrend eines Sturms in der Nordsee. Wir sch\u00e4tzten St\u00e4rke 8-9. Das Boot stampfte und schoss mit starker Neigung dahin. Die Wellen kamen \u00fcber. Dann drehten wir bei. Das ist ein seem\u00e4nnisches Man\u00f6ver, bei dem das Schiff in einer bestimmtem Segelstellung mit dem Sturm und der See treibt. Pl\u00f6tzlich herrschte Ruhe! So als g\u00e4be es den Sturm nicht mehr. Indem wir mit ihm fuhren, hatten wir seine Macht gebrochen.<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Bhagavad Gita hei\u00dft es:\u201eWie ein Lotosblatt auf der Wasseroberfl\u00e4che treibt, ohne nass zu werden, bleibt der Yogi unber\u00fchrt von Hitze und K\u00e4lte, Freude oder Leid. F\u00fcr ihn ist alles gleich. F\u00fcr ihn ist alles ein Spiel der Gunas.\u201c Wer w\u00fcrde das nicht gerne f\u00fcr sich in Anspruch nehmen? 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