{"id":2295,"date":"2021-01-07T19:35:11","date_gmt":"2021-01-07T18:35:11","guid":{"rendered":"https:\/\/gpflug.de\/website\/?p=2295"},"modified":"2021-01-07T19:35:11","modified_gmt":"2021-01-07T18:35:11","slug":"see-you","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2021\/01\/07\/see-you\/","title":{"rendered":"See You&#8230;"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2297\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/IMG_20210107_193019-225x300.jpg\" alt=\"IMG_20210107_193019\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/IMG_20210107_193019-225x300.jpg 225w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/IMG_20210107_193019-768x1024.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/IMG_20210107_193019-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/IMG_20210107_193019-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/IMG_20210107_193019-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/>Gestern ist in Washington das passiert, was Trump-Kritiker schon immer vorausgesagt haben. Eine Anzahl Leute hat das Kongress-Geb\u00e4ude gest\u00fcrmt.<\/p>\n<p>Seit Wochen wird von den Republikanern die Wahlniederlage angezweifelt. Zuletzt ging es um den Staat Georgia. Dort wurde um zwei Sitze im Senat gek\u00e4mpft. Nachdem klar war, dass diese zwei Sitze an die Demokraten fielen, sahen die Anh\u00e4nger des Pr\u00e4sidenten offensichtlich keine andere M\u00f6glichkeit mehr, sich zu artikulieren.<\/p>\n<p>Das alles ist unw\u00fcrdig. Der Pr\u00e4sident selbst ist es eigentlich auch. Alle sind sich darin einig und freuen sich auf Joe Biden.<\/p>\n<p>Soweit so gut. Was mich an dem Ganzen interessiert ist, wie es so weit kommen konnte? Wie war es m\u00f6glich, dass ein augenscheinlich grandioser Selbstdarsteller und Narzisst und manchmal Clown 74 Millionen Amerikaner f\u00fcr sich gewinnen konnte?<!--more--><\/p>\n<p>Da werden sicher einige einfach strukturierte Leute dabei sein, aber es sind doch nicht alle so.<\/p>\n<p>Ich kann mir nur vorstellen, dass sie die schiere Verzweiflung dahin gebracht hat, ihn zu w\u00e4hlen. Zum ersten Mal hatte ich diesen Gedanken, als ich mir den Film Fahrenheit 9\/11 angesehen habe. Darin geht es zum gro\u00dfen Teil um die Arroganz des demokratischen Parteiestablishments. Es wird gezeigt, wie abgehoben die Clintons, die Obamas, die Pelosis gegen\u00fcber den Bed\u00fcrfnissen und N\u00f6ten der arbeitenden Menschen sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eDeaths of Despair&#8220; lautet der Titel eines Buches von dem Nobelpreistr\u00e4ger Angus Deaton und seiner Frau Anne Case. \u201eTode der Verzweiflung\u201c, das habe sich angeboten als Sammelbegriff. Gemeint ist die wachsende Zahl von Suiziden, von \u00dcberdosen an Drogen, von Alkoholismus und seinen Folgeerkrankungen. Am st\u00e4rksten betroffen ist das, was die beiden die \u201ewhite working class&#8220; nennen &#8211; immerhin 70 Prozent aller Amerikaner mit heller Haut. Es sind Leute, die kein College besucht haben und heute oft nur schlecht bezahlter T\u00e4tigkeit nachgehen, sich h\u00e4ufig von einem Job zum n\u00e4chsten hangeln, oft ohne die Krankenversicherung, die meist der Arbeitgeber f\u00fcr seine Besch\u00e4ftigten abschlie\u00dft. Die Fabriken, in denen sie arbeiteten, gibt es nicht mehr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Trump ist nicht Ursache, sondern Folge von Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Seine Slogans \u201eMake America great again\u201c und \u201eBring the jobs back to America\u201c waren Leuchtfeuer f\u00fcr Millionen.<\/p>\n<p>\u201eDer Ursprung dieses Elends sind laut Deaton und Case die tektonischen Verschiebungen am US-Arbeitsmarkt. Besch\u00e4ftigte, die fr\u00fcher auch ohne Hochschulabschluss ein ausk\u00f6mmliches Leben f\u00fchren konnten, geraten dort immer st\u00e4rker in Schwierigkeiten. Korrigiert um die Inflation seien die L\u00f6hne der \u00e4rmeren H\u00e4lfte der US-Bev\u00f6lkerung ein halbes Jahrhundert lang nicht mehr gestiegen &#8211; wei\u00dfe M\u00e4nner ohne Hochschulabschluss h\u00e4tten zwischen 1979 und 2017 sogar 13 Prozent ihrer Kaufkraft verloren.\u201c (Spiegel 5.7.20)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Trump versprach die Mauer zwischen Mexiko und den USA. Zuvor wurde unter Clinton das Freihandelsabkommen NAFTA installiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eF\u00fcr die Arbeiter in den am st\u00e4rksten betroffenen Regionen und Branchen der USA begann der Abstieg allerdings zeitgleich mit Nafta. Die Stammw\u00e4hler der Demokraten sahen sich in ihrer Not von ihrer Partei verlassen. Das erkl\u00e4rt zum Teil den Aufstieg von Donald Trump und zugleich Hillary Clintons schlechte Umfragewerte bei wei\u00dfen M\u00e4nnern. ,Die Parteibasis der Demokraten war eigentlich immer gegen diese Abkommen, doch das ist von der Parteispitze ignoriert worden&#8216;, sagt Melinda St. Louis von Global Trade Watch, einer B\u00fcrgerinitiative, die Handelsabkommen kritisch beobachtet.\u201c (Die Zeit)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr 2060 wird vorausgesagt, dass nur noch 44 % der Amerikaner wei\u00df sein werden. Die Mehrheit sind dann Latinos, Afro-Amerikaner und Asiaten. Das alles sch\u00fcrt \u00c4ngste um den Verlust der Existenz und der amerikanischen Lebensart. \u201eDa muss man halt flexibel sein, sich dem Wandel anpassen!\u201c, sagen die intellektuellen Trendsetter, die nie etwas anderes als Konzepte und Essays \u00fcber sozialen Wandel produziert haben, aber nicht in der Lage sind, eine Elektroleitung zu legen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es geht um nichts weniger als um den amerikanischen Traum. Persuit of happiness schrieb Thomas Jefferson seinen Landsleuten in die Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Trump war der einzige, der diese \u00c4ngste bisher wahrnahm.<\/p>\n<p>Ein Land ist so wie die Menschen, die darin wohnen. Wenn wir die L\u00e4nder S\u00fcdamerikas ansehen, dann ist da keines, das wirklich funktioniert. Keines, das seinen Bewohnern Sicherheit, Arbeit und Freiheit bringt. Ein Putsch, eine Diktatur jagt die andere. Deswegen wollen die Menschen weg, am liebsten in die USA. Wer k\u00f6nnte das nicht verstehen?<\/p>\n<p>Aber \u2013 wenn die Mehrheit der US-B\u00fcrger aus ehemaligen S\u00fcdamerikanern besteht, dann werden auch s\u00fcdamerikanische Verh\u00e4ltnisse dort einziehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eWas da abl\u00e4uft, ist wie ein nat\u00fcrliches Experiment\u201c, sagt Karlyn Bowman, die f\u00fcr das konservative American Enterprise Institute an einem Bericht mitgearbeitet hat, der gemeinsam mit dem linksliberalen Thinktank Brookings und dem linken Center for American Progress erstellt wurde. Auch wegen dieser Transformation durchlaufe Amerika gerade eine Periode demokratischer Turbulenzen, sagt Bowman. Aber letztlich sei sie zuversichtlich, was die Zukunft des Landes anbelange. Schlie\u00dflich habe man schon ganz andere Probleme gemeistert.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist Frau Bowman nicht von diesem \u201eExperiment\u201c betroffen. Sie sitzt sicher in ihrem \u201eThinktank\u201c und wird nie ein Flie\u00dfband sehen. Sie stellt nichts her, was die Menschen brauchen. Sie beschreibt nur Menschen, die etwas herstellen, das man braucht. Wahrscheinlich w\u00fcrde sie nie Trump w\u00e4hlen, muss sie ja auch gar nicht.<\/p>\n<p>Wenn Trump am 20. Januar abtritt, wird nur ein Symptom verschwinden, aber nicht die Ursache daf\u00fcr.<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern ist in Washington das passiert, was Trump-Kritiker schon immer vorausgesagt haben. Eine Anzahl Leute hat das Kongress-Geb\u00e4ude gest\u00fcrmt. Seit Wochen wird von den Republikanern die Wahlniederlage angezweifelt. Zuletzt ging es um den Staat Georgia. Dort wurde um zwei Sitze im Senat gek\u00e4mpft. 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