{"id":2219,"date":"2020-11-04T17:03:04","date_gmt":"2020-11-04T16:03:04","guid":{"rendered":"https:\/\/gpflug.de\/website\/?p=2219"},"modified":"2020-11-04T17:03:04","modified_gmt":"2020-11-04T16:03:04","slug":"in-gottes-namen-teil-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2020\/11\/04\/in-gottes-namen-teil-ii\/","title":{"rendered":"In Gottes Namen. Teil II"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2221\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/IMG_20201102_170016-213x300.jpg\" alt=\"IMG_20201102_170016\" width=\"213\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/IMG_20201102_170016-213x300.jpg 213w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/IMG_20201102_170016-728x1024.jpg 728w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/IMG_20201102_170016-768x1080.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/IMG_20201102_170016-1092x1536.jpg 1092w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/IMG_20201102_170016-1456x2048.jpg 1456w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/IMG_20201102_170016-scaled.jpg 1820w\" sizes=\"auto, (max-width: 213px) 100vw, 213px\" \/>Bleiben wir noch ein Weilchen bei den gesellschaftlichen Funktionen von Religionen. Die Welt erscheint uns nicht fair. Es gibt massive Ungerechtigkeit und Ungleichheit. Wie soll die Obrigkeit damit umgehen? Wie soll sie verhindern, dass sich die Unterprivilegierten ihren Teil vom Kuchen holen?<\/p>\n<p>Zuerst schafft man ein Weltbild, welches die Funktion hat, dass oben oben und unten unten bleibt. Ganz oben sitzt Gott, nat\u00fcrlich! Dann kommt der Kaiser oder der K\u00f6nig, eingesetzt von Gottes Gnaden. Das ist clever, denn gegen Gott ist schwer anzukommen. Dem Kaiser ist der Klerus gleichgestellt, denn dem Herrscher muss Gottes Ratschluss erkl\u00e4rt werden und das kann selbstverst\u00e4ndlich nur der Priesterstand. Die Kaiserkr\u00f6nung war ein weltlich-religi\u00f6ser Akt. Weiter unten in der Gesellschaftspyramide kam der Adel, dann B\u00fcrger, Bauern. Letztere frei oder leibeigen.<!--more--><\/p>\n<p>Diese Reihenfolge wurde dem Volk als sakrosankt und gottgewollt dargestellt.<\/p>\n<p>Wenn also leibeigene Bauern sich beklagen sollten, so konnte das mit dem Hinweis auf Gott abgeschmettert werden. Das funktionierte nicht immer, wie an den Bauernkriegen zu sehen ist.<\/p>\n<p>Wer sich gegen dieses Weltbild auflehnte, verstie\u00df gegen die gottgewollte Weltordnung, was als S\u00fcnde galt.<\/p>\n<p>Aber &#8211; Armen und Rechtlosen winkte Gottes Lohn im Himmel, sofern sie sich dem\u00fctig und fromm verhielten.<\/p>\n<p>Selbst heute in unseren aufgekl\u00e4rten Zeiten kann das Rechtssystem keine hundertprozentige Gerechtigkeit herstellen. Jenen, die sich ungerecht behandelt f\u00fchlen und mit ihrem Schicksal hadern, weil sie sich von \u201edenen da oben\u201c unterdr\u00fcckt und ausgebeutet sehen, bleibt immer der Trost von Gottes letzter Gerechtigkeit, die in dem Wunsch oder dem Versprechen zum Ausdruck kommt, dass die B\u00f6sen \u201ein der H\u00f6lle schmoren\u201c werden.<\/p>\n<p>Im Hinduismus haben wir die Idee des Karma. Hier gilt, wer sein Dharma getreu erf\u00fcllt, wird im n\u00e4chsten Leben mit einem besseren Schicksal, sprich mit dem Aufstieg in eine h\u00f6here Kaste belohnt.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte sagen, dass es sich um ein sich selbst regulierendes System handelt, denn f\u00fcr sein gegenw\u00e4rtiges Karma, sei es noch so mies, ist man selbst verantwortlich. Das ist wirklich clever, denn da ist dann nicht einmal mehr irgend jemand von \u201eda oben\u201c verantwortlich.<\/p>\n<p>Im Islam haben wir das \u201eInshallah = Gott will es so\u201c. Alles, was passiert ist Gottes Wille. Das ist eigentlich eine positive Einstellung und erinnert an Karma Yoga. Islam hei\u00dft Unterwerfung. Das bedeutet, dass es keine Trennung zwischen Religion und Politik gibt. Hier zeigt sich, dass der Islam mit dem westlichen Denken des Laizismus nicht kompatibel ist. Wenn Islam so praktiziert wird, wie er gedacht ist, dann sehen wir an Staaten wie dem Iran, was dabei herauskommt.<\/p>\n<p>In Teil Eins dieser \u00dcberlegungen habe ich versucht aufzuzeigen, dass der Ursprung von Religion in der Angst der Menschen vor dem nicht Beherrschbaren ist. Wenn Menschen alt werden, dann werden sie religi\u00f6s, sagt man. Auch in Gefahrensituationen fangen nicht Wenige mit dem Beten an.<\/p>\n<p>Ist Religion also nicht mehr als die Bek\u00e4mpfung der Angst vor dem Tod? Oder vielleicht sogar vor dem Leben, vor dem selbstbestimmten Leben? Angst gebiert Unsicherheit und diese f\u00fchrt zu Aggressivit\u00e4t. Ein innerlich unsicherer Mensch, der einen \u201esicheren Hafen\u201c in der Religion gefunden zu haben glaubt, ist \u00e4ngstlich bem\u00fcht, dass dieser Hafen nicht \u201eangegriffen\u201c wird und er wieder in die Unsicherheit zur\u00fcckgeworfen wird.<\/p>\n<p>Meine These lautet: Je mehr Angst und Unterdr\u00fcckung von (sexuellen) nat\u00fcrlichen menschlichen Gef\u00fchlen und Bed\u00fcrfnissen in einer Gesellschaft herrscht, desto unduldsamer wird Religion praktiziert.<\/p>\n<p>Ich sehe auch deutliche Unterschiede bei den gro\u00dfen Weltreligionen. Die \u00f6stlichen, wie der Buddhismus, der Hinduismus, der Taoismus und der Shintoismus haben wenig versucht, die Welt zu missionieren. Das ist bei den sogenannten monotheistischen W\u00fcstenreligionen, dem Christentum und dem Islam, ganz anders. Was in Jesu Namen in den vergangenen Jahrhunderten angerichtet wurde, ist heute noch besch\u00e4mend. Der Islam hat von Arabien aus seine \u201eabsolute Wahrheit\u201c mit Feuer und Schwert durch Asien, Europa und Afrika verbreitet und tut dies heute zunehmend wieder.<\/p>\n<p>Gerade die letzten Wochen mit den Morden von Dresden, Paris, Nizza und Wien zeigen, dass Menschen, die sich im Besitz des wahren Glaubens w\u00e4hnen, hochgef\u00e4hrlich sind und man fragt sich, was f\u00fcr ein Gottesbild in den K\u00f6pfen der T\u00e4ter ist.<\/p>\n<p>(wird fortgesetzt)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bleiben wir noch ein Weilchen bei den gesellschaftlichen Funktionen von Religionen. Die Welt erscheint uns nicht fair. Es gibt massive Ungerechtigkeit und Ungleichheit. Wie soll die Obrigkeit damit umgehen? Wie soll sie verhindern, dass sich die Unterprivilegierten ihren Teil vom Kuchen holen? 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