{"id":2212,"date":"2020-10-31T19:19:13","date_gmt":"2020-10-31T18:19:13","guid":{"rendered":"https:\/\/gpflug.de\/website\/?p=2212"},"modified":"2020-10-31T19:19:13","modified_gmt":"2020-10-31T18:19:13","slug":"im-namen-gottes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2020\/10\/31\/im-namen-gottes\/","title":{"rendered":"Im Namen Gottes"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2214\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_20140704_152828-169x300.jpg\" alt=\"IMG_20140704_152828\" width=\"169\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_20140704_152828-169x300.jpg 169w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_20140704_152828-576x1024.jpg 576w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_20140704_152828-768x1365.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_20140704_152828-864x1536.jpg 864w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_20140704_152828-1152x2048.jpg 1152w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_20140704_152828-scaled.jpg 1440w\" sizes=\"auto, (max-width: 169px) 100vw, 169px\" \/>Es hei\u00dft, dass nichts so viele Kriege oder auch Tote verursacht habe wie Religion. Wir denken an die Religionskriege in Europa und an die Conquista in S\u00fcdamerika. Die Inquisition t\u00f6tete, um die Seelen der H\u00e4retiker zu retten. Nicht besser ging es den Hexen. Heute haben wir den islamistischen Terror, der in der ganzen Welt im Namen Gottes mordet.<!--more--><\/p>\n<p>Vor langer, langer Zeit, als sich die Menschen noch nicht sehr weit von ihren Vettern, den Affen, entfernt hatten, herrschte die Angst, denn die Natur und die in ihr Lebenden, waren allesamt st\u00e4rker und geschickter als die Menschenwesen. Man kroch in den eiskalten, dunklen H\u00f6hlen zusammen, wenn ein Gewitter niederging und der Hagelsturm tobte. Die Tierwelt war \u00fcberm\u00e4chtig und furchteinfl\u00f6\u00dfend. Ein H\u00f6hlenb\u00e4r war fast drei Meter hoch, wenn er sich erhob. Nahrungsbeschaffung war schwierig und gef\u00e4hrlich. Jederzeit konnte ein Raubtier die Beeren pfl\u00fcckenden Frauen \u00fcberraschen. Das Wild war schnell und schwierig zu erlegen. Wenn die Menschen in Zeiten der St\u00fcrme und Unwetter zum Firmament empor sahen, werden sie inst\u00e4ndig gehofft haben, dass sie am Leben bleiben. Von da ist es ein kleiner Schritt, die H\u00e4nde flehentlich gen Himmel zu strecken, dass es aufh\u00f6ren m\u00f6ge. Wenn man sich gegen\u00fcber einer Macht \u201eohnm\u00e4chtig\u201c f\u00fchlt, ist es ratsam, sich mit ihr zu verb\u00fcnden, ein Teil von ihr zu werden und so an ihrer Macht teilzuhaben.<\/p>\n<p>Alles begann mit der Verehrung von Naturph\u00e4nomenen: Agni, der indische Gott des Feuers, Thor, der Gewittergott der Germanen, Helios und Selene, G\u00f6tter der Sonne und des Mondes der Griechen. Bonifatius f\u00e4llte die Donareiche, denn auch m\u00e4chtige B\u00e4ume sind Ausdruck von Macht. Der Inka nannte sich Sohn der Sonne. Die Japaner sehen sich heute noch als Sonnenabk\u00f6mmlinge. Es lag nahe, dass man etwas daf\u00fcr hergab, um die Macht gn\u00e4dig zu stimmen. Je wertvoller das Opfer war, desto mehr glaubte man sich erhoffen zu k\u00f6nnen. Abraham war bereit, Isaak zu opfern. Die Azteken schnitten das Herz, als Motor des Lebens, aus den Geopferten. Durch hohes Trinkgeld erhofft man sich auch heute noch eine Vorzugsbehandlung durch den Kellner beim Restaurantbesuch.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich konnte man nicht einfach so vor die Macht treten wie zum Nachbarn in der H\u00fctte nebenan. Da musste ein bisschen Brimborium gemacht werden. Das war die Geburtsstunde des Ritus.Wer einmal ein orthodoxes Osterfest miterlebte, wei\u00df um die Macht der Zeremonie. Sie erhebt das Individuum \u00fcber den Alltag.<\/p>\n<p>Da die normalen Menschen den Hauptteil ihrer Zeit damit verbrachten, das Lebensnotwendige herbeizuschaffen, erboten sich andere, die sich daf\u00fcr geeignet f\u00fchlten, mit der Macht in Verbindung zu treten. So entwickelte sich der Priesterstand. Da dieser sich sozusagen als \u201enext door\u201c zu Gott empfand, gewann er immer mehr Macht \u00fcber die gew\u00f6hnlichen Menschen. Wer Macht hat, neigt dazu, sie zu missbrauchen. Das liegt in der Natur der Sache. Denkm\u00e4ler entstanden, um die Menschen st\u00e4ndig zu erinnern, dass \u00fcber ihnen etwas Gr\u00f6\u00dferes sei.<\/p>\n<p>Wer skeptisch war, stellte eine Gefahr f\u00fcr das System dar. Dem musste entgegen getreten werden. Das war der Kampf gegen die Kr\u00e4uterweiblein und gegen die Hexen, die es auch noch wagten, in teuflischer Lust auf den Blocksberg zu reiten und es mit dem Teufel in immerw\u00e4hrendem Orgasmus zu treiben.<\/p>\n<p>Aber, es musste etwas her, das von Dauer war. Das war die Idee der Erbs\u00fcnde. Ab da war der Mensch per se schuldig, weil er vom Apfel gekostet hatte.<\/p>\n<p>Die Religion hatte immer auch eine gesellschaftliche Funktion.<\/p>\n<p>Wir kennen alle die Geschichte vom Ackerbauern Kain und seinem Bruder, dem Hirten Abel. Beide opferten, aber nur Abels Opfer fand Gnade bei Gott. Ich fand das schon immer ungerecht, denn Kain brachte bestimmt kein verfaultes Gem\u00fcse zum Altar, sondern nur makelloses.<\/p>\n<p>Warum also dann Gottes Ablehnung, die zudem auch noch den ersten Mord nach sich zog, was ja irgendwie verst\u00e4ndlich ist, wenn man sieht, wie der eigene Bruder vorgezogen wird.<\/p>\n<p>Die Israeliten zogen vierzig Jahre in Richtung des gelobten Landes Kanaan. Sie waren Vieh treibende Nomaden und hausten in Zelten mit geringem Komfort. Da gab es keine B\u00e4der und Gem\u00e4cher, denn man musste ja alles wieder abbauen und zu den n\u00e4chsten Weidegr\u00fcnden transportieren. Das Be- und Entladen sollte schnell gehen, denn in der Steppe konnte es aufziehende Unwetter geben und wohl auch \u00dcberf\u00e4lle feindlicher St\u00e4mme.<\/p>\n<p>Mancher wird des ewigen Umherziehens m\u00fcde geworden sein und sich mit Bedauern nach den \u201eFleischt\u00f6pfen\u201c \u00c4gyptens gesehnt haben. So wird wohl mancher neidvoll auf die Sesshaften geblickt haben, die in festen H\u00e4usern lebten und trocken und warm im Nest sa\u00dfen.<\/p>\n<p>Da musste ein anderes Selbstbild entwickelt werden. Die nomadischen Viehz\u00fcchter sollten mehr gelten als die sesshaften Ackerbauern. Deshalb musste Gott das geopferte Lamm den Mohrr\u00fcben und dem Blumenkohl vorziehen.<\/p>\n<p>\u201eSeht her, selbst Gott sch\u00e4tzt euch mehr als die Bauern, also h\u00f6rt mit dem Gejammer auf!\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>(wird fortgesetzt)<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es hei\u00dft, dass nichts so viele Kriege oder auch Tote verursacht habe wie Religion. Wir denken an die Religionskriege in Europa und an die Conquista in S\u00fcdamerika. Die Inquisition t\u00f6tete, um die Seelen der H\u00e4retiker zu retten. Nicht besser ging es den Hexen. 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