{"id":2126,"date":"2020-08-15T17:16:12","date_gmt":"2020-08-15T15:16:12","guid":{"rendered":"https:\/\/gpflug.de\/website\/?p=2126"},"modified":"2020-08-15T17:25:25","modified_gmt":"2020-08-15T15:25:25","slug":"marie-hupf-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2020\/08\/15\/marie-hupf-auf\/","title":{"rendered":"Marie hupf auf"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2128\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/IMG_20200815_162230-225x300.jpg\" alt=\"IMG_20200815_162230\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/IMG_20200815_162230-225x300.jpg 225w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/IMG_20200815_162230-768x1024.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/IMG_20200815_162230-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/IMG_20200815_162230-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/IMG_20200815_162230-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/>Heute ist der 15. August und in den katholischen Gegenden Bayerns feiert man Mari\u00e4 Aufnahme in den Himmel oder \u201eMarie hupf auf\u201c (im Folgenden kurz MH), wie wir auch respektlos sagen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dieses Fest wird seit 813 in Deutschland gefeiert:<br \/>\n\u201eDer fr\u00fcheste schriftliche Bericht \u00fcber Marias Aufnahme in den Himmel kommt aus \u00c4gypten. Geschrieben wurde er vermutlich im 4. Jahrhundert. Die Ostkirchen feiern Maria Himmelfahrt bereits seit dem 5. Jahrhundert. Allerdings unter anderem Namen, als Fest \u201eDormitio&#8220;, was \u00fcbersetzt werden k\u00f6nnte mit \u201eEntschlafung&#8220;. In der Westkirche wird der Tag erst 300 Jahre sp\u00e4ter gefeiert. Doch schlie\u00dflich ist \u201eMari\u00e4 Himmelfahrt&#8220; in der gesamten christlichen Welt anerkannt und wird schnell zu einem der wichtigsten Feste im liturgischen Kalender der Kirche. In Deutschland wird Maria Himmelfahrt zum ersten Mal im Jahr 813 gefeiert. Es ist der ostr\u00f6mische Kaiser Mauritius, der schlie\u00dflich das Fest auf den 15. August legt.\u201c (mdr. Religion und Gesellschaft)<!--more-->\u201eDie biblische Lehre \u00fcber Maria ist \u00e4u\u00dferst knapp, denn au\u00dfer in den ersten beiden Kapiteln von Lukas und Matth\u00e4us und im Johannes Kapitel 2,1-12 (Hochzeit zu Kanaan) wird sie nur noch f\u00fcnfmal kurz erw\u00e4hnt (zzgl. vier parallele Berichte). Das letzte mal wird Maria beil\u00e4ufig in Apostelgeschichte 1,14 beim gemeinsamen Gebet mit den J\u00fcngern erw\u00e4hnt. Man kann gar nicht von einer besonderen \u201eLehre\u201d der Bibel \u00fcber Maria sprechen, da \u00fcber sie keine Lehre aufgestellt, sondern nur einige Szenen aus ihrem Leben berichtet werden.<\/p>\n<p>Einen Hinweis auf ihre Stellung vor Gott geben uns die Worte des Engels Gabriel in Lukas 1,28-30, wo er sie \u201eBegnadete\u201d (die richtige \u00dcbersetzung des katholischen \u201evoll der Gnade\u201d) nennt, und ihr mitteilt, dass sie \u201eGnade bei Gott gefunden\u201d hat.<\/p>\n<p>Das l\u00e4sst keinen anderen Schluss zu, als dass Maria selbst Gnade und somit Erl\u00f6sung braucht.<\/p>\n<p>In der Bibel finden wir hingegen kein Wort von Maria als \u201eMittlerin aller Gnaden\u201d, \u201eunbefleckt Empfangene\u201d, \u201eHimmelsk\u00f6nigin\u201d, \u201eMiterl\u00f6serin\u201d, \u201eSchlangenzertreterin\u201d, \u201eMittlerin zum Mittler\u201d oder von ihrer angeblichen Himmelfahrt.<\/p>\n<p>Die Bibel berichtet von der Jungfrauengeburt und Himmelfahrt Jesu. Von einer Himmelfahrt Marias sagt die Bibel hingegen nichts. Und doch wurden diese beiden Lehren 1854 und 1950 zu \u201eunfehlbaren\u201d Dogmen der Katholischen Kirche erkl\u00e4rt. Bei diesen Lehren handelt es sich jedoch ersichtlich um Behauptungen ohne jede biblische Grundlage. Indem die Katholische Kirche solche frei erfundenen Dogmen aufstellt, disqualifiziert sie sich in meinen Augen selbst und beweist schlagend, dass von einer \u201eUnfehlbarkeit\u201d des Papstes keine Rede sein kann.<\/p>\n<p>Jesus selbst spricht Maria auch nirgendwo in der Bibel direkt mit Mutter, sondern stets mit \u201eFrau\u201d an, wie z.B. bei der Hochzeit zu Kanaan, Johannes 2,4: \u201eWas habe ich mit Dir zu schaffen, Frau?\u201d. Was f\u00fcr eine Distanz Jesu zu Maria spricht aus diesen Worten.\u201c( Zitiert aus Soulsaver.de)<\/p>\n<p>Wie so vieles im christlichen Glauben entpuppt sich MH als eine Mischung aus M\u00e4rchen, Legenden und Dogmen. Immer, wenn wir den Glauben aus exoterischer Sicht (von au\u00dfen) betrachten, dann fangen wir an zu zweifeln, denn mit historischen Fakten l\u00e4sst sich nichts belegen.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen dem Ganzen esoterisch (von innen) begegnen.<\/p>\n<p>Dazu m\u00f6chte ich einige pers\u00f6nliche Erlebnisse anf\u00fchren.<\/p>\n<p>Im Jahr 2005 fand in K\u00f6ln der XX. Weltjugendtag mit Papst Benedikt statt. Wir befanden uns zu der Zeit auf dem Rheinradweg Richtung Rotterdam. Schon in der Gegend von Bingen trafen wir immer wieder kleinere oder gr\u00f6\u00dfere Gruppen von Jugendlichen, die unter fr\u00f6hlichem Singen gen K\u00f6ln zogen. Ich habe mir diese Jungen und M\u00e4dchen gerne angesehen, denn sie strahlten in der Tat etwas Fr\u00f6hliches, Zuversichtliches aus.<\/p>\n<p>Abends, in den kleinen St\u00e4dtchen trafen sie sich, um zu feiern. Was ich da sah, beeindruckte mich tief. Da gab es keinen Abfall, keine Bierflaschen, die auf der Stra\u00dfe herumlagen, \u00fcberhaupt keinen Alkohol. Man sang zusammen, unterhielt sich und genoss den Abend.<\/p>\n<p>Welch ein Gegensatz zu den Weltenrettern, die sich aus politischem Anliegen zusammenfinden. Als da w\u00e4ren Klima, Umwelt, Antifaschismus usw., usw. Oder wenn auf Festivals gefeiert wird.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck bleiben Tonnen von Abfall. Es gibt nicht selten Randale und offensichtlich f\u00e4llt keinem auf, welch eine Diskrepanz zwischen dem eigenen Verhalten und dem propagierten Anliegen herrscht.<\/p>\n<p>Im Stufenmodell der Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung des d\u00e4nischen Philosophen S\u00f6ren Kierkegaard finden wir eine Erkl\u00e4rung:<\/p>\n<p>\u201e1.\u00c4sthetisches Stadium:<\/p>\n<p>Auf der urspr\u00fcnglichsten Stufe, dem \u00e4sthetischen Stadium, lebt der Mensch ganz in der Unmittelbarkeit der sinnlichen Empfindung, die Motiv und Ziel seines Handelns ist. Er existiert g\u00e4nzlich unreflektiert, ohne sich \u00fcber sich selbst im Klaren zu sein, obwohl er sp\u00fcrt, dass er nicht er selbst ist, sondern in \u00c4u\u00dferlichkeiten gefangen. Der Mensch hat sich noch nicht als ein Selbst erkannt, das nicht nur rein immanent, sondern auch transzendent existiert, indem sich der Mensch zu dem faktischen Verh\u00e4ltnis bewusst in ein Verh\u00e4ltnis setzt, das zwischen K\u00f6rper und Geist besteht. Der Mensch ist hier verzweifelt, weil er mit sich selbst nicht im Reinen ist. (Stangl, 2020).<\/p>\n<p>2.Das ethische Stadium<\/p>\n<p>Der Mensch erkennt sich im ethischen Stadium als ein sowohl immanentes als auch transzendentes Wesen, indem er sich nun zu dem Verh\u00e4ltnis zwischen K\u00f6rper und Geist reflektiert in ein Verh\u00e4ltnis setzt und dessen bewusst wird. Er verh\u00e4lt sich nun vern\u00fcnftig und erkennt seine Verantwortung vor sich selbst und der Welt. Dadurch aber erkennt er, dass er als zun\u00e4chst rein immanentes Wesen nicht imstande ist, den transzendenten Teil seines Wesens zu begr\u00fcnden, der nicht aus der Welt stammen kann. Wenn der Mensch sich nicht in ein Verh\u00e4ltnis zu seinem wahren Grund, zu Gott, setzt, sondern aus sich selbst heraus existieren will, setzt er sich wiederum in Widerspruch zu seinem wahren Wesen, indem er verzweifelt er selbst sein will, oder aber er leugnet sich selbst als auch sein transzendentes Selbst, indem er verzweifelt nicht er selbst sein will, und beides f\u00fchrt ihn wieder in die Verzweiflung. (Stangl, 2020).<\/p>\n<p>3.Das religi\u00f6se Stadium<br \/>\nHier nun akzeptiert der Mensch sein Gesetzt-Sein von Gott und seine Existenz vor Gott. Er begreift sich als ein Selbst, dem nur von Gott als dem Unendlichen Existenz zukommt. Daher ist das Ziel des religi\u00f6sen Menschen, in ein existenzielles Verh\u00e4ltnis zu Gott zu treten. Dies kann allein im Glauben geschehen. Gott als der Absolute ist nicht der Kausalit\u00e4t der Welt unterworfen und entzieht sich daher als der Unbekannte dem menschlichen Verstand, er ist rational nicht erkennbar. Der Glaube fordert als Bedingung daher die \u201eKreuzigung des Verstandes\u201c, wobei der Verstand nicht g\u00e4nzlich unn\u00f6tig ist, sondern dient als Korrektiv des Glaubens, indem Unvern\u00fcnftiges nicht geglaubt werden kann, und er ist Voraussetzung der Selbstreflexion, ohne die der Aufstieg in den Stadien nicht erreicht werden kann. Der Mensch muss sich des Scheitern des Verstandes bewusst werden, denn erst so steht der Weg in den Glauben offen, der aus dieser Erkenntnis der eigenen Begrenztheit hervorgehen kann. Im Glauben nun wagt der Mensch den Sprung weg vom Verstand hin zum eigentlich Unm\u00f6glichen. Nur in diesem Augenblick des Glaubens befindet sich das Selbst im richtigen Verh\u00e4ltnis zu sich und zu seinem Existenzgrund und existiert daher momenthaft ohne Verzweiflung. (Stangl, 2020).\u201c<\/p>\n<p>(Verwendete Literatur<br \/>\nStangl, W. (2020). Moralische Entwicklung nach S\u00f8ren Kierkegaard. Werner Stangls Arbeitsbl\u00e4tter-News.)<\/p>\n<p>Wir alle f\u00fchlen, in manchen Momenten mehr, in anderen weniger, dass hinter dem dinghaft-sinnlichen Erleben \u201enoch etwas Anderes\u201c existiert.<\/p>\n<p>Kierkegaard zeigt auf, dass wir dieses \u201eAndere\u201c nur realisieren k\u00f6nnen, wenn wir uns auf eine Instanz au\u00dferhalb unserer selbst, nennen wir es Gott, beziehen. Das ist Glaube, n\u00e4mlich das ganze Leben als Gottesdienst anzusehen. Dann ist inneres Erleben und \u00e4u\u00dferes Verhalten kongruent.<\/p>\n<p>Wenn wir MH in diesem Licht sehen, dann ist die historische Dimension gleichg\u00fcltig. Vielmehr ist es eine Erinnerung an die m\u00f6gliche gr\u00f6\u00dfere Wirklichkeit.<\/p>\n<p>Die Eindr\u00fccke, die ich auf der Radtour gewann, zeigen, dass das Hinausgehen \u00fcber den eigenen Verstand und das sich Beziehen auf etwas Gr\u00f6\u00dferes eine Transzendenz der eigenen egoistischen Verhaltensweisen m\u00f6glich macht, denn alles ist Gottes&#8216;, sowohl innerhalb, als auch au\u00dferhalb und das verm\u00fcllt man nicht.<\/p>\n<p>Diese Wirkungsweise ist in allen Religionen dieselbe. Man k\u00f6nnte auch das \u201eGro\u00dfe Kaninchen\u201c verehren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute ist der 15. 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